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28.04.-29.04.2010: Standardisierung für die elektronische Beschaffung von Instandhaltungsdienstleistungen in Sicht

BMWi-Projekt eBusInstand am 28. und 29.04. auf der e_procure & supply in Nürnberg / Pilotbetrieb mit Industrie und KMU angelaufen / Vortrag auf der parallel stattfindenden BVL-Fachkonferenz am 28.4. / Instandhaltung ist mit 225 Mrd. Euro (2005) einer der umsatzstärksten Industriezweige Deutschlands / Umfassende Informationsveranstaltung am 23.06. in Karlsruhe

Wie sich die elektronische Abwicklung von Dienstleistungen und die damit verbundenen zahlreichen Interaktionen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern auf der Basis eines flexiblen Informationsmanagements und des Einsatzes von Standards effizienter unterstützen lassen – das zeigt das FZI Forschungszentrum Informatik mit dem Projekt eBusInstand auf der Messe e_procure & supply am 28./29. April 2010 in Nürnberg. eBusInstand-Initiator und Projektleiter Jörg Schumacher wird auf der parallel stattfindenden BVL-Fachkonferenz „Vernetzt beschaffen – mehr Wert durch Transparenz erzeugen“ am 28. April 2010 aufzeigen, wie sich Dienstleistungen e-fähig gestalten lassen.

In Halle 12.0, Stand 12-102 informiert das FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe darüber, was bisher in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekt eBusInstand erreicht wurde. „Das eBusInstand-Ergebnis könnte zum Standard für die elektronische Beschaffung von Instandhaltungs-Dienstleistungen werden“, erklärt Dr. Peter Weiß, eBusInstand-Projektleiter am FZI.

eBusInstand befindet sich derzeit in der Anwendungsphase. In der ersten Phase wurden die Geschäftsprozesse für die beispielhaft untersuchten Dienstleistungen gemeinsam mit Kunde und Lieferant analysiert und elektronisch abgebildet. Parallel sind in dem Projekt zwei Softwarelösungen als Referenz und für den Pilotbetrieb fertiggestellt worden:

  • Eine Lösung basiert auf der Internet-Plattform DLA-Online der BASF IT Services, Ludwigshafen. Sie unterstützt den gesamten Prozess der Abwicklung von extern zu erbringenden Dienstleistungen – von der Ausschreibung über die Vergabe bis zur Abnahme. Sie fußt auf der SAP-Komponente Materialwirtschaft (MM) und stellt Funktionen zur Ausschreibung, Beauftragung, Abwicklung und Verrechnung der von den Vertragsnehmern erbrachten Leistungen auf Basis von Leistungsverzeichnissen zur Verfügung.
  • Bei der zweiten Lösung handelt es sich um den interaktiven Warenkorb des eBusiness-Anbieters POET AG, Karlsruhe, für die automatisierte elektronische Dienstleistungsbeschaffung. Er setzt auf der bewährten Product-Finder-Lösung des Unternehmens auf und adaptiert und erweitert vorhandene POET-Technologien unter anderem für Suche und Warenkorbbildung.

Die Ergebnisse werden nun auf Basis der beiden IT-Referenz-Lösungen in der zweiten Phase in den teilnehmenden Pilotbetrieben erprobt und evaluiert. Dazu gehören Großunternehmen wie die AUDI AG und Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, aber auch mittlere und kleine Dienstleister wie die Zoth GmbH & Co. KG, iPLON GmbH, Gebr. Peters Gebäudetechnik GmbH oder BÜCHL Entsorgungswirtschaft GmbH. Insgesamt 18 Anwendungsfälle wurden inzwischen untersucht. Der Fokus liegt auf relativ einfachen Abläufen mit hohen Abwicklungsvolumina. Aber auch komplexere Dienstleistungen werden im Rahmen des Projekts betrachtet. Zur Beschreibung und Klassifikation der Dienstleistungen und Materialien wird der weit verbreitete Klassifizierungsstandard eCl@ss eingesetzt. Aktuell wird die Klassifikationstruktur für Instandhaltungs-Dienstleistungen im Rahmen des Projekts verbessert und erweitert.

Am Ende des Projekts eBusInstand sollen neben der Software folgende Ergebnisse stehen:

  • Referenzprozess für die Abwicklung von Dienstleistungen
  • Standardisierte Beschreibung des Dokumentenaustauschs bei Dienstleistungsprozessen
  • Standardisierte, elektronische Beschreibung der ausgetauschten Daten (Dokumente) in einem standardisierten elektronischen Format
  • Standardisierte und klassifizierte Beschreibung von Dienstleistungen im Bereich der industriellen Instandhaltung mit neu entwickelten Beschreibungen von eCl@ss

Die Projektverantwortlichen erwarten sowohl für Kunden als auch für Lieferanten Kosteneinsparungen in Millionenhöhe sowie eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Großindustrie und ihren kleinen und mittelständischen Lieferanten. Der Instandhaltungsbereich ist einer der umsatzstärksten Industriezweige in Deutschland. So stieg der direkte Instandhaltungsaufwand zwischen 1995 und 2005 von 140 auf 225 Milliarden Euro.

Schumacher, zugleich Vorstand des eCl@ss e.V., wird während der von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) ausgerichteten Fachkonferenz „Vernetzt beschaffen – mehr Wert durch Transparenz erzeugen“ am 28. April 2010 um 15 Uhr in seinem Vortrag „Dienstleistungen durch Klassifikation und Standardisierung e-fähig machen“ zum Stand des eBusInstand-Projekts referieren. Darüber hinaus findet am 23. Juni 2010 am FZI in Karlsruhe eine umfassende Informationsveranstaltung zu eBusInstand mit Vorträgen von Anwendern und Lösungsanbietern statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt über die Projektwebseite http://www.ebusinstand.de. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt. Pressevertreter sind herzlich eingeladen.

Zum Projekt

Bei eBusInstand schaffen unter der Federführung des FZI elf deutsche Unternehmen sowie der Standardisierungspartner eCl@ss erstmals Voraussetzung und Lösungen für einen standardisierten, durchgängigen elektronischen Geschäftsverkehr für die Abwicklung von Montage-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten von der Ausschreibung bis zur Rechnungsstellung. In die Entwicklungen einbezogen sind auch Materialaufmaß, Bestellung und Verbrauchserfassung. Die Materialstammdaten werden mit den Stammdaten für Dienstleistungen und Objekte in Beziehung gesetzt.

Weitere Informationen:

FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14
76131 Karlsruhe
Ansprechpartner: Dr. Peter Weiß
Telefon:+49 721 9654-604
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Internet: http://www.fzi.de

Vera Münch PR+TEXTE
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Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI ist eine Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH) - jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT) - in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich am FZI Professorinnen und Professoren, die am KIT und weiteren Universitäten in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen erforschen. Das FZI ist im Bereich der Informationstechnologie Innovationsdrehscheibe der IT-Anwendungsforschung in Baden-Württemberg und Innovationspartner des KIT und der Wirtschaft.