15.09.2015

Intelligenter Becher soll Trinkmenge kontrollieren helfen

Prototyp wird in Altenpflegeeinrichtung in Stuttgart-Zuffenhausen getestet

Der Prototyp des "Trink Trackers" wird in der Else-Heydlauf-Stiftung in Stuttgart-Zuffenhausen erprobt und evaluiert.
Der Prototyp wird in der Else-Heydlauf-Stiftung in Stuttgart-Zuffenhausen erprobt und evaluiert.

Stuttgart, 14. September 2015 – Ausreichendes Trinken ist für ältere Menschen lebensnotwendig – nicht nur in den heißen Sommermonaten. Im Pflegealltag wird die tägliche Flüssigkeitsmenge bisher in Trinkprotokollen erfasst. Für die Mitarbeitenden in Pflege und Betreuung ist dies aufwändig und kann aufgrund der Komplexität zu Mängeln in der Dokumentation führen. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „TrinkTracker“, das 2013 gestartet ist, soll hier Entlastung bringen und dazu beitragen, dass Senioren genügend trinken. Inzwischen wurde der Prototyp eines intelligenten Trinkbechers entwickelt, der seit September in einer Pflegeeinrichtung des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg eingesetzt und evaluiert wird.

Der Prototyp* des „TrinkTrackers“ besteht aus einer Trinkhalterung, in die verschiedene Trinkgefäße eingesetzt werden können. Die Trinkeinsätze entsprechen den logopädischen Anforderungen an altersbedingte Schluckstörungen und sind aus Porzellan oder Kunststoff gefertigt, sodass der Bewohner sein bevorzugtes Gefäß wählen kann. Der ergonomisch geformte Henkel ermöglicht einen guten Griff. Die „TrinkTracker“-Halterung erfasst, wie viel ein Mensch getrunken hat und überträgt diese Information in eine Pflegedokumentationssoftware auf dem Computer im Dienstzimmer. Gleichzeitig werden die Trinkmengen auf einer eigens für das Projekt entwickelten App auf dem Smartphone oder einem Tablet angezeigt. So können Pflege- und Betreuungskräfte – oder gegebenenfalls Angehörige – diese Informationen auch mobil zur Verfügung haben und jederzeit abrufen. Die Überprüfung, ob die Trinkmenge ausreichend ist, geschieht individuell. Dazu wird die aktuelle Trinkmenge mit zuvor hinterlegten Angaben, beispielsweise zu Größe oder Gewicht, abgeglichen. Angabenüber die benötigte Flüssigkeitsmenge können aber auch an bestimmte Umgebungsfaktoren wie zum Beispiel heißes Wetter oder die individuelle Medikation, angepasst werden. Werden festgelegte Schwellenwerte unter- oder überschritten, wird von der App eine Warnmeldung ausgegeben, die darüber informiert, dass der ältere Mensch zu wenig getrunken hat.

In den kommenden drei Monaten wird dieser Prototyp nun in der Else-Heydlauf-Stiftung in Stuttgart-Zuffenhausen erprobt und evaluiert. An dem Praxistest nehmen sowohl Bewohner aus dem klassischen Pflegeheimbereich als auch aus dem Pflegeheim für Jüngere sowie einer ambulanten Wohngemeinschaft teil. Dabei soll auch geprüft werden, wie der „TrinkTracker“ bei Menschen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern – zum Beispiel bei neurologischeroder demenzieller Erkrankung – eingesetzt werden kann.

Ziel der Studie sowie der anschließenden Evaluation ist es, das Trinkgefäß in der professionellen Pflege auf Praxistauglichkeit und Akzeptanz zu testen sowie Auswirkungen auf das Trinkverhalten der Bewohner zu untersuchen. Des Weiteren sollen die Pflege- undBetreuungskräfte bei der Dokumentation der Trinkmengen entlastet werden. Ein erster Schritt im Projekt war die Entwicklung einer App, die eine manuelle digitale Dokumentation direkt auf dem Smartphone statt händisch auf Papier ermöglicht. Diese wurde bereits in Vorstudien erfolgreich getestet: Das Trinkverhalten der Bewohner konnte zuverlässig und mit geringem Zeitaufwand aufgezeichnet werden. So soll das „TrinkTracker“-System künftig dazubeitragen, den negativen Folgen des unzureichenden Trinkens für die Gesundheit von Senioren – wie beispielsweise hitzebedingte Kreislaufschwäche, Hitzschlag oder Dehydrierung – entgegenzuwirken.

* Beim Begriff „Prototyp“ handelt es sich im Rahmen des Förderprojekts um ein Funktionsmuster.

Das Projekt

Das Verbundprojekt „TrinkTracker“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderbekanntmachung „KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologie“ gefördert. Beteiligt sind insgesamt fünf Partner aus Wissenschaft, Industrie und Praxis.

Die Projektpartner

Projektträger für das BMBF: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Projektlaufzeit: 0 Monate (1. Juli 201 bis 1. Dezember 2015)
Homepage: www.trinktracker.de

Ansprechpartnerin für weitere Informationen

Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg
Katja Kubietziel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0711) 61926–104
Fax: (0711) 61926-199
E-Mail: katja.kubietziel@dont-want-spam.wohlfahrtswerk.de
Internet: www.wohlfahrtswerk.de