27.04.2012

Das FZI House of Living Labs vernetzt Informatik-Anwendungsforschung über Branchen- und Disziplingrenzen hinweg

Mit dem FZI House of Living Labs (HoLL) definiert das FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe Technologie- und Wissenstransfer in Informatik neu / Bundesweit bislang einmaliges Technologietransferhaus verbindet wissenschaftliche Kompetenzen verschiedener Fachrichtungen mit Forschungs- und Erfahrungswissen aus der Praxis mehrerer Branchen / Themenorientierte Labore beschäftigen sich unter einem Dach mit der Erforschung und Entwicklung von Lösungen für smartMobility, smart Energy, smartAutomation und smartHome / Für die Erprobung neuer Informatik-Anwendungen stehen neueste IKT-Technologien aus der späteren Einsatzumgebung bereit – vernetzt und verbaut in Fahrzeugen, Gebäuden und technischen Geräten / Durch die integrierte Forschungsumgebung ist es möglich, die neuen Lösungsansätze in dem Umfeld zu erproben, in dem sie später eingesetzt werden sollen / Synergien aus interdisziplinärer Zusammenarbeit sollen Forschungs- und Entwicklungsvorsprung bringen; die Einrichtung wird vor allem auch der mittelständischen Wirtschaft zugute kommen

Karlsruhe, 27. April 2012 – Im neuen FZI House of Living Labs (HoLL), das heute (Freitag, 27. April) in Karlsruhe (Haid-und-Neu-Straße 5a) eröffnet wird, kann man sehen und anfassen, wie aus Erkenntnissen der Informatik Technik für die Zukunft wird. Auf über 2000 Quadratmetern hat das FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe themenorientierte Labore zur Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zu einem bundesweit bislang einmaligen Technologietransferhaus zusammengeführt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI können hier gemeinsam mit ihren Forschungspartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft neue Informatik-Anwendungen entwickeln, erproben und zur Marktreife führen. Das FZI House of Living Labs unterstützt sie bei ihrer Anwendungsforschung durch modernste technische Ausstattung mit mobilen und stationären Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie Fahrzeugen, Geräten und Gebäudetechnik. Diese integrierte Forschungsumgebung ermöglicht es, die neuen Lösungsansätze, in dem Umfeld zu erproben, in dem sie später eingesetzt werden sollen.

Im neuen FZI House of Living Labs arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam an smartMobility, smartEnergy, smartAutomation und smartHome. Erfahrungen und Kompetenzen aus den FZI Living Labs mobileIT/SatNav, Ambient Assisted Living (AAL), Automotive und Service Robotics ergänzen den Fundus an interdisziplinärem Fachwissen, der zur Problemlösung eingesetzt werden kann.

Durch die Zusammenführung der Labore unter einem Dach will das FZI Synergien zwischen den wissenschaftlichen Forschungsrichtungen der Informatik aktivieren. Die Vernetzung soll die Problemlösung beschleunigen und an den Schnittstellen Innovationen hervorbringen, die erst durch die disziplin- und branchenübergreifende Forschung und Entwicklung sichtbar werden.

Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) soll mit dem FZI House of Living Labs die Möglichkeit geboten werden, ihre Ideen und Produkte mit der Wissenschaft zu diskutieren, Lösungen unterstützt durch neuestes universitäres Fachwissen und aktuellste Technologien zu entwickeln und schon vor der Markteinführung im späteren Einsatzumfeld zu erproben. Das FZI schafft für seine  Partner so die Möglichkeit, Forschungs- und Entwicklungsvorsprung zu gewinnen.

Das FZI House of Living Labs wird gefördert durch die Europäische Union – Europäischer Fond für regionale Entwicklung, und durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg. Mehr Informationen unter www.rwb-efre.baden-wuerttemberg.de sowie beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und unter http://ec.europa.eu/regional_policy/index_de.htm. Die Eröffnung findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012 statt.

Informatik-Forschung, die begeistert

Eingebettet in ein Festprogramm mit zahlreichen Fachvorträgen von FZI-Forschungspartnern aus Wirtschaft und Politik wird zur Eröffnung des FZI House of Living Labs (HoLL) Informatik-Anwendungsforschung gezeigt, die begeistert: Im Hof vor dem HoLL parkt ein silberner Audi Q5 ohne Fahrer selbstständig ein. HoLLiE, die intelligente autonome Roboterdame, begrüßt die Gäste persönlich und bietet Hol- und Bringdienste an. Ihre Nachfolger werden in nicht mehr allzu ferner Zukunft Menschen im Haushalt bei der Ausführung vieler alltäglicher Arbeiten helfen. Auf dem Flur des HoLL begegnet man einem Segway. Das Gefährt ist ohne Fahrer unterwegs. Es holt ihn gerade ab. In der gemütlichen Seniorenwohnung nebenan steckt in Möbeln, Fernseher, Fußboden und Türrahmen Sensorik und Kommunikationstechnik, die Menschen bei der Lebensführung im Alltag unterstützt. Eine Tür weiter ist ein Pflegedienstzimmer eingerichtet. Dort werden mobile und stationäre Informationslösungen für das Sozial- und Gesundheitswesen erprobt. An der Photovoltaikanlage des HoLL lädt ein Elektrofahrzeug gerade seine Batterien auf, weil im Moment kaum andere Verbraucher Strom aus der Energiequelle beziehen. Ein intelligentes Energiemanagementsystem steuert den Vorgang und zeigt ihn auf einem interaktiven Bildschirm an. HoLLiEs Roboterkollege für die Industrie zeigt, wie er mit neuen Techniken Unternehmen beim Verpacken von Produkten helfen kann. Am Beispiel von Mehrtanksystemen und einer Abfüllanlage wird gezeigt, wie in hochvernetzten Anlagen der Prozessautomatisierung ein komplexes Netzwerk von Sensoren, Aktoren und Steuerungen in einer intelligenten und sicheren Produktionssteuerung zusammenarbeitet. Ein paar Schritte weiter kann man Mobile-IT-Lösungen und eine Augmented-Reality-Anwendung entdecken. An allen Stationen erklären FZI-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter die hier entstehenden, Informatik-gestützten Produkte und Dienstleistungen der Zukunft, die nicht mehr allzu fern ist.

Weitere Informationen

FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Ansprechpartnerin: Johanna Barsch, FZI Corporate Communications and Media
Telefon:+49 721 9654-904
E-Mail: barsch@dont-want-spam.fzi.de , Internet: www.fzi.de

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in direktem Auftrag entwickelt das FZI für seine Partner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich zur Zeit am FZI 19 Professoren des KIT, darunter eine Professorin und ein Professor, der in Tübingen lehrt. Sie erforschen in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.
Im FZI House of Living Labs ermöglicht das FZI Wissenschaftlern und Partnern aus der Wirtschaft und Gesellschaft, sich über Anwendungsbereiche hinweg auszutauschen und integrative Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnologie interdisziplinär zu entwickeln. smartAutomation, smartEnergy, smartHome und smartMobility sind die aktuellen Themen.