10.08.2015

FZI ist Testlabor für die Kommunikationstechnologie KNX

Erfolgreiche Akkreditierung als Testlabor für die standardisierte Kommunikationstechnologie für die Heim- und Gebäudeautomation / Experten der KNX Association überprüften sachgemäße Umsetzung der DIN EN ISO 17025:2005 / Aktuelle Forschungsziele sind neue Technologien für Vernetzung und Diagnose sowie für Daten-, Angriff- und Betriebssicherheit im Bereich KNX-basierter Datenkommunikation

Karlsruhe, 10.08.2015 – Das FZI Forschungszentrum Informatik ist jetzt eines von weltweit zwölf akkreditierten Testlaboren für die standardisierte Kommunikationstechnologie KNX entsprechend ISO 17025:2005. Somit kann das FZI seinen Projektpartnern vollständig herstellerunabhängige Interworking- und Funktionstests entsprechend des KNX-Standards anbieten.

Die Feldbustechnologie KNX vernetzt verteilte Sensoren und Steuergeräte (Aktoren) für die Steuerung und Regelung bei der Haus- und Gebäudeautomatisierung. Der KNX Zertifizierungsprozess gewährleistet, dass Produkte unterschiedlicher Hersteller in verschiedenen Anwendungen zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren. Dass Produkte KNX-konform sind, wird in neutralen Laboren von unabhängigen Dritten geprüft. Für die Akkreditierung des FZI als Testlabor überprüften Experten der internationalen KNX Association die sachgemäße Umsetzung der Norm DIN EN ISO 17025:2005.

Besondere Chancen für den Technologietransfer sieht Professor Dr.-Ing. Michael Hübner, Direktor am FZI für das Forschungsfeld Industrieautomatisierung: „Viele Anbieter von Gebäudeautomatisierungslösungen sehen einen klaren Wettbewerbsvorteil darin, ihren Kunden geprüfte KNX-Produkte anbieten zu können. Das FZI unterstützt dabei als unabhängige, gemeinnützige Forschungseinrichtung und testet die KNX-Geräte in einem neutralen und professionellen Umfeld.“

Wie ein Zertifizierungstest verläuft

Will ein Hersteller sein Gerät zertifizieren lassen, muss er dieses zunächst bei der KNX Association registrieren lassen. Nach einer Anfrage erstellen die FZI-Wissenschaftler ein Angebot mit einer Kostenabschätzung über die Durchführung der notwendigen Zertifizierungsprüfungen. Nach der Beauftragung müssen beim FZI das zu prüfende Gerät sowie die erforderlichen Dokumente eingereicht werden. Umfassende Vertraulichkeit wird durch zutrittsbeschränkte Testräume sowie eine sichere Verwahrung der Geräte gewährleistet. Anhand anerkannter Testrichtlinien wird dann die Zertifizierungsprüfung durchgeführt. Verläuft die Prüfung erfolgreich, wird dem Auftraggeber ein positiver Prüfbericht ausgestellt, mit dem bei der Geschäftsstelle der KNX Association ein Zertifikat beantragt werden kann.

Dr.-Ing. Bruno Rosales, Leiter des KNX Testlabors, ergänzt: „Sollte es beim Software- oder Hardware-Test eines Gerätes zu Schwierigkeiten oder Abweichungen kommen, unterstützen wir unsere Auftraggeber natürlich bei der Lösung. Neben den Tests von KNX-Geräten bieten wir Entwicklungs- und Forschungsleistungen im Umfeld der Gebäudeautomatisierung. Dank der guten Ausstattung in unserem FZI Living Lab smartHome/AAL können wir dort schnell und herstellerunabhängig Technologien, Geräte und Systeme im Umfeld der Gebäudeautomatisierung entwickeln, erproben und evaluieren.“

Mit dem FZI Living Lab smartHome/AAL steht am FZI seit der Eröffnung des FZI House of Living Labs eine realistische Gebäudeautomatisierungsumgebung in Form einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit zahlreichen Sensoren, Aktoren und Gateways sowie Haushaltsgeräten verschiedener Hersteller zur Verfügung. Schwerpunkte aktueller Forschungsaktivitäten in dem Lab bilden die Entwicklung einer sicheren cloud-basierten Middleware für Smart-Home-Komponenten sowie der Aufbau eines Frameworks für die serverseitige Aufarbeitung und Auswertung von Sensordaten.

Generell unterstützen die FZI-Wissenschaftler die Hersteller bei der Umsetzung innovativer Ideen. Aktuell werden am FZI für die Vernetzung und Diagnose sowie für die Daten-, Angriff- und Betriebssicherheit (Safety und Security) im Bereich KNX-basierter Datenkommunikation neue Technologien entwickelt.

Hintergrund KNX

Mehr als 380 Hersteller der standardisierten Kommunikationstechnologie KNX aus 38 Ländern haben sich zur KNX Nutzerorganisation KNX Association zusammengeschlossen, um gemeinsam die technische Weiterentwicklung der Haus- und Systemtechnik sowie die internationale Etablierung voranzubringen. Laut der KNX-Association vertreten ihre Mitglieder mehr als 80 % der in Europa verkauften Geräte für Heim- und Gebäudeautomation. Mit der Technologie können gewerkeübergreifend elektrische Verbraucher vernetzt und gesteuert werden. 1999 aus einer Standardisierungsinitiative von BCI, EIBA und EHSA hervorgegangen, hat sich KNX in der Industrie wegen seiner Flexibilität breit durchgesetzt und kann bei unterschiedlichen baulich-architektonischen Bedingungen zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen: http://www.knx.org/knx-de/

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um.

Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.

Hauptsitz ist Karlsruhe. Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Weitere Informationen

Johanna Häs, FZI Corporate Communications and Media
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Telefon: +49 721 9654-904
E-Mail: haes@fzi.de
Internet: www.fzi.de

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