06.08.2014

Zentrum für anwendungsnahe IKT-Sicherheit soll am FZI entstehen

Wirtschaftsminister Nils Schmid und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer haben am 29. Juli 2014 im Ministerrat ihre Pläne zur Umsetzung des Strategiekonzepts Forward IT vorgestellt / FZI soll um ein Zentrum für anwendungsnahe IKT-Sicherheit und Sicherheitstransfer erweitert werden.

Wie das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg am 29. Juli in einer Presseinformation bekannt gab, soll eines der zentralen Projekte der Forward-IT-Initiative der Aufbau eines Zentrums für anwendungsnahe IKT-Sicherheit und Sicherheitstransfer am FZI Forschungszentrum Informatik sein. Das Zentrum soll zu einer zentralen Anlaufstelle vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen in Baden-Württemberg werden und etablierte Sicherheitstechnologien anwendergerecht aufbereiten und schlussendlich den Transfer in die Unternehmen sicherstellen.

Wirtschaftsminister Schmid: "Wir wollen gemeinsam mit unseren Forschungsinstituten dafür sorgen, dass gerade die kleinen und mittleren Unternehmen mit sicheren IT-Lösungen versorgt werden. Dadurch werden ihre guten Ideen und ihr wertvolles Know-how vor Hackern und Spähattacken geschützt."

Zur Umsetzung des Strategiekonzeptes Forward IT wollen Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium mehrere Maßnahmen fördern. Über das Fördervolumen wird im Rahmen des Doppelhaushalts 2015/16 entschieden. Am 8. Oktober 2014 kommen die Partner beim IKT-Gipfel erneut zusammen.

Forschung für Safety- und Security-Fragestellungen am FZI

Am FZI wurde bereits mit dem Aufbau des FZI Living Lab smartSecurity zu Beginn des Jahres der Grundstein gelegt für anwendungsnahe Sicherheitsforschung und für die Bündelung der interdisziplinären Sicherheitskompetenzen. Durch den Ausbau zum Sicherheitszentrum soll nun mit Unterstützung des Landes an der unabhängigen Transfereinrichtung eine zentrale Anlaufstelle für KMU und deren Sicherheitsfragestellungen geschaffen werden.

Derzeit befassen sich bereits über 15 Mitarbeiter des FZI mit Sicherheitsforschung für Anwendungsfelder wie Industrieautomation und Anlagenbau, aber auch für die Mobilität- und Automotive-Branche sowie für Hardware- und Software-Hersteller. Für den Banking- und Finanzdienstleistungssektor oder für Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber werden am FZI ebenfalls Lösungen für IKT-Sicherheit entwickelt. Für ihre Auftraggeber erarbeiten die FZI-Wissenschaftler dabei vielfältige Sicherheitslösungen. Die Bandbreite reicht dabei von Verifikationsverfahren und einzelnen kryptographischen Mechanismen über sichere Protokolle und Bedrohungsanalysen inklusive Sicherheitskonzepten bis hin zur Anwendungssicherheit und zum IKT-Sicherheitsmanagement.

Durch das Sicherheitszentrum sollen am FZI künftig Sicherheitstechnologien einfach verständlich, leicht anwendbar und vermittelbar werden. Dabei kommen Technologien mit nachweisbaren und nachvollziehbaren Sicherheitseigenschaften zum Einsatz. Als Innovationsdrehscheibe im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien in Baden-Württemberg und als Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) unterstützt das FZI insbesondere den Transfer neuester Sicherheitstechnologien und -forschungsergebnisse in den baden-württembergischen Mittelstand.

Dabei kann das FZI auf ein starkes regionales Netzwerk mit mehr als 50 Industriepartnern zugreifen, die zu einem großem Teil dem Mittelstand zuzurechnen sind. Aber auch als Partner des Kompetenzzentrums für angewandte Sicherheitstechnologien (KASTEL) am KIT, einem von nur drei Sicherheitskompetenzzentren in Deutschland und das einzige in Baden-Württemberg, ist das FZI als Forschungstransfereinrichtung für Sicherheit anerkannt und die erste Anlaufstelle für den lokalen Mittelstand. Schon heute ist Sicherheit in nahezu allen rund 200 Transferprojekten des FZI ein grundlegendes Thema.