09.02.2018

Projektstart am FZI: Revolution in der Blutdruck-Messung

Die derzeitige Blutdruck-Messtechnik revolutionieren; nicht weniger haben sich die Partner des Projekts „MikroBo“ vorgenommen. 2018 startet das Projekt, dessen Ziel es ist, der bestehenden Messmethode eine Alternative entgegenzustellen, die komfortabler, vor allem aber auch zuverlässiger ist.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache und verursachen hohe Kosten für die Gesundheitssysteme. Bluthochdruck ist dabei der größte Risikofaktor. Bereits jeder Vierte weltweit leidet unter zu hohem Blutdruck. Zur Bestimmung des Blutdrucks wird bereits seit mehr als 100 Jahren einer einzigen Messmethode vertraut: der Methode nach Riva Rocci. Ein Nachteil der Riva-Rocci-Methode ist jedoch, dass die Werte nur mit zeitlichem Abstand erfasst und somit nicht durchgängig gemessen werden können. Weiterhin verursachen Blutdruckmanschetten bei dauerhafter Verwendung Hämatome, die zur einer Verfälschung der Messergebnisse führen.

An dieser Stelle setzt das Projekt „MikroBo“ an. Die Projektpartner arbeiten an der Entwicklung eines elektronischen Mikrosystems, das eine permanente, nicht-invasive Blutdruckmessung im Ohr ermöglichen soll. Die Messung erfolgt durch eine aktive Erhöhung des Drucks in einer abgedichteten Luftkammer im äußeren Gehörgang. Zur Steuerung und Auswertung dient eine hinter dem Ohr getragene Hörgeräte-Plattform. Ein solches System soll eine belastungsfreie Langzeitmessung des Blutdrucks erlauben und dadurch einen deutlichen Fortschritt für die Diagnose und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen.

Die dem Projekt zu Grunde liegenden Vorarbeiten hat FZI-Wissenschaftlerin Jennifer Zeilfelder im Rahmen ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Entwicklung eines Konzepts zur kontinuierlichen, nichtinvasiven Blutdruckmessung im Ohr“ und in nachfolgender Eigenforschung entwickelt.

Das Projekt „MikroBo“ wird zusammen mit den Projektpartnern audifon GmbH & Co. KG, Bartels Mikrotechnik GmbH, Bosch Sensortec GmbH, Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., dem Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen und der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt. Gefördert im Rahmen der Maßnahme „Neue Elektroniksysteme für intelligente Medizintechnik (Smart Health)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung läuft „MikroBo“ noch bis zum 31. Dezember 2020. Bei der Projektarbeit stehen dem Konsortium die assoziierten Partner corvolution GmbH, die Deutsche Hochdruckliga e.V. sowie der Hörgerätehersteller KIND GmbH & Co. KG zur Seite.