Projekt MS Nurses

Bewegungsmonitoring in der Behandlung von Multipler Sklerose

Einleitung: Multiple Sklerose (MS)
Bei einer derzeitigen Prävalenz von etwa 120.000 Patienten ist die Multiple Sklerose (MS) in Deutschland eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Durch Schädigung der Nervenzellen wird mit Fortschreiten der Krankheit die Leitfähigkeit der Nervenbahnen zunehmend vermindert, was die typischen Symptome wie Kribbeln und andere sensorische Störungen, Spastiken, Lähmungen, schnelle Ermüdung (Fatigue) sowie Sehstörungen auslöst.

Motivation: Aktivitätsanalyse bei MS
Ein wesentliches Maß zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Patienten ist die Gehfähigkeit. Um die Gehfähigkeit zu bestimmen, wird üblicherweise die Expanded Disability Status Scale (EDSS) angewendet. Sie dient der Überwachung des Krankheitsverlaufs und wird zur Optimierung der Therapie herangezogen. Die EDSS wird vom Arzt jedoch nur während der alle drei bis sechs Monate stattfindenden Kontrolluntersuchungen bestimmt und beruht lediglich auf der subjektiven Einschätzung des Arztes. Ob der Patient zu Hause erste Anzeichen für eine Gehstörung gezeigt hat, kann er aus dieser Momentaufnahme nicht erkennen.

Lösungsansatz
Im Rahmen der Studie werden Aktivitätssensoren erprobt werden, mit dessen Hilfe durch eine kontinuierliche, alltagstaugliche Bewegungsmessung Gehstörungen und Aktivitätsbeeinträchtigungen frühzeitig erkannt werden können. Diese Sensoren enthalten in einem Gürtelclip Beschleunigungssensoren, die die Bewegungen des Trägers in alle Richtungen (links-rechts, hoch-runter, vor-zurück) registrieren.

Kooperationspartner sind die Neurologische Klinik Bad-Neustadt / Saale, das KIT Karlsruher Institute of Technology und das FZI.

  • Ansprechpartner: Asarnusch Rashid ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können )
  • Dauer: Januar 2009 - Juli 2010
  • Beteiligte Forschungsbereiche: IPE, ESS