06.02.2019

Alles außer beamen – regiomove nimmt Fahrt auf

Regiomove-Ports wollen künftig umsteigefreundliche Mobilitäts- und Serviceangebote bieten. Standorte für Ports sollen im Sommer festgelegt werden.

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

Karlsruhe. „In diesem Jahr werden wir die ersten sichtbaren Ergebnisse von regiomove der Öffentlichkeit präsentieren“, erklärt Projektleiter Dr. Frank Pagel vom Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). regiomove soll künftig jedem den passenden Mix aus den Mobilitätsangeboten in der Region liefern, ob Stadtbahn, Bus, CarSharing oder Leihfahrrad. Und das Ganze aus einer Hand. Für den bequemen Umstieg vom einen zum anderen Verkehrsmittel sind besondere Mobilitätsstationen geplant, die sogenannten regiomove Ports. Deren Form und Farbe werden im Rahmen eines Design-Wettbewerbes erarbeitet. Wo die Pilotstandorte sind, das soll sich bis zum Sommer entscheiden. Ein weiterer Pfeiler des zukunftsweisenden Mobilitätsprojektes für die Region Karlsruhe ist die regiomove App. Sie soll den Menschen Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung stehen. „Welche und wie viele mobile Verkehrsmittel ich von A nach B nutze, das alles lässt sich dann per Smartphone planen, buchen und abrechnen“, so Pagel. Dazu sollen auch noch weitere Mobilitätsdienstleister in den so genannten regiomove Pakt integriert werden, den eigens dafür gebildeten regionalen Mobilitätsverbund.

Wer sich ein eigenes Bild vom Projekt machen möchte, kann das am besten auf der neuen Internetseite www.regiomove.de. Dort hat regiomove bereits „Farbe bekannt“ und präsentiert sich im eigenen Design. Selbst ein Leitspruch durfte für den Anfang nicht fehlen: Alles außer beamen – dieses Versprechen geben die Macher des zukünftigen Mobilitätsangebotes für die nordbadische Region zwischen Bühl und Waghäusel. Dafür wird hinter den Kulissen bereits seit über einem Jahr in mehreren „Werkstätten“ gleichzeitig an der Umsetzung gearbeitet.

Für die Gestaltung der regiomove Ports beginnt im März ein vom Karlsruher Stadtplanungsamt organisierter Designwettbewerb mit fünf Architektur- und Designbüros. Im Juli wird eine Fachjury deren Entwürfe beurteilen. Das Design der Ports soll einheitlich sein, damit sie einen hohen Wiedererkennungswert haben. Eine modulare Bauweise macht es dabei möglich, die Ports auf die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Standorte anzupassen. Perspek-tivisch könnten an diesen Ports noch weitere Dienstleistungen angeboten werden – von Schließfächern bis hin zu Fahrrad-Reparatur-Services. Während der Projektlaufzeit bis Ende 2020 sollen in der Region Mittlerer Oberrhein vier bis acht solcher Ports entstehen.

Die Auswahl der Pilotstandorte wird ein wichtiger wei-terer Projekt-Meilenstein für 2019 sein. „Wir wünschen uns diese Ports in der ganzen Region, um eine best-mögliche Vernetzung der Mobilitätsangebote zu erreichen“, erklärt Pagel. Er verweist jedoch auch auf den klar definierten Förderrahmen. So stehen für den Bau der Pilot-Ports rund eine Millionen Euro Fördermittel der EU und des Landes Baden-Württemberg zur Verfügung. „Das reicht allerdings noch nicht aus, um die ganze Region flächendeckend mit Ports auszustatten“, so Pagel. „Wir wollen im Rahmen des Projekts Pilot-Ports an Standorten mit hohem Vernetzungspotential bauen, um einen einfachen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln und damit intermodale Reiseketten zu ermöglichen.“ Bei einem erfolgreichen Verlauf der Pilotphase soll regiomove auf die ganze Region ausgedehnt werden und einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen leisten. Umso wichtiger sei es, die ersten Pilot-Standorte sorgfältig auszuwählen. Dieser von den beiden Hochschulpartnern, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Hochschule Karlsruhe wissenschaftlich begleitete Auswahlprozess soll im März starten. „Dann werden wir direkt auf die Kommunen der Region zugehen“, kündigt Regionalverbandsdirektor Prof. Dr. Gerd Hager an. KVV und Regi-onalverband halten bereits Ausschau nach neuen Fördermöglichkeiten, um auch nach Projektende die Kommunen bei dem Bau weiterer Ports zu unterstützen.
Im Dezember 2017 startete das Projekt regiomove unter der Leitung des KVV. Die Formierung eines neuen Mobilitätsverbunds mit öffentlichen und privaten Mobilitätsanbietern soll den Fahrgästen eine nahtlose Mobilitäts- und Servicekette aus einer Hand ermöglichen. Von Seiten des Landes Baden-Württemberg und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wird regiomove mit rund 4,9 Millionen Euro über drei Jahre gefördert. Gemeinsam mit den Partnern vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem FZI Forschungszentrum Informatik, den Unternehmen PTV Group, INIT GmbH, raumobil GmbH und stadtmobil sowie dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein, dem Landkreis Rastatt und der Stadt Karlsruhe wird die Zukunft der Mobilität in der gesamten Region neu gestaltet.

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