Modell zur Analyse der Benutzerauslastung in Geschäftsprozessen (DA/MA)
Beschreibung
Unternehmen lassen ihre Geschäftsprozesse nach entsprechender Modellierung meist IT-unterstützt ausführen. Durch den Einsatz der Simulation von konkreten Prozessen können Fehlerquellen gegebenenfalls entdeckt und behoben werden können. Rein rechnergestützte Prozesse, sogenannte Workflows bilden jedoch nur einen Teil der möglichen Geschäftsprozesse. Ein besonderer Aspekt der Modellierung von Geschäftsprozessen ist daher die Benutzerinteraktion. Dies umfasst Fälle, in denen Personen in einen Geschäftsprozess eingreifen müssen, um Eingaben zu kontrollieren, Aktionen auszulösen oder auch zu verhindern. Die gängigen Modellierungssprachen ermöglichen hierbei eine entsprechende Modellierung der Benutzeraufgaben auf unterschiedliche Art. Neben der reinen Modellierung der Benutzerinteraktion ist hier außerdem noch ein ganz anderer Aspekt von Bedeutung: Wie Komponenten von Computersystemen, so sind auch interagierende Personen eine begrenzt belastbare Ressource. Während es im Bereich von Computersystemen eine Reihe von Untersuchungen zur Auslastung (Resource Utilization) gibt, bleibt die Benutzerauslastung bislang unberücksichtigt. Kritisch kann dies aber dann werden, wenn ein Benutzer oder eine Benutzerrolle – auch prozessübergreifend – überaus stark beansprucht wird.
Aufgabenstellung
Im Rahmen der Arbeit kann auf ein bestehendes Ressourcenmodell zurückgegriffen werden, das dazu genutzt werden kann,
menschliche Benutzer als Ressource abzubilden. In der Arbeit soll zunächst soll ein Vergleich bestehender Metriken (z.B. aus der Softwaretechnik und Mathematik) durchgeführt und diese auf Ihre Anwendbarkeit für die Benutzerinteraktion hin geprüft werden. Gegebenenfalls müssen das Resourcenmodell und/oder die Metriken zur effektiven Nutzung erweitert werden. Anschließend soll ein analytisches Modell erarbeitet werden, mit dem es möglich wird, die in einer gegebenen Menge von Geschäftsprozessmodellen eingesetzten menschlichen Ressourcen auf ihre mögliche Aus- beziehungsweise Überlastung hin zu bewerten. Diese Bewertung kann dann im Vorfeld einer Prozesssimulation bereits dazu eingesetzt werden, um vorhandene Überoder Unterlastsituationen aufzudecken und basierend hierauf Handlungsempfehlungen oder Prozessänderungen abzugeben. Eine Implementierung des Ansatzes für das Analysewerkzeug Income2010 ist, im Rahmen der Arbeit denkbar, genauere Informationen hierzu im Gespräch und auf der Webseite: http://www.aifb.uni-karlsruhe.de/Forschungsgruppen/BIK/income2010/
Profilanforderungen
Studium der Fachrichtungen Informatik, Informationswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder verwandter Fachrichtungen.
Kenntnisse bezüglich der Modellierung von Geschäftsprozessen mit gängigen Modellierungssprachen (UML, Petri-Netzen,
BPMN, EPK o.ä.) sind wünschenswert. Umfangreiche Literatur zum Thema ist vorhanden, weitergehende Informationen können im persönlichen Gespräch erfragt
werden.
Betreuung
Prof. Dr. Andreas Oberweis, KIT, Institut AIFB
Dipl.-Inform. Thomas Schuster, FZI, Forschungsbereich Software Engineering (SE)

