08.07.2014

FZI entwickelt Roboter-Simulationsframework für Human Brain Project

Im europäischen Großforschungsprojekt "Human Brain Project" befassen sich Forscher in den nächsten zehn Jahren intensiv damit, mit Hilfe von IT das menschliche Gehirn zu verstehen. Das FZI entwickelt im Rahmen des EU Flagship für die Neurowissenschaftler eine Simulation für virtuelle Experimente, damit u. a. weniger Tierversuche notwendig sind.

Erstes Ergebnis im Human Brain Project am FZI: Neurowissenschaftler können die simulierte Maus für virtuelle Experimente nutzen.

Das FZI hat zusammen mit der Universität Stuttgart sowie der Universität Pisa im Herbst 2013 an den „Competitive Calls“ teilgenommen und wurde im Sommer 2014 ausgewählt, Teil des Human-Brain-Sub-Projekts „Neurorobotics“ (SP 10) zu werden. Ziel in diesem Sub-Projekt ist die Entwicklung einer möglichst realistischen Physik-/Robotersimulation mit Anbindung an verschiedene Gehirnsimulationen, die von den zahlreichen Neurowissenschaftlern für virtuelle Experimente mit Robotern oder auch simulierten Tieren genutzt werden kann.

In enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und der EPFL Lausanne konzentrieren sich die Arbeiten im SP 10 auf die Schnittstellen zum NEST-Brain Simulator, das Robot-Design-Studio sowie die korrekte physikalische Simulation insbesondere der Dynamik komplexer kinematischer Ketten und Softbodies. Als Software-Framework wird in diesem Teil des Human Brain Projekts das bereits intensiv am FZI eingesetzte Open-Source-Framework Robot Operating System (ROS) eingesetzt.

An dem bereichsübergreifenden Projekt sind am FZI zwei von vier Forschungsbereichen beteiligt.

Im "Human Brain Project" (HBP) arbeiten rund 250 Forscher aus 23 Ländern gemeinsam an der Vision, das menschliche Gehirn zu simulieren. Dazu wollen die Wissenschaftler Ansätze aus der Hirnforschung und der Informationstechnologie miteinander vernetzen. Das virtuelle Gehirn soll es Medizinern künftig erleichtern, die Struktur und Arbeitsweise des gesunden, aber auch des erkrankten Gehirns zu verstehen sowie neue Medikamente zu entwickeln und zu testen. Auch die Robotik und das sogenannte "Neuromorphic Computing" sollen von der Simulation des Gehirns profitieren.