07.11.2016

Auszeichnung für StreamPipes: Echtzeitfähige Big-Data-Anwendungen ohne Programmieren

FZI-Lösung erhält Auszeichnung bei "100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg" / StreamPipes ist eines der ersten Modellierungstools für verteilte Echtzeitsysteme im Big-Data-Maßstab / Die Lösung unterstützt die Aufbereitung und Harmonisierung von großen Datenmengen in der Produktion sowie bei der frühzeitigen Erkennung von drohenden Produktionsausfällen

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut überreichte Dominik Riemer (2. v. l.), dem Leiter des FZI House of Living Labs Dr. Stefan Hellfeld (l.) und FZI-Direktor Prof. Dr. York Sure-Vetter (r.) die Auszeichnung. (Bild: Martin Storz/GRAFFITI)
Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut überreichte Dominik Riemer (2. v. l.), dem Leiter des FZI House of Living Labs Dr. Stefan Hellfeld (l.) und FZI-Direktor Prof. Dr. York Sure-Vetter (r.) die Auszeichnung. (Bild: Martin Storz/GRAFFITI)

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Montag, 7. November 2016, die Preisträger der vierten Runde des Wettbewerbs "100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg" ausgezeichnet. Das FZI wurde mit der Software-Anwendung "StreamPipes" als einer dieser Orte ausgezeichnet.

Das Werkzeug wurde vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen entwickelt, die mit geringem Aufwand eine skalierbare Big?Data?Umgebung zur kontinuierlichen Analyse von Sensor? und anderen Unternehmensdaten aufbauen möchten. Dabei können Anwendungen intuitiv mit Hilfe einer webbasierten grafischen Oberfläche erstellt und ohne weiteres Zutun des Benutzers ausgeführt werden. StreamPipes ermöglicht somit erstmals die Definition echtzeitfähiger Anwendungen direkt durch Fachanwender in Form einer Self?Service?Lösung – vollkommen ohne Entwicklungsaufwand und auf Basis ausgereifter und verfügbarer Stream?Processing?Technologien.

FZI-Projektleiter Dr. Dominik Riemer erklärt: "Solche Fachanwender können beispielsweise Produktionsmanager sein, die mit StreamPipes selbstständig und flexibel Produktionsdaten überwachen und analysieren können, ohne technisches oder fachliches Vorwissen im Big-Data-Bereich. Denn auf dem Weg zur Umsetzung von Industrie 4.0 ist insbesondere der schrittweise Aufbau einer echtzeitfähigen Infrastruktur zur Datenauswertung entscheidend. Unsere Lösung StreamPipes setzt genau hier an und bietet eine modulare Plattform, um in wenigen Schritten Produktionsdaten zu integrieren und fortlaufend zu analysieren."

Die Bereitstellung der Lösung erfolgt entweder direkt beim Unternehmen, ohne dass Sensordaten das Unternehmen verlassen müssen, oder in der Cloud ohne Installationsaufwand und weiteren Infrastrukturbedarf der Anwender.

StreamPipes wird bereits in der Fertigungsindustrie eingesetzt. In Zusammenarbeit mit einem Automobilzulieferer wurde erfolgreich ein integriertes maschinenübergreifendes Monitoring der Produktion realisiert. Dort werden Sensordaten aus Fördertechnik und Fertigungsmaschinen mit Umwelt? und Produktionsdaten zusammengeführt, um beispielsweise Situationen zu erkennen, die eine erhöhte Ausschussrate zur Folge haben können. Mit einer webbasierten grafischen Oberfläche können die verantwortlichen Mitarbeiter flexibel und intuitiv Parameter eigenständig anpassen. Darüber hinaus ermöglicht StreamPipes nach dem Baukastenprinzip, beliebige Datenquellen mit Datenharmonisierungs- und Analysediensten zu verknüpfen.

"Der Vorteil für die Unternehmen: der Entwicklungsaufwand sinkt und sie können bessere Entscheidungen unter Einbeziehung datengetriebener Analysen treffen", so Riemer.

Auf der CeBIT 2016 wurde StreamPipes erstmals einem breiten Fachpublikum präsentiert. Jetzt ist ein Demonstrator im FZI House of Living Labs interessierten Unternehmen zugänglich, die sich dort über die Fähigkeiten und Vorteile von StreamPipes informieren sowie Einsatzmöglichkeiten im eigenen Unternehmen evaluieren können.

Gemeinsam mit Dr. Stefan Hellfeld, Leiter des FZI House of Living Labs, und FZI-Direktor Prof. Dr. York Sure-Vetter nahm Dominik Riemer die Auszeichnung von der Wirtschaftsministerin entgegen. Insgesamt wurden am Montag bei „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ 17 Unternehmen und Einrichtungen prämiert, die Industrie 4.0 erfolgreich im Unternehmensalltag umgesetzt haben.

Über den Wettbewerb

Mit dem Wettbewerb sucht die „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ nach innovativen Konzepten aus der Wirtschaft, die mit der intelligenten Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen erfolgreich sind. Die Expertenjury bewertet neben dem Innovationsgrad auch die konkrete Praxisrelevanz für Industrie 4.0. In erster Linie wurden Maßnahmen gesucht, die bereits umgesetzt und damit „anfassbar“ sind und deren Mehrwert im Vergleich zu bisherigen Lösungen dargestellt werden kann.

Die prämierten Unternehmen erhalten eine Ehrenurkunde zur Auszeichnung als einer der 100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg. Außerdem werden sie auf der Internetseite der Allianz präsentiert und in den Kompetenzatlas des Landes Baden-Württemberg aufgenommen.

Mehr Informationen zu StreamPipes finden Sie im Web unter http://streampipes.fzi.de und unter http://url.fzi.de/streampipes.

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Hauptsitz ist Karlsruhe. Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Weitere Informationen

Johanna Häs, FZI Corporate Communications and Media
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Telefon: +49 721 9654-904
E-Mail: haes@dont-want-spam.fzi.de
Internet: www.fzi.de