Projekt Theseus
FZI entwickelt neuartige internetbasierte Wissensinfrastruktur in THESEUS
Das FZI Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe (TH) entwickelt neuartige Techniken für eine zukünftige internetbasierte Wissensinfrastruktur im Rahmen des großen deutschen Forschungsprojekts THESEUS, das vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) getragen wird.
Das Team um FZI-Vorstand Professor Dr. Rudi Studer entwickelt für THESEUS neuartige Techniken, die Rechnern erlauben die Bedeutung von Inhalten besser zu verstehen. Mit Hilfe dieser Techniken können Computer automatisch passende Angebote und Inhalte im Internet finden und nutzen. Im zentrum dieser Arbeiten stehen semantische Technologien, welche Inhalte mit Bedeutung versehen, indem formale Wissensstrukturen, sog. Ontologien, erstellt und genutzt werden. Das FZI leitet unter Prof. Dr. Studer das für das THESEUS sehr zentrale Arbeitspaket Ontologiemanagement und entwickelt insbesondere Methoden, die die Erstellung (Design), das automatische Schlussfolgern mit (Reasoning) und die Evolution von Ontologien verbessern. Hierbei werden auch Abbildungen (Mapping) zwischen verschiedenen heterogenen Wissenstrukturen ermöglicht. Desweiteren wird der Einsatz solcher Ontologien für eine neue Suchtechnik, die sogenannte kooperative Suche, studiert. Diese Suchtechnik erlaubt im Dialog zwischen Benutzer, dessen Suchanfragen weiter zu verfeinern und zu präzisieren.
Zusätzlich unterstützt das FZI unter der gemeinschaftlichen Leitung von Professor Dr. Studer und FZI-Direktor Professor Dr. Christof Weinhardt ein konkretes Anwendungsszenario der SAP namens TEXO, in dem eine Basisinfrastruktur für die Unterstützung künftiger Wertschöpfungsnetzwerke (Business Value Networks) entwickelt wird. TEXO soll ermöglichen Dienstleistungen durch eine Internetplattform austauschen zu können und damit das Internet der Dienste ermöglichen. Das FZI forscht in TEXO an neuen Szenarien und Geschäftsmodellen für die Diensteerbringung im Internet, sowie an Mechanismen zur Innovationssteuerung von Dienstleistungen, wo Kundenanforderungen und Weiterentwicklungen von Dienstleistungen über Prognosemärkte mit großer Präzision abgestimmt und abgewägt werden können. Zusätzlich zu diesen Arbeiten entwickelt das FZI spezielle Techniken zur Orchestration und Koordination von Diensten sowie Verfahren, die optimale geeignete Dienste gemäß der Anforderungen des Benutzers finden.
THESEUS ist ein groß angelegtes deutsches Forschungsprogramm zur Entwicklung anwendungsorientierter Basistechnologien und technischer Standards für eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur, an dem sich zahlreiche deutsche Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten beteiligen. Es wird zur Hälfte vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Ingesamt fließen innerhalb von 5 Jahren Projektlaufzeit rund 180 Mio. Euro in zukunftweisenden Forschungsarbeiten. Damit ist THESEUS das größte deutsche Forschungsprojekt im Internetumfeld.
Neben dem FZI Forschungszentrum Informatik gehören mit Siemens, SAP und Attensity Europe wichtige deutsche Industriegrößen zum THESEUS Konsortium. Dabei arbeiten die industriellen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eng mit den öffentlichen Forschungspartnern wie dem FZI zusammen. Das FZI kooperiert mit anderen international anerkannten Expertinnen und Experten der ersten drei deutschen Eliteuniversitäten, sowie weiterer Universitäten und deutschen Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG).
- Ansprechpartner: Catherina Burghart ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können )
- Gefördert: BMWi
- URL: http://theseus-programm.de

