FZI-Blog - Da hab ich Blog drauf!

Brainstorming, Entwickeln und Basteln beim Audi Kreathon der Logistiken 2018

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

Und was hast du im Sommer gemacht? „Prototypen bei Audi gebaut“, das können insgesamt 50 Studierende sowie Schülerinnen und Schüler auf diese Frage antworten. Vom 08. bis 11. Juni 2018 fand in der Audi R8 Manufaktur Neckarsulm der zweite "Kreathon der Logistiken" statt. Hierbei wurden Schülerinnen und Schüler sowie Studierende verschiedener Universitäten und Fachrichtungen eingeladen, in Teamarbeit Prototypen zum Thema "Digitalisierung des Materialflusses" zu entwickeln. Mittendrin: die FZIler Laura Dörr, Anne Meyer sowie Dominik Riemer und Felix Brandt.

Ziel der dreitägigen Veranstaltung war es, einen funktionsfähigen und erlebbaren Prototyp zu entwickeln. Die dazu benötigten Hardware-Komponenten wurden von Conrad Electronic bereitgestellt. Gemeinsam mit Beschäftigten des Instituts für Fördertechnik und Logistik (IFL) am KIT unterstützten Laura Dörr, Anne Meyer, Dominik Riemer und Felix Brandt den Veranstalter Audi Sport bei der Planung des Events. „Wir haben im Vorfeld gemeinsam die Agenda ausgearbeitet sowie Themenvorschläge evaluiert und vorausgewählt. Außerdem haben wir kleine Softwarebausteine vorbereitet, die die Teilnehmenden für ihre Prototypen nutzen durften“, erklärt Laura Dörr. Auch während des Events standen sie sowie ihre Kolleginnen und Kollegen von FZI und KIT den Teilnehmenden des Kreathons als Ansprechpartner für methodische und technische Fragen zur Seite. Außerdem entwickelten die FZIler während des Events gemeinsam mit zwei Schülern einen eigenen Prototyp für ein innovatives System zur Parkplatzüberwachung und Fahrzeuglokalisierung. Einer der beiden Schüler war nach dem Kreathon so motiviert, dass er sich entschloss den Prototyp im Rahmen eines sechswöchigen Praktikums am FZI weiterzuentwickeln. „Es war schön zu sehen, wie viel Spaß alle hatten. Ich war wirklich beeindruckt, was die jungen Leute innerhalb der drei Tagen geleistet haben“, erinnert sich Laura Dörr. Das absolute Highlight der Veranstaltung: die Abschlusspräsentation. Die Teilnehmergruppen durften ihre Entwicklungen auf einer Mini-Messe der Werksleitung sowie einem interessierten Audi-Team vorstellen und demonstrieren. Große Begeisterung weckte dabei insbesondere eine App zur Transport-Auftragsverteilung, welche durch Gamification-Ansätze Spaß bei der Arbeit und Mitarbeitermotivation fördert.

Das Fazit des FZI-Teams? „Es hat uns großen Spaß gemacht, die Teilnehmenden konzeptionell und technisch zu unterstützen“, erklärt Laura Dörr. Beim nächsten Audi Kreathon der Logistiken steht das FZI-Team Audi Sport gerne wieder tatkräftig zur Seite.


Karriere (mit Kind) am FZI: Verwaltungsleiterin Dr.-Ing. Nicole Groß

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

28.09.2018 - Der Alltag einer berufstätigen Mutter in einer Führungsposition ist aufregend und eine Herausforderung. In diesem Interview gibt Dr.-Ing. Nicole Groß, Verwaltungsleiterin des FZI, Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

FZI-Blog: Du hast Elektro- und Informationstechnik studiert und am FZI in der Abteilung Embedded Systems and Sensors Engineering (ESS) für deine Promotion geforscht. Wie kam es dazu, dass du Verwaltungsleiterin des FZI wurdest?

Als ich im Bereich ESS gearbeitet habe, hatte ich neben meiner wissenschaftlichen Tätigkeit die Aufgabe ein Qualitätsmanagementsystem für Medizinprodukte sowie nach ISO 9001 aufzubauen. Später wirkte ich dann auch mit, als es darum ging, ein hausweites Qualitätsmanagementsystem für alle Bereiche des FZI zu entwickeln. Dabei erhielt ich tiefe Einblicke in die FZI-Prozesse, was meine Eintrittskarte in die zentralen Bereiche war. Nach meiner Promotion erhielt ich das Angebot, das Qualitätsmanagement des FZI eigenverantwortlich zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Mit der Zeit wuchs mein Verantwortungsbereich. Heute trage ich als Verwaltungsleiterin die Verantwortung für eine Vielzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Fachbereichen im zentralen Bereich.

FZI-Blog: Was gefällt dir an deinem Job am meisten?

Ich finde es schön, Personalverantwortung zu haben und mit und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten zu dürfen. Außerdem schätze ich es, dass man am FZI die Möglichkeit hat, sich einzubringen und Eigeninitiative zu zeigen, um den eigenen Arbeitsplatz zu gestalten und das FZI weiterzubringen. Das gibt es in der Form sicher nicht bei jedem Arbeitgeber.

FZI-Blog: Du hast ein Kind. Wie alt ist dein Sohn und wie hat sich dein Job verändert, als du Mutter wurdest?

Mein Sohn ist zwei Jahre alt. Mit seiner Geburt hat sich für mich alles verändert. Ich musste die komplette Organisation des Privatlebens sowie des Jobs neu gestalten – das macht Spaß, ist aber auch eine riesige Herausforderung. Und da ich momentan nur Teilzeit arbeite, muss ich insbesondere meine Arbeit viel mehr durchorganisieren, als es früher der Fall war. In den letzten Jahren sind zudem die Fachbereiche, für die ich verantwortlich bin, enorm gewachsen, was ebenfalls eine größere Herausforderung bedeutet. Als Mutter in Teilzeit durfte ich die Verantwortung in meiner Rolle als Verwaltungsleiterin behalten und muss nun dafür Sorge tragen, dieser auch mit einem reduzierten Stundensatz gerecht zu werden.

FZI-Blog: Wie managst du deinen Alltag als Mutter und Verwaltungsleiterin des FZI?

Mein Tag ist extrem durchgetaktet. Der komplette Arbeits- und Organisationsablauf muss auf eng gesteckte Öffnungs-, Anwesenheits- und Verfügbarkeitszeiten abgestimmt werden. Flexibilitäten des FZI, der Kolleginnen und Kollegen und des familiären Umfeldes sind hier unendlich wertvoll, um den sicher nicht immer leichten Spagat zwischen Verwaltungsleiterin und Mami mit Kleinkind zu schaffen.

FZI-Blog: Viele Kolleginnen und Kollegen am FZI sind auch Eltern. Ist das FZI ein familienfreundlicher Arbeitgeber?

Ja, ich finde schon. Eine große Familienfreundlichkeit, die das FZI bietet, ist das Thema Flexibilität. Wir haben Vertrauensarbeitszeit – das heißt, es gibt keine Vorschrift, wann wir anfangen zu arbeiten und wir können zwischendurch auch mal wichtige, private Termine wahrnehmen. Außerdem gibt es den Arbeitskreis Mitarbeiterbindung, in dem unter anderem daran gearbeitet wird, gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des FZI die Familienfreundlichkeit des FZI zu steigern.

FZI-Blog: Gibt es jemanden, der dich in deiner Karriere stark gefördert hat? Falls ja, wie hat er dir geholfen?

Unser Direktor Prof. Dr. Wilhelm Stork ist maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass ich ans FZI gekommen bin und hier für meine Promotion forschen durfte, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Und unserem FZI-Vorstand, Jan Wiesenberger, verdanke ich, dass ich in die zentralen Bereiche wechseln konnte, sowie dass ich heute da bin, wo ich bin und die Möglichkeit habe, in meiner Stelle auch als Mutter weiterhin arbeiten zu können.


Nicole Groß hat Elektrotechnik und Informationstechnik an der Universität Karlsruhe (TH) studiert und am FZI als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich Embedded Systems and Sensors Engineering (ESS) gearbeitet. Mit Abschluss ihrer Promotion übernahm sie 2012 die Verantwortung für das Qualitäts- und Wissensmanagement am FZI. Seit 2014 ist sie Verwaltungsleiterin des FZI und verantwortlich für das Personalwesen, die Buchhaltung, Projekt- und Auftragsverwaltung, Einkauf und das Justiziariat.


Das Zeitalter der E-Health: Medizin trifft auf Informatik

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

25.09.2018 - Elektronische Gesundheitsakten, Telemedizindienste, Gesundheitsportale und Online-Apotheken – auch im Gesundheitswesen schreitet die Digitalisierung voran. In den letzten Jahren sind die Disziplinen Medizin, IT und Gesundheitsmanagement zur sogenannten „E-Health“ verschmolzen. Doch wie kam es eigentlich zu dieser Entwicklung?

Noch bis vor einigen Jahren hat sich die Medizin hauptsächlich analoger Technologien bedient. Medizinische Daten wurden bei Patientenuntersuchungen erfasst und ausgedruckt, damit der zuständige Arzt anhand des Ausdrucks die Diagnose stellen konnte. Inzwischen zeichnet sich ein Trend ab: „Mittlerweile finden sich erste Anzeichen einer Digitalisierung in der Gesundheitsbranche“, erklärt Christoph Zimmermann, Abteilungsleiter am FZI Forschungszentrum Informatik im Forschungsbereich Embedded Systems and Sensors Engineering (ESS). Er beschäftigt sich bei seiner Arbeit mit innovativen Informatiklösungen für das Gesundheitswesen. Im Anwendungsfeld Smart Home und Ambient Assisted Living (AAL) entwickeln er und seine Kolleginnen und Kollegen Technologien, die die Sicherheit und den Komfort eingeschränkter oder alter Menschen im Alltag erhöhen. Christoph Zimmermanns Meinung ist, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Informatik und Medizin viele Vorteile mit sich bringt: „Prozesse wurden digitalisiert, was zu einer enormen Zeitersparnis in fast allen Bereichen der Branche führte. Beispielsweise werden medizinische Protokolle immer häufiger automatisiert und nicht händisch erstellt. So bleibt mehr Zeit für den Patienten“, erklärt Zimmermann. Ein weiterer Vorteil: Durch die Nutzung vernetzter Informationen und Datenanalysen lässt sich die Wertschöpfung von Medizinprodukten steigern.

Doch nicht nur Ärzte und Pflegekräfte greifen immer häufiger auf digitale Lösungen zurück. Auch im privaten Bereich sind Hard- und Software-Lösungen zur Beantwortung gesundheitlicher und sportlicher Fragestellungen angekommen. „Quantified Self“ nennt sich der Trend, der vor einigen Jahren den Verbrauchermarkt erreichte. Immer mehr Privatpersonen fingen an ihre Gesundheit und körperliche Fitness zu messen – beispielsweise mit Apple Watches, die die Herzfrequenz messen oder Fitness-Tracker, die den Sporterfolg ermitteln. Schnell kam jedoch die Erkenntnis, dass Applikationsebenen notwendig sind, die die Daten sammeln, aufbereiten und auswerten und damit Privatpersonen – aber auch die Forschung – aus den „Quantified-Self“-Lösungen Mehrwerte ziehen können. „Gemeinsam mit Partnern aus der Medizin entwickelt das FZI solche Applikationsebenen“, erläutert Zimmermann.

Weitere ausgewählte Entwicklungen aus dem Gesundheitswesen stellt das FZI am 11. und 12. Oktober in der Messe Karlsruhe, Aktionshalle, Stand C10, beim AAL-Kongress in 13 Projekten vor. Dabei spielt der Austausch mit Besuchern sowie anderen Teilnehmern für das FZI eine große Rolle. „Wir sind immer offen für Kooperationen und freuen uns, wenn Hersteller Ideen einbringen oder Projektergebnisse verwerten möchten. Außerdem interessieren wir uns für das Feedback von Nutzern beziehungsweise Patienten“, erklärt Zimmermann.


Karriere am FZI: Dr. phil. Thomas Meyer über seine ersten Monate als Leiter des Bereichs ESS

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

03.08.2018 - Aller Anfang ist schwer. Oder doch nicht? Thomas Meyer arbeitet seit zwei Monaten am FZI als Bereichsleiter des Forschungsbereichs Embedded Systems and Sensors Engineering (ESS). Im Interview erzählt er, was er zuvor gemacht und wie er die ersten beiden Monate am FZI erlebt hat.

FZI-Blog: Wo hast du zuvor gearbeitet?

Die letzten zehn Jahre habe ich am KIT gearbeitet und eine Forschungsgruppe am Institut für Fahrzeugsystemtechnik geleitet, was für Historiker eigentlich gar nicht üblich ist. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen aus dem Bereich Maschinenbau. Außerdem war ich die letzten acht Jahre Geschäftsführer des KIT-Zentrums Mobilitätssysteme, welches die vielen Forschungsaktivitäten am KIT auf dem Gebiet der Mobilität bündelt.

FZI-Blog: Hat dich diese Tätigkeit gut auf die Aufgaben hier vorbereitet?

Ja, ich denke schon. Ähnlich wie am FZI hatte ich auch dort die Aufgabe, viele Akteure in die gleiche Richtung zu bewegen. Dafür ist viel Abstimmung und Kommunikation notwendig, was mir ziemlich Spaß macht. Außerdem kannte ich durch das KIT bereits das Forschungs- und Hochschulumfeld sowie die meisten Direktoren des FZI.

FZI-Blog: Wie hast du die ersten zwei Monate am FZI erlebt?

Ich war angenehm überrascht, wie freundlich ich als Neuling aufgenommen wurde, da die meisten Bereichsleiter im Gegensatz zu mir am FZI bereits verschiedene Positionen durchlaufen haben. Ich kam von extern dazu. Am Anfang musste ich natürlich die Strukturen und Abläufe des FZI kennenlernen, was mir auch Spaß gemacht hat. Die zwei Monate gingen überraschend schnell vorüber.

FZI-Blog: Was war für dich zu Beginn die größte Herausforderung?

Es war gar nicht so leicht, sich alle Namen zu merken. Ich habe ungefähr 30 Mitarbeiter – also in etwas so viel wie eine Schulklasse. Im Gegensatz zu einem Lehrer sehe ich allerdings nicht jeden Mitarbeiter täglich, was es erschwert hat, sich alle Namen zu merken. Außerdem war es herausfordernd, innerhalb kurzer Zeit ein umfassendes Wissen über die Abläufe und Strukturen des FZI aufzubauen.

FZI-Blog: Warum würdest du jungen Wissenschaftlern empfehlen am FZI zu arbeiten?

Das FZI ist eine Einrichtung mit einer sehr positiven Stimmung und einem angenehmen Arbeitsklima. Außerdem sind am FZI die Rahmenbedingungen zum Forschen sehr gut: Man lernt einander schnell kennen und erhält eine gute Betreuung durch die Professoren. Zudem haben junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am FZI die Möglichkeit an spannenden und bedeutenden Fragestellungen mitzuwirken, beispielsweise zu Themen aus den Bereichen Mobilität, Gesundheitswesen, Datensicherheit oder Automation.

FZI-Blog: Was muss man tun, um Bereichsleiter am FZI zu werden?

Für diesen Job kann man sich meiner Meinung nach nicht linear qualifizieren. Es ist die Kombination aus Erfahrung, ein gewisses Netzwerk und die Bereitschaft, sich neuen Fragen zu widmen, ist ebenfalls wichtig.

Zum Video mit Thomas Meyer gelangen Sie hier.


Thomas Meyer hat Geschichte mit dem Schwerpunkt Technikgeschichte, Philosophie und Mediävistik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg studiert. Dabei hat er sich unter anderem mit Themen aus den Bereichen Mobilität, Automobilgeschichte, Urbanisierung und Innovationsforschung beschäftigt. Seit Mai 2018 leitet er den Forschungsbereich Embedded Systems and Sensors Engineering (ESS).


Furby allein zu Haus – gefährliche Funktionen eines Spielzeugs

01.08.2018 - Kinder lieben ihn, er wackelt mit den Ohren, plappert, singt, tanzt und verlangt nach Aufmerksamkeit – der Furby. In den 90ern stand der ursprünglich aus Japan stammende, elektronische Spielgefährte in fast jedem Kinderzimmer. 2016 brachte der Hersteller Hasbro dann Furby Connect auf den Markt. Der neue, smarte Furby lässt sich per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbinden. Welche Gefahren diese neue Funktion birgt, zeigt ein Experiment des Kompetenzzentrums IT-Sicherheit, das von Jochen Rill, Leiter des Themenfelds Kryptographie, betreut wird.

„Alexa, mach das Licht aus!“, befiehlt der pinke Furby im Versuchsaufbau des Wissenschaftlers. Und die smarte Lichtanlage geht aus. Dem Team des Kompetenzzentrums IT-Sicherheit ist es gelungen, den Furby so zu modifizieren, dass er dem Sprachassistenten Amazon Echo Befehle erteilen kann, die dieser bereitwillig ausführt. „Furby Connect hat eine ungesicherte Funkschnittstelle, über die man ihn alles sagen lassen kann, was man möchte.“, erklärt Jochen Rill. Wenn eine elektronische Schließanlage mit dem Sprachassistenten verbunden wäre, könnten Hacker mit Furbys Hilfe sogar die Haustür von Alexa öffnen lassen. Der FZI-Wissenschaftler erklärt, warum das möglich ist: „Sprachassistenten wie Alexa verarbeiten nur, was sie hören, aber nicht, von wem der Befehl kommt.“

Da die Bluetooth-Verbindung eine Reichweite von rund zehn Metern hat, wäre es denkbar, dass ein Hacker vor der Haustür steht und von dort aus auf den Furby zugreift. Das ist noch nicht mal besonders kompliziert, da die Bluetooth-Schnittstelle des smarten Spielzeugs ungesichert ist. „Die meisten Informatikstudenten in den ersten Semestern wären dazu in der Lage“, meint Jochen Rill. Zwar handelt es sich bei dem Einbruch-Szenario mit Furby um einen recht unwahrscheinlichen Einzelfall, doch das Experiment der FZI-Wissenschaftler zeigt, wie unsicher Sprachbefehle ohne weitere Authentifizierung sind. Außerdem sind smarte Spielzeuge wie der Furby nicht die einzigen Geräte, die sich mit Alexa unterhalten und ihr Befehle erteilen können. „Ein smarter Radiowecker, ein Babyphone oder ein Anrufbeantworter mit Freisprechanlage – prinzipiell lassen sich alle Audiogeräte mit einer ungesicherten Funkschnittstelle auf diese Weise manipulieren“, erklärt der FZI-Wissenschaftler.

Eine Ausschaltfunktion besitzt Furby nicht. Doch es gibt andere Möglichkeiten, wie sich Besitzer vor unerwünschten Zugriffen durch Hacker schützen können. Die Einfachste: Die Batterien des Furbys entfernen. Bei anderen smarten Audiogeräten empfiehlt es sich das Mikrofon des Geräts auszuschalten oder einfach den Stecker zu ziehen. Bei den Geräten von Amazon ist es im Gegensatz zu Google Home zudem möglich, das Aktivierungswort „Alexa“ in ein anderes zu ändern.


Jochen Rill arbeitet seit 2013 am FZI und leitet aktuell das Themenfeld Kryptographie des Kompetenzzentrums IT-Sicherheit. Er befasst sich im Rahmen seiner Promotion mit der kryptographischen Modellierung von komplexen, realitätsnahen Systemen und dem Nachweis ihrer Sicherheitseigenschaften. Die Forscher des Kompetenzzentrums IT-Sicherheit beschäftigen sich schon länger mit der Sicherheit von smarten Geräten. Die Idee für das Furby-Experiment entstammt der grundsätzlichen Befürchtung, dass schlecht gesicherte Geräte im Smart Home zu Einfallstoren für Angreifer werden können – der Furby, der das Licht ausschalten kann, demonstriert eindrucksvoll die Konsequenzen.


„PflegeCoDe“: Optimale Unterstützung von Menschen mit Demenz

25.07.2018 - Die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken, steigt jährlich. Trotz Pflegebedürftigkeit möchten die meisten Patientinnen und Patienten so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Das Konzept der ambulanten Pflege kommt diesem Wunsch nach, ist allerdings für die Angehörigen oft mit einem Gefühl von Unsicherheit verbunden und stellt selbst für professionelle Pflegekräfte eine besondere Herausforderung dar. Das Forschungsprojekt „PflegeCoDe“ soll das nun ändern.

Um für Patienten sowie deren Angehörige und Pflegende eine höhere Lebensqualität zu schaffen, forscht das FZI derzeit in dem Projekt „Pflegecoaching für die optimale Unterstützung von Menschen mit Demenz“ – kurz „PflegeCoDe“. Dabei handelt es sich um ein Unterstützungssystem, das als App via Smartphone oder Tablet genutzt werden kann. Ein interaktiver, elektronischer Coach soll den Verlauf der Demenz von Beginn an positiv beeinflussen, indem er der Pflegekraft beispielsweise geeignete Informationen für ein besseres Verständnis des Krankheitsverlaufes liefert. Diese Informationen helfen bei der Früherkennung der Erkrankung und erste Maßnahmen können getroffen werden. Außerdem wird der weitere Verlauf der Demenz ununterbrochen beobachtet, was den Angehörigen mehr Sicherheit gibt – genauso wie eine integrierte Hilfe-Plattform, die nützliche Pflege- und Betreuungstipps liefert. Eine weitere wichtige Funktion von „PflegeCoDe“: die elektronische Sturzerkennung. Die App ist mit Sensoren verbunden, die in der Wohnung der oder des Erkrankten angebracht sind und erkennen, wenn diese oder dieser gestürzt ist. In diesem Fall werden umgehend Angehörige und/oder eine Pflegekraft informiert.

Das Forschungsprojekt „PflegeCoDe“ läuft über drei Jahre und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 1,6 Millionen Euro gefördert. Weitere Informationen zum Projekt sowie aktuelle Forschungsergebnisse sind hier zu finden: http://www.pflegecode.de/

Verbundkoordinator des Projekts ist die BruderhausDiakonie in Reutlingen. Weitere Projektpartner sind neben dem FZI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart, die Gemeinnützige Gesellschaft für Psychiatrie in Reutlingen, die Cervis GmbH aus Oberhausen, die imc information multimedia communication AG aus Saarbrücken, aus Rheine die Vitakt Hausnotruf GmbH sowie die GS Electronic Gebr. Schönweitz GmbH.

Erfahren Sie hier im Video mehr über das Projekt.


Business Lunch des Fördervereins FZI e. V. - Alexander Rabe über die digitale Infrastruktur in Deutschland

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

18.07.2018 - Der jährlich stattfindende Business Lunch des Fördervereins FZI e. V. fand diesmal am 11. Juli 2018 im Hotel Erbprinz in Ettlingen statt.

In diesem Jahr diskutierten die Gäste des Business Lunchs über die digitale Infrastruktur in Deutschland. In seinem Vortrag sprach Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco – Verbands für Internetwirtschaft e. V., über Möglichkeiten der Stärkung der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Er stellte dar, vor welchen Herausforderungen Deutschland bei diesem Thema steht und erläuterte die Anforderungen, die noch erfüllt werden müssen, damit Deutschland beim Thema Digitalisierung auch in Zukunft führend sein kann.

Alexander Rabes Vortrag kann hier in voller Länge angesehen werden.


Karriere am FZI: FZI-Wissenschaftler Timothée Büttner forscht an Laufrobotern ohne Körper

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik/Andreas Drollinger

06.07.2018 - Ein Alltag eines FZI-Wissenschaftlers. Alles andere als einseitig. In diesem Interview gibt Timothée Büttner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereiches ISPE, Einblick in seinen Arbeitsalltag.

FZI-Blog: Wie würdest du das FZI in drei Worten beschreiben?

Ambitioniert, visionär und kollegial.

FZI-Blog: Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?

Morgens gibt’s erstmal Kaffee und ich checke meine Emails. Danach arbeite ich meist gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen an verschiedenen Projekten oder bin in Meetings. Außerdem unterstütze ich FZI-Direktor Professor Dillmann sowie meinen direkten Vorgesetzten

Arne Rönnau gelegentlich bei der Vorlesung „Biologisch motivierte Robotersysteme“, welche im Sommersemester am Karlsruher Institut für Technologie stattfindet. Für die Vorlesungen unterstütze ich bei der Aufbereitung des Stoffs und freue mich, wenn mein Schwerpunktthema in der Vorlesung behandelt wird, nämlich Biomechanik von Robotern sowie Evolution und Bionik. Das ist sehr interessant und macht mir wirklich Spaß. Zu meinen Aufgaben zählt außerdem auch die Betreuung studentischer Hilfskräfte. Derzeit unterstützen mich insgesamt fünf Studentinnen und Studenten bei Projekten sowie in der Forschung für meine Dissertation. Ich versuche dabei immer die studentischen Hilfskräfte möglichst viel in die Projekte und Forschung einzubeziehen und ihnen dennoch Freiraum bei der Bearbeitung ihrer Aufgaben zu lassen. <b>FZI-Blog: Welche Eigenschaften sollte man als wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI deiner Meinung nach mitbringen? </b> Auf jeden Fall Durchhaltevermögen und Neugier. Aber auch Kreativität. Die ist vor allem notwendig, wenn es darum geht, kurzfristig aufgetretene Probleme zu lösen. In der Forschung kommt das relativ häufig vor, denn man bewegt sich auf neuem, unerforschtem Terrain und es ist nicht immer absehbar, wie die Dinge laufen werden. Um schnell gute Lösungen zu finden, müssen wir häufig über den Tellerrand hinausblicken. Da hilft es, wenn man kreativ ist. <b>FZI-Blog: Was reizt dich besonders an deiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter? </b> Die Abwechslung. Ein Job, bei dem ich den ganzen Tag am PC sitze, wäre nichts für mich. Hier arbeite ich meist parallel an mehreren Projekten und programmiere, gleichzeitig schraube ich aber auch viel an unseren Robotern rum. Außerdem nehme ich regelmäßig an Messen teil, wie beispielsweise an der Hannover Messe oder der MOTEK und vertrete dort mit meinen Kolleginnen und Kollegen das FZI nach außen. Für meine Dissertation verfasse und veröffentliche ich zudem immer wieder Paper, die meine neusten Forschungsergebnisse beinhalten. Diese darf ich dann häufig auf internationalen Konferenzen vorstellen. In wenigen Wochen reise ich dafür beispielsweise zu einer Konferenz in Panama. <b> FZI-Blog: Was ist dein Promotionsthema? </b> Die meisten Laufroboter sehen aus wie Insekten und ihre Konstruktion ist in sich geschlossen. Mit meiner Dissertation möchte ich das ändern. Ich möchte den Körper des Roboters entfernen, sodass der Roboter nur noch aus sechs einzelnen Beinen besteht, in denen die Intelligenz des Roboters steckt. Die einzelnen Beine sollen sich an verschiedenen Objekten befestigen lassen und untereinander kommunizieren. Das Ziel ist, dass sie gemeinsam ein Objekt – beispielsweise einen Koffer oder einen Bierkasten – hochstemmen und fortbewegen können. Auch Treppen oder unwegsames Gelände sollen für die Roboterbeine machbar sein. <hr /> <a href="t3://record?identifier=tt_address&amp;uid=2779" - internal-link>Timothée Büttner hat am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Produktentwicklung und Konstruktion studiert. 2015 schloss er sein Studium mit seiner Diplomarbeit am Institut für Produktentwicklung (IPEK) ab. Seit März 2016 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Interaktive Diagnose- und Servicesysteme am FZI tätig. <hr />

WhatsApp und Co.: Wer hat eigentlich Zugriff auf meine Daten?

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

27.06.2018 - Um auf dem Smartphone bestimmte Apps nutzen zu können, darunter Cloud-Anwendungen, Social-Media-Netzwerke und Instant Messenger, geben Nutzer regelmäßig unbewusst personenbezogene Daten preis. Oft werden diese von Großkonzernen gesammelt, gespeichert, ausgewertet und verwertet – und zwar ohne, dass die Nutzer davon unmittelbar etwas bemerken beziehungsweise die Algorithmen verstehen. Um dem entgegen zu wirken, entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI zusammen mit Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) derzeit die Software-Anwendung AVARE.

AVARE, das steht für „Anwendung zur Verteilung und Auswahl rechtskonformer Datenschutzeinstellungen“. Ziel des Projekts ist es, eine Software-Anwendung zu entwickeln, mit der Nutzer die Preisgabe personenbezogener Daten verhindern, beziehungsweise kontrollieren können. Die Nutzer können ihre datenschutztechnischen Präferenzen zentral in ein Profil eintragen, welches für verschiedene Endgeräte gültig ist – beispielsweise für ihr Smartphone, ihr Tablet und ihren PC.

Spätestens mit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DGSVO) am 25. Mai dieses Jahres wurde die Gesellschaft sensibilisiert, was das Thema Datenschutz betrifft. Insbesondere Unternehmen sind von den neuen Regelungen betroffen und auch sie können von AVARE profitieren – beispielsweise, wenn im Unternehmen das Konzept „Bring your own device“ (BYOD) angewendet wird. Hierbei nutzen die Mitarbeiter des Unternehmens ihre privaten, mobilen Endgeräte auch für dienstliche Zwecke. Auf diesen sind meist Anwendungen wie WhatsApp und Co. zu finden, die von den Angestellten privat genutzt werden, was für Unternehmen datenschutzrechtlich jedoch kritisch ist, wenn beispielsweise dadurch auch Firmenkontakte preisgegeben werden. Mithilfe von AVARE kann nun festgelegt werden, dass nicht wie bisher für die Nutzung des Instant Messengers automatisch alle Kontakte des Adressbuchs synchronisiert werden, sondern nur ausgewählte. Des Weiteren kann bestimmt werden, dass nur relevante Informationen preisgegeben werden, was in diesem Fall der Name sowie die Telefonnummer des Kontaktes sind. Andere Daten, wie Geburtsdatum, E-Mail-Adresse oder Anschrift, werden nicht weitergegeben. Diese Filterung ist ein Beispiel, wie AVARE Unternehmen und Privatpersonen ermöglicht, die Preisgabe von personenbezogenen Daten zu verhindern beziehungsweise zu kontrollieren.

Partner des FZI sind im Rahmen des Projektes AVARE das Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) am KIT sowie das Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) des KIT. Das ZAR ist für die rechtswissenschaftliche Betrachtung verantwortlich – schließlich muss AVARE als Anwendung rechtskonform sein. Das AIFB befasst sich mit der Konzeption sowie der Nutzerfreundlichkeit von AVARE. Das Ziel ist eine Lösung zu finden, die auch von einem juristischen und technischen Laien problemlos bedient werden kann.

Das Projekt startete am 1. November 2015 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Zum Projektende, am 31. Oktober 2018, soll es AVARE als prototypische Android-Anwendung geben. Eine erste Fassung der Open-Source-Software wird voraussichtlich im August dieses Jahres veröffentlicht. Im Sinne der Forschung und Weiterentwicklung wird der Quellcode auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz verfügbar sein, sodass auch andere Entwicklerinnen und Entwickler ihn weiterentwickeln können. Das Projekt wird von der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH finanziert.


Zuständig für das Projekt AVARE sind am FZI die wissenschaftlichen Mitarbeiter Sascha Alpers und seine Kollegin

Ainara Miller-Askar. <hr />

In eigener Sache: Das FZI stellt sich vor

22.06.2018 - Das FZI Forschungszentrum Informatik im Herzen der sonnigen Fächerstadt: Hier arbeiten über 170 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Forschungsprojekten – entweder im Direktauftrag für Industriepartner aus dem In- und Ausland oder öffentlich gefördert zum Beispiel durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Unterstützung erhalten sie dabei von mehr als 340 wissenschaftlichen Hilfskräften.

Karlsruhe, Montag, 10 Uhr. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter testet im FZI House of Living Labs gerade mithilfe eines Modellautos Algorithmen für das autonome Fahren. Ein an der Decke montiertes Kamerasystem bewertet das Fahrverhalten des Fahrzeugs und stellt fest, ob das Modellauto die Fahrbahn verlässt und wie viel Zeit es für eine Runde benötigt. Das Anwendungsfeld Mobilität ist jedoch nur eines von sieben, in denen das FZI tätig ist.

Am FZI wird beispielsweise auch an Themen aus den Bereichen Software-Entwicklung, Gesundheitswesen oder Produktion und Logistik geforscht. In diesen und weiteren Anwendungsfeldern unterstützen die wissenschaftlichen FZI-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter die Auftraggeber bei der Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Dienstleistungen sowie bei der Optimierung von Prozessen. Geforscht wird nicht nur in Karlsruhe im FZI House of Living Labs– einer einzigartigen Forschungsumgebung für Informatik-Anwendungen auf über 2.000 m², in der die FZI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler experimentelle Forschung betreiben. Auch in der Außenstelle in Berlin sammeln FZI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler mit der Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien praktische Erfahrung für ihre wirtschaftliche und akademische Karriere.

Wer sich nun fragt, mit welchen Themen sich das FZI darüber hinaus beschäftigt und was es als Forschungseinrichtung außerdem so besonders macht, findet im Video die passenden Antworten.


Bienenretter am FZI

20.06.2018 - Bereits der theoretische Physiker Albert Einstein wusste, dass Bienen die wichtigsten Tiere der Erde sind, denn ohne sie kann der Mensch nicht überleben. Es ist daher besorgniserregend, dass jährlich immer mehr Bienenvölker sterben. Zu den Gründen zählen ein Mangel an Nahrung, Pestizide sowie gefährliche Parasiten und andere Krankheitserreger. Der FZI-Mitarbeiter Matthias Diehl nutzt seine Freizeit, um mit seinem Team an dem Projekt apic.ai zu arbeiten. Das Ziel: Bienen retten mithilfe künstlicher Intelligenz.

Der Projektname Apic.ai setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Erstens: apis, lateinisch für Honigbiene. Zweitens: pic, englisch für Bild. Und drittens ai: die Abkürzung für artificial intelligence, also künstliche Intelligenz. Die drei Komponenten beschreiben sehr gut, um was es in dem Projekt eigentlich geht. Matthias und seine zwei Teamkollegen haben ein System entwickelt, das die Bienen beim Betreten und Verlassen ihrer Bienenstöcke visuell erfasst. Eine Software wertet die Bilddaten mithilfe neuronaler Netze aus und erkennt, wann die Bienen schwärmen, ob sie genug zu fressen finden, ob sie von Parasiten befallen sind und wie sich im Jahresverlauf die Vielfalt an Pollen, Nektar und Honigtau in der Umgebung verändert. Apic.ai soll Imkern ermöglichen, schnell und minimal invasiv zu arbeiten.

Matthias ist bei dem Projekt für die Hardware zuständig. Das Kamerasystem, das der 26-jährige Elektrotechniker entwickelt hat, ist autark. Das heißt, es funktioniert unabhängig von einer Stromversorgung und Internetanbindung über Kabel. Außerdem kümmert sich Matthias um den Server, auf dem die erfassten Bilddaten gespeichert werden. Seine Teamkollegin Katharina ist Bienenflüsterin, kennt die Bedürfnisse der Imker und übernimmt geschäftsführerische Aufgaben, während Frederic für die Entwicklung der Software verantwortlich ist.

Mit dem Projekt beschäftigen sich Matthias und seine Teamkollegen seit Anfang des Jahres 2018. Förderung erhalten sie in Form von Mentoring und ausgestatteten Arbeitsräumen durch das CyberLab, den IT-Accelerator des CyberForums für das Land Baden-Württemberg. Außerdem haben sie kürzlich den ersten Platz beim Gründerwettbewerb Start-up BW Elevator Pitch belegt, 500 Euro für ihre Geschäftsidee gewonnen und sich für das Landesfinale am 21. Juni 2018 qualifiziert.


Matthias Diehl hat am Karlsruher Institut für Technologie Elektrotechnik studiert und ist seit Februar 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI Forschungszentrum Informatik. Der Wissenschaftler ist im Forschungsbereich Embedded Systems and Sensors Engineering tätig und beschäftigt sich in seiner Forschung mit Medizintechnik.


FZI-Wissenschaftler gewinnen Preis bei BMVI-Hackathon - 6 Fragen an Dr.-Ing. Dominik Riemer und Philipp Zehnder

08.03.2018 - Vom 2. bis 3. März nahmen Wissenschaftler des FZI Forschungszentrum Informatik am Data-Run des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) teil und kamen schließlich mit dem Preis für Kreativität im Gepäck zurück nach Karlsruhe. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären Dr.-Ing. Dominik Riemer und Philipp Zehnder, mit welcher Strategie sie sich die Auszeichnung sicherten.

FZI-Blog: Worum ging es beim BMVI-Data-Run?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Der BMVI-Data-Run ist ein Hackathon des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im Rahmen der Open-Data-Strategie des Bundes hat das BMVI vor einigen Jahren das Open-Data-Portal „mCLOUD“ aufgesetzt. Hier werden offene Datenquellen aus den Geschäftsbereichen des Ministeriums, zum Beispiel zu Verkehr, Lärmbelastung und Emissionen für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, mit dem Ziel, die Entwicklung innovativer Anwendungen rund um die Mobilität zu fördern. Ziel des Data Runs war es, in 24 Stunden eine innovative Lösung auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten zu entwickeln und vorzustellen.

Philipp Zehnder: Das Motto in diesem Jahr war „Intelligente emissionsarme Mobilitätslösungen in Städten“. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatte war das Ziel, kreative Lösungen für die Minderung von Emissionen aus dem Verkehrssektor in Städten zu entwickeln. Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie wir Anreize schaffen können, dass Menschen auf Routinefahrten, zum Beispiel dem Arbeitsweg, nicht immer aus Gewohnheit auf das gleiche Verkehrsmittel zurückgreifen, sondern das beste Verkehrsmittel benutzen, welches sich abhängig von Wetter, Baustellen (der Karlsruher wird das kennen!) oder Verkehr täglich ändern kann.

FZI-Blog: Gegen wie viele andere Teams seid ihr angetreten?

Philipp Zehnder: Insgesamt sind 17 Teams angetreten. Die Teamgröße hat dabei stark variiert, wir waren mit zwei Leuten fast das kleinste Team, andere Teams waren mit bis zu acht Leuten vertreten.

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Wobei man eigentlich nicht sagen kann, dass wir „gegen“ andere Teams angetreten sind – die Atmosphäre hatte eher etwas von einem Zusammenkommen vieler Leute mit gleichen Interessen, nämlich innerhalb von kurzer Zeit etwas Cooles und Brauchbares zu entwickeln. Der Austausch mit den anderen Teilnehmern war auf jeden Fall richtig gut. Viele Gruppen haben tolle Ideen entwickelt, von denen hoffentlich viele weiterverfolgt werden.

FZI-Blog: Für alle Leser, die sich mit Hackathons nicht so gut auskennen: Was ist die Schwierigkeit dabei?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Es geht darum, in einer beschränkten Zeit eine Lösung zu entwickeln, die anschließend vor einem Publikum und einer Jury präsentiert werden muss. In diesem Fall ging der Hackathon nur über 24 Stunden, das ist nicht viel Zeit, um eine Idee zu entwickeln, einen Prototyp zu bauen und anschließend noch die Präsentation vorzubereiten. Man darf sich dabei nicht verzetteln und muss sich auf das konzentrieren, was man letztlich zeigen möchte.

Philipp Zehnder: Der Mangel an Schlaf ist sicherlich auch eine Schwierigkeit – wir haben es nicht geschafft, die ganze Nacht ohne Pause durchzumachen und haben noch ein paar Stunden Schlaf gefunden, aber andere Teams haben ohne Pause durchentwickelt.

FZI-Blog: Wie sah eure Strategie aus?

Philipp Zehnder: So eine richtige Strategie hatten wir anfangs gar nicht – wir wollten uns im Zug auf der Hinfahrt eigentlich in die vorhandenen Datenquellen einlesen, aber dann gab es einen Zugausfall und wir kamen nicht ins Internet. Der Hackathon ist um 15:00 Uhr gestartet, wir haben uns dann erstmal die Daten angeschaut und unsere erste Idee gleich wieder verworfen. Irgendwann kam uns die Idee mit dem persönlichen Assistenten.

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Wir wollten auf jeden Fall etwas Funktionierendes zeigen – dafür mussten wir unter anderem Echtzeitdaten zu Verkehrsmeldungen aus Frankfurt integrieren. Das Datenformat war, sagen wir mal, nicht ganz so einfach zu lesen – ich weiß noch, wie ich um 20:00 Uhr immer noch dabei war, die erste Datenquelle anzubinden und Zweifel hatte, ob wir überhaupt etwas Funktionierendes hinbekommen. Morgens früh um 04:00 Uhr sah es dann schon wieder anders aus ;-)

Philipp Zehnder: Am Ende hatten wir auch ein lauffähiges Tool, was wir in der Präsentation am Ende der Veranstaltung auch live zeigen konnten – wir haben ziemlich gezittert, aber es hat alles funktioniert.

FZI-Blog: Welche Leistung wird mit dem Kreativpreis ausgezeichnet?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Die Jury hat in der Laudatio gemeint, dass sie an unserer Lösung überzeugt hat, dass zum einen das Potential besteht, viele verschiedene Daten aus öffentlichen Quellen anzubinden und auf der anderen Seite mit dem von uns entwickelten Chatbot eine sehr zugängliche Möglichkeit für Nutzer besteht, mit den Daten umzugehen. Viele offene Daten sind für Menschen ohne Entwicklerkenntnisse noch teilweise schwer zugänglich, gerade wenn Daten gleichzeitig noch maschinenlesbar sein sollen. Unsere Lösung setzt auf Sprache und erlaubt damit eine natürliche Interaktion und kann gleichzeitig auch viele interessante Anwendungsfälle abdecken – in unserer Demo haben wir ein Beispiel gezeigt, in dem wir Bürgern im Fall erhöhter Feinstaubbelastung einen vergünstigten Fahrschein anbieten.

FZI-Blog: Nimmt das FZI öfter an Hackathons teil?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: In unserem Forschungsbereich Information Process Engineering (IPE) gibt es auf jeden Fall einige Leute, die schon öfters auf Hackathons gemeinsam unterwegs waren, zum Beispiel bei der Deutschen Bahn. Auch auf Klausurtagungen des Lehrstuhls von FZI-Direktor Prof. Dr. York Sure-Vetter und von IPE haben wir öfters Gruppen, die in kurzer Zeit gemeinsam ein Tool entwickeln. Für mich war es aber der erste große Hackathon.

Philipp Zehnder: Ich war schon als Student einige Male auf dem Event „Hackzurich“. Das ist der größte Hackathon im europäischen Raum. Besonders gut fand ich beim BMVI-Data-Run, wie gut alles organisiert war – man konnte sich voll auf das Coding konzentrieren, weil einem alles andere abgenommen wurde.


Dr.-Ing. Dominik Riemer ist Abteilungsleiter am FZI. Seine Dissertation verfasste er zu dem Thema "Methods and Tools for Management of Distributed Event Processing Applications".

Philipp Zehnder arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI. Seine Forschungsinteressen liegen im Stream Processing, maschinellen Lernen, Container-Technologien und verteilten Systemen.

Weitere Informationen zum Hackathon sowie eine Bildergalerie finden sich auf der Seite des BMVI.


FLA²IR-Team bereit für finale Phase der European Robotics Challenge

15.02.2018 - Am 27. Februar tritt das FLA²IR-Team beim finalen Entscheid der European Robotics Challenge an.


Am 27. Februar findet der Entscheid der European Robotics Challenge (EuRoC) bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim statt. Das FZI Forschungszentrum Informatik tritt im EuRoC-Finale mit dem Team FLA²IR an. Dieses besteht neben Wissenschaftlern des FZI aus Vertretern der Adam Opel AG sowie der MRK Systeme. Das Team hat sich in den letzten Wochen intensiv auf die finale Phase der EuRoC vorbereitet. Der Roboter, den das Team ins Rennen schickt, wird in einem gemeinsamen Arbeitsraum mit dem Werker einen flexiblen Gummi-Dichtungsstreifen selbständig und kraftbasiert an verschiedene Autotüren montieren.

Nach dem Erreichen der finalen EuRoC-Phase hat sich das Team FLA²IR auf die Entwicklung von Pilot-Anwendungen mit Automatisierungs-Herausforderungen konzentriert, die bisher nicht automatisierbar waren. So ist eine Schwierigkeit bei der Handhabung von flexiblen, biegenschlaffen Gummidichtungen, dass diese nicht mit den herkömmlichen Industrierobotern handhabbar oder montierbar sind. Um diese Herausforderungen anzugehen, setzte das Team FLA²IR eine präzise Add-on-Kraftregelung in Kombination mit intelligenten Manipulations-Strategien ein. Die Pilot-Anwendung wird bei Opel im Werk Rüsselsheim aufgebaut und demonstriert.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, wurden zahlreiche, neue Fähigkeiten entwickelt: Unter anderem entstand eine kraftsensitive Manipulation zur Montage sowie ein webbasiertes Werkzeug, um neue Trajektorien einfach zu programmieren. Alle Werkzeuge basieren auf ROS Industrial. Obwohl die Anforderungen im EuRoC-Piloten sehr speziell sind, können die Fähigkeiten dank ROS in Zukunft schnell auf andere Industrie- und Montageanwendungen transferiert werden.

Dieses Video auf dem FZI-You-Tube-Kanal zeigt die bisherigen Ergebnisse des FLA²IR-Teams von der vorangegangenen Showcase-Runde: In dieser wurde bereits gezeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, eine solche Gummi-Dichtung mit Hilfe eines Roboters zu montieren. In der finalen Phase wird demonstriert, wie die Türdichtungsmontage nicht nur im Labor, sondern auch in der Automobil-Industrie unter realen Produktionsbedingungen realisierbar ist.


Am FZI verantwortlich für die European Robotics Challenge und die Arbeit des FLA²IR-Teams ist der wissenschaftliche Mitarbeiter Georg Heppner.


Warum sind Passwörter so wichtig? 5 Fragen an FZI-Wissenschaftler Roland Gröll

01.02.2018 - Am "Ändere-dein-Passwort-Tag" fragen wir Roland Gröll vom Kompetenzzentrum IT-Sicherheit warum Passwörter wichtig sind, mit welchen Mitteln diese oft geknackt werden und wie weit die Forschung beim Thema Internetsicherheit ist.

FZI-Blog: Am 1. Februar ist Ändere-dein-Passwort-Tag. Warum brauchen wir überhaupt Passwörter?

Roland Gröll: Mit Passwörtern stellt man sicher, dass nur derjenige der das Passwort kennt sich bei einem Dienst oder an einem Computer anmelden kann.

FZI-Blog: Wie oft sollte man sein Passwort ändern?

Roland Gröll: Sichere Passwörter müssen nur selten geändert werden. Dies ist dann der Fall wenn man vermutet, dass das Passwort bekannt geworden ist. Es gibt Studien die darauf hindeuten, dass häufige Passwortwechsel dazu führen, dass Benutzer unsicherere Passwörter wählen. Es besteht also die Möglichkeit, dass durch zu häufigen Austausch von Passwörtern die Sicherheit eher verringert als erhöht wird.

FZI-Blog: Was macht ein Passwort zu einem sicheren Passwort?

Roland Gröll: Ein Passwort sollte möglichst schwer zu erraten sein und zufällig sein. Dies erreicht man durch lange Passwörter und durch eine Mischung von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

FZI-Blog: Wie ist es überhaupt möglich, ein Passwort zu knacken und was empfiehlt das Kompetenzzentrum IT-Sicherheit um dem entgegenzuwirken?

Roland Gröll: Wenn ein Passwort zu den "üblichen" Passwörtern gehört ist die Gefahr groß, dass es durch einen Wörterbuchangriff gefunden wird. Hierbei wird eine Liste von mögliche Passwörtern durchprobiert um das richtige zu finden. Dem wirkt man entgegen, indem man kein Passwort verwendet, welches auf solchen Listen vorhanden ist. Es sollte also möglichst zufällig und einzigartig sein. Außerdem sind Passwörter nicht bei jedem Dienstleister sicher gespeichert. Es kommt immer wieder dazu, dass Passwörter von Webseiten geklaut werden, weil diese Webseiten unsichere Techniken verwenden. Ein Passwort sollte also nur für einen Dienst verwendet werden, damit durch solche Vorfälle nur der jeweilige Dienst betroffen ist. Die anderen Dienste, bei denen man Accounts hat, aber sicher bleiben. Da es unübersichtlich werden kann, wenn man pro Account ein Passwort verwendet, bieten sich Passwordmanager an. Hiermit vereinfacht sich die Verwaltung von Passwörtern.

FZI-Blog: Stand der Forschung: Wie kann man sich, abgesehen von Passwörtern, sicher im Internet bewegen?

Roland Gröll: Es ist wichtig die Software die man verwendet auf einem aktuellen Stand zu halten. Dadurch schützt man sich vor Malware, die sicherheitskritische Softwarefehler in veralteten Versionen ausnutzt. Zudem ist darauf zu achten, dass man mit den richtigen Webseiten kommuniziert und nicht auf Phishing reinfällt. Hierzu gibt es HTTPS. Dies ist eine Variante von HTTP welche für vertrauliche und authentifizierte Verbindungen zu Webseiten verwendet wird. Moderne Browser zeigen einem neben der Adressleiste an, ob die Verbindung sicher ist. Durch Adblocker schützt man sich vor Malware, die Werbung als möglichen Angriffspunkt verwendet.


Roland Gröll arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum IT-Sicherheit am FZI. Er beschäftigt sich aktuell mit Password Authenticated Key Exchange.


Keine Meldungen verfügbar.