24.10.2017

Digitale Souveränität – Konferenz im Rahmen der Ausstellung Open Codes

Ist die digitale Infrastruktur vertrauenswürdig? Wer kann im Netz mitlesen und (wie) kann man das verhindern? Im Rahmen der Ausstellung Open Codes diskutieren hochrangige VertreterInnen von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über die Sensibilität digitaler Spuren in der heutigen Gesellschaft. Die Konferenz ist eine Kooperationsveranstaltung des ZKM gemeinsam mit dem FZI Forschungszentrum Informatik, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Pressemitteilung Open Codes (Foto: ZKM)

In George Orwell's 1984 war es noch Dystopie, dass jeder Raum einmal kameraüberwacht sei – schon heute können wir nicht mehr nachvollziehen, wohin private Geheimnisse übertragen werden. Früher fertigten Industriespione mit getarnten Kleinstkameras Blaupausen an, um an Informationen zu gelangen – heute wissen wir nicht, wer Zugriff auf die Inhalte von vernetzten Unternehmensrechnern hat. In früheren Zeiten wurden Länder durch Truppen erobert – heute genügt die fremde Kontrolle über unsere digitalisierte Infrastruktur, um einen Einblick in unsere Lebenswelten zu gewinnen und ganze Lebensbereiche lahm zu legen. Basierend auf diesen Beobachtungen stellt sich die Frage nach der Kontrolle der Herstellung und Bereitstellung unserer digitalen Infrastruktur: (Wie) können wir ausschließen, dass jemand mitliest? Ist die digitale Infrastruktur vertrauenswürdig?

Die meisten Menschen würden diese Fragen vermutlich verneinen. Aber muss es so sein? Können wir uns auch eine andere, vertrauenswürdige digitale Infrastruktur vorstellen? Was bedeutet das für Hersteller, Betreiber und Endnutzer? Wo sollte die Politik regulierend eingreifen, wo nicht? Und welche gesellschaftlichen Gefahren birgt es, wenn wir nichts tun?

Programm

10:30 Uhr Empfang

11:00 Uhr Thesen: Prof. Dr. Jörn Müller-Quade (KIT), Prof. Dr. Ralf Reussner (FZI), Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Beyerer (Fraunhofer IOSB)

11:30 Uhr Vorträge

  • Prof.Dr. Wolf-Dieter Lukas, Abteilungsleiter in Abteilung 5: Schlüsseltechnologien – Forschung für Innovationen, KIT-Aufsichtsrat, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    »Digitale Souveränität sichern – Von Daten zu Wissen«
  • Dr. Gerhard Schabhüser, Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): »Herausforderungen an Herstellung und Erhalt von Cyber-Sicherheit und Digitaler Souveränität«
  • Dr. Andreas Goerdeler, Unterabteilungsleiter Digitale Agenda im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi):
    »Digitale Souveränität als Teil einer neuen Digitalstrategie«

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Keynote Lecture

  • Prof. Dr. Peter A. Henning, Leiter des Institute for Computers in Education, Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe:
    »Frei oder sicher? Freund und Feind in der Digitalen Welt«

15:00 Uhr Podiumsdiskussion

  • Prof. Dr. Michael Decker, Leiter der Bereichs II am KIT "Information, Wirtschaftswissenschaften und Gesellschaft" und Professor für Technikfolgenabschätzung am Institut für Philosophie des KIT
  • Prof. Dr. Peter A. Henning, Leiter des Institute for Computers in Education, Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe
  • Dr. Gerhard Schabhüser, Vizepräsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

17:00 Uhr Pause/Führungen durch »Open Codes«: Treffpunkt ZKM_Infotheke um 17:00, 17:30 Uhr und 18:00 Uhr, jeweils maximal 20 TeilnehmerInnen

19:00 Uhr Evening Lecture

  • Dirk Fox, Vorstand des Cyberforum e.V., Geschäftsführer und Gründer der Secorvo Security Consulting GmbH und Initiator der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative (KAIT- Si):
    »In zehn Schritten zur Digitalen Souveränität – oder: Warum wir ein Karlsruher Manifest brauchen«

Donnerstag, 02.11.2017, ab 10.30 Uhr, ZKM_Medientheater