Projekt Telemarkt Regional Karlsruhe (TMR)
Entwicklung einer komponentenbasierte Plattform zur Bildung offener, elektronischer Marktplätze, die auf kleine und mittelständische Unternehmen als Produkt- und Dienstleistungsanbieter fokusiert.
Immer mehr Online-Anbieter entdecken die Vorteile der Kooperation mit anderen Partnern gegenüber isolierter Präsentation und einzelnem Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen im Web. Eine Folge dieser Erkenntnis ist die Entstehung von Shopping-Mails oder Portalen. Die Attraktivität solcher elektronischen Marktplätze hängt stark von den Mitteln ab, die zur Kopplung der einzelnen Angebote eingesetzt werden. Anbieterübergreifende Kataloge oder Suchfunktionen sind Beispiele für derartige Kopplungsmittel. Im Mittelpunkt dieser Ansätze stehen allerdings technische Fragenstellungen und weniger Fragen über die Konkurrenz, Transparenz der Marktplätze oder die sinnvolle Bündelung von Leistungen. Damit stellen solche Ansätze nur einen ersten Schritt zur Schaffung anbieterübergreifender elektronischer Märkte.
Cross-Selling bedeutet im Electronic Commerce das automatische Anbieten verwandter oder ergänzender Produkte zu einem vom Kunden ursprünglich nachgefragten Produkt. Die Idee ist nicht neu. Bereits im Zusammenhang mit den ersten Online-Shops wurde das Cross-Selling als eine Form der Beratung im virtuellen Laden angesehen. Seitdem entstand eine Reihe unterschiedlicher Ansätze, deren Lösungen meist geschlossene Systeme sind, die sich auf die Produkte eines einzelnen Online-Händlers beschränken. Doch das Cross-Selling stellt zugleich ein hervorragendes Mittel zur anbieterübergreifenden, marktgerechten Angebotsbündelung dar, wie sie durch Kataloge und Suchmethoden alleine nicht realisiert werden kann.
Im Rahmen des Projektes "Telemarkt Regional (TMR)" entstand im Jahr 1999 die Konzeption eines Multiagentensystems für das anbieterübergreifende Cross-Selling im Electronic Commerce. Die wichtigste Herausforderung bei der Entwicklung des Systems besteht darin, ein Konzept zur Integration mehrerer Verfahren zu schaffen. Der Grundgedanke der Lösung des Integrationsproblems besteht nun darin, einen Agenten als "intelligenten Entscheidungsträger" einzusetzen und damit von konkreten Verfahren zu abstrahieren. Das System erlaubt die gleichzeitige Nutzung unterschiedlicher Wissensquellen wie logische Regeln, Verkaufszahlen oder Thesauri und das Anbinden beliebiger, geeigneter Verfahren wie Logik-Verfahren, Data Mining oder lexikalische Analyse. Die vorgeschlagene Schichtenarchitektur wird im folgenden gezeigt.
Die Realisierung derartiger Vermittlungs- und Mehrwertdienste verlangt jedoch einen zugleich homogenen und angepaßten Zugang zu den relevanten Daten: Produkt- und Anbieterbeschreibungen, Kundendaten etc. Trotz zahlreicher Standardisierungsbemühungen ist die Homogenisierung im Electronic Commerce immer noch nicht weit genug fortgeschritten; die Problematik der anwendungsspezifischen Sichten wird vernachläßigt. TMR bewältigt diese Herausforderung unter Anwendung virtueller Kataloge und Kataloghierarchien, die eine "Middleware" für den Zugriff auf Produkt-, Anbieter- oder Kundeninformationen bilden.
- beteiligte Forschungsbereiche: DBS

