18.04.2018

Komplexe Roboterpfade dank FZI-Entwicklung intuitiv erstellen

FZI stellt auf Hannover Messe aktuelle Forschung aus Robotik und Big Data Analytics sowie zum autonomem Fahren vor / Kompetenzzentrum IT-Sicherheit präsentiert Portfolio

Karlsruhe, 18.04.2018 – Vom 23. bis 27. April präsentiert sich das FZI Forschungszentrum Informatik erstmals mit einem eigenen Stand bei der Hannover Messe. In Halle 2 Stand B01 können Besucher aktuelle Forschungsprojekte aus den Bereichen Robotik und Big Data Analytics erleben. Ein Exponat zum autonomen Fahren demonstriert auf interaktive Art das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg, das im Mai 2018 seinen Betrieb aufnehmen wird. Die Experten vom Kompetenzzentrum IT-Sicherheit zeigen, dass beim Thema Mobilität die IT-Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden darf: In einer Simulation wird eine Angriffserkennung in der Vehicle-to-X-Kommunikation zu sehen sein.

CAD-2-PATH: Intuitiv komplexe Roboterpfade erstellen

Robotik-Experten des FZI zeigen in Hannover die webbasierte CAD-2-PATH-Anwendung. Dieses Tool ermöglicht es, dass ein von einem Menschen in 2D gezeichneter Pfad auf eine komplexe Bauteiloberfläche, wie zum Beispiel eine Autotür, übertragen wird. Der erstellte Pfad ist roboterunabhängig und kann auch direkt auf dem Tablet leicht angepasst werden. Die ROS-Industrial-Schnittstellen erlauben es dem FZI, die erstellten Pfade direkt mit einem Leichtbauroboter abzufahren. Auch unebene, stark gekrümmte Oberflächen können dank adaptiver, kraftbasierter Regelung bearbeitet werden. Die Innovation der Karlsruher Wissenschaftler beschleunigt die Programmierung insbesondere für oberflächenbasierte Pfade wie beispielsweise für das Schweißen, Entgraten oder für Klebeapplikationen. Durch die Umsetzung in einer intuitiven Webapplikation sind keine CAD-Kenntnisse notwendig und die Pfade können direkt in der Produktion neu erstellt oder angepasst werden. Mit dem CAD-2-PATH-Tool erreichten die Forscher im vergangenen Jahr den zweiten Platz der Freestyle-Challenge des internationalen EuRoC-Wettbewerbs.

StreamPipes: Self-Service-Analytics für Produktion und Logistik

Mit StreamPipes stellt das FZI eine integrierte Self-Service-Lösung vor, die komplexe Datenanalysen für Endanwender zugänglich macht – von regelbasiertem Monitoring über Bilderkennung mit künstlicher Intelligenz bis hin zu komplexer Mustererkennung in Echtzeit.

StreamPipes unterstützt zum Beispiel bei der Überwachung der Supply Chain: Mit der integrierten Monitoring-Lösung können Nutzer eine unsachgemäße Behandlung ihrer Lieferungen bereits auf dem Transportweg entdecken. Zusätzlich verbessern sie mit StreamPipes die Datenqualität, wodurch das Fundament für die Anwendung von Methoden der künstlichen Intelligenz gebildet wird. Schließlich unterstützt StreamPipes seine Nutzer bei der Erkennung komplexer Situationen wie der Fehlmengendetektion in ihrer Inbound-Logistik mittels Bilderkennung.

Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg: Das Testfeld virtuell erleben

Am 3. Mai 18 wird das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg offiziell eröffnet. Die Besucher der Hannover Messe haben vorab die Gelegenheit, sich über die verschiedenen Anwendungsszenarien zu informieren.

Auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg können künftig Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben. Nicht nur das automatisierte Fahren von Autos kann auf dem Testfeld erprobt werden, auch Busse, Straßenreinigungsfahrzeuge oder Zustelldienste werden die Möglichkeit haben, zukunftsorientierte Mobilität für Nutzfahrzeuge auf dem Testfeld weiterzuentwickeln. Dafür wurden in der Aufbauphase unter anderem Verkehrsflächen unterschiedlichster Art vorbereitet und Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert.

Kompetenzzentrum IT-Sicherheit: Simulation von Angriffserkennung in der Vehicle-to-X-Kommunikation

Beim autonomen Fahren müssen Fahrzeuge sowohl miteinander als auch mit anderer Technik kommunizieren. Das Kompetenzzentrum IT-Sicherheit am FZI arbeitet an einer Simulationslösung, die Angriffe auf Vehicle-to-X-Systeme in einer realitätsnahen Nachbildung der Kommunikation und des Fahrverhaltens berechnet und verschiedene Angriffe auf das Vehicle-to-X-Netzwerk durchführt. In dieser Umgebung lässt sich die Erkennungsleistung verschiedener Verfahren testen und objektiv vergleichen. Der simulative Ansatz ermöglicht eine kostengünstige und schnelle Evaluierung verschiedener Verfahren zur Angriffserkennung, ohne mehrere voll ausgestattete Versuchsfahrzeuge einsetzen zu müssen. Zudem können vielfältige und detaillierte Szenarien modelliert werden, die so im echten Verkehr kaum reproduzierbar wären.

In Verbindung mit aufgezeichneten Verkehrsdaten aus dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg kann die Simulation in Zukunft besonders realitätsgetreu durchgeführt werden.

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Hauptsitz ist Karlsruhe.

Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Weitere Informationen

Julia Feilen, Corporate Communications and Media
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Telefon: +49 721 9654-943
E-Mail: feilen@dont-want-spam.fzi.de
Internet: www.fzi.de

Downloads