19.06.2017

FZI-Team im Finale der EuRoC Challenge

Team aus Karlsruhe überzeugt internationale Jury von Robotik-Experten / FZI-Wissenschaftler lehren Roboter Fingerspitzengefühl für komplexe Montageaufgaben

In der letzten Qualifizierungsrunde stellten sich die FZI-Wissenschaftler der Herausforderung, den Roboter flexible Gummidichtungen an Autotüren anbringen zu lassen.

Karlsruhe, 19.06.2017 – Das Team FLA²IR des FZI Forschungszentrum Informatik aus Karlsruhe ist eines von zwei Teams im Finale des europäischen Robotik-Wettbewerbs EuRoC. Das Team überzeugte die internationale Jury aus Robotik-Experten mit sehr guten Ergebnissen in den drei Qualifizierungsrunden "Benchmarking", "Freestyle" und "Showcase". Insgesamt nahmen 30 Forscher-Teams aus ganz Europa an dem Wettbewerb teil, die sich mit Systemintegratoren, Technologieanbietern und Endnutzern aus der Industrie zusammenschließen. Der Einzug ins Finale wurde nun bekannt gegeben.

In der letzten Qualifizierungsrunde stellten sich die FZI-Wissenschaftler der Herausforderung, flexible Gummidichtungen an Autotüren anzubringen. Für Menschen sind solche Montagearbeiten aus ergonomischer Sicht belastend, weil sie nicht alle Stellen der Tür mit den Händen gut erreichen. "Roboter dagegen müssen für das flexible Material das nötige »Fingerspitzengefühl« lernen," erklärt Arne Rönnau, Abteilungsleiter am FZI. "Der Greifer des Roboters muss die Dichtung sicher halten, während er die Kunststoff-Haken in Löcher einsetzt. Das erfordert eine genaue Steuerung der Kraft und sehr gute Koordinationsfähigkeiten." Das Team FLA²IR setzte die Steuerung mit dem Industrieroboter KUKA KR16 um, sie kann aber weitgehend unabhängig von der Roboter-Hardware und auch von anderen Herstellern oder für andere Roboter-Gewichtsklassen verwendet werden.

Ein weiterer Aspekt der Qualifizierungsrunde "Showcase" war die Sicherheit in der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Das Team FLA²IR erstellte ein Sicherheitskonzept, das den Roboter sanft in einen pausierten Zustand überführt, sobald sich ein Mensch dem Roboter nähert. Kombiniert mit klassischer Sicherheitstechnik garantiert das Sicherheitskonzept die Abschaltung im Notfall. So können Menschen in den Montageprozess eingreifen, ohne ihn abzubrechen. Der Roboter setzt seine Arbeit nahtlos fort, sobald der Mensch den Arbeitsraum wieder verlässt.

Das FZI-Team überzeugte in allen Teilaufgaben der letzten Wettbewerbskategorie im April 2017 und setzte sich mit hohen Punktzahlen klar von den anderen Teams ab. Gemeinsam mit dem Team PIROS aus Italien zieht das Karlsruher Team FLA²IR damit ins Finale ein. In der letzten Phase des EuRoC-Wettbewerbs können die Teams ihre Showcase-Anwendung als Pilot beim Anwendungspartner real umsetzen. Die FZI-Wissenschaftler arbeiten mit der MRK Systeme GmbH als Systemintegrator und der Adam Opel AG als Endnutzer zusammen. "Wir freuen uns sehr darauf, unsere Pilotanwendung jetzt mit MRK Systeme bei Opel umzusetzen," so Arne Rönnau.

An dem Wettbewerb EuRoC nehmen insgesamt 102 europäische Teams teil unterteilt in drei Gruppen mit den Schwerpunkten Produktion, Logistik und Wartung. Ziel des Wettbewerbs ist es, Robotik-Technologien für industrielle Anforderungen zu entwickeln und sie zugleich an industrielle Anforderungen anzupassen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA richtet den Wettbewerb der Gruppe mit Schwerpunkt Produktion aus, an dem auch das FZI-Team teilnimmt. Nach drei Qualifizierungsrunden und einer Gesamtprojektlaufzeit von fast vier Jahren wird im Juni 2018 der Gewinner präsentiert. Die Europäische Union fördert den EuRoC-Wettbewerb im siebten Forschungsrahmenprogramm mit insgesamt 7 Millionen Euro.

Die Ergebnisse des FZI-Teams FLA²IR wurden in einem Video zusammengefasst und können im FZI-Youtube-Kanal angeschaut werden: https://youtu.be/BX2dWxLMWeQ

Weitere Informationen zum EuRoC-Wettbewerb unter: http://www.euroc-project.eu/

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine ge-meinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unter-nehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professo-ren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die ge-fundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigarti-ge Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Hauptsitz ist Karlsruhe.

Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Pressekontakt

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FZI Forschungszentrum Informatik
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