17.12.2012

Cocktail – Ein Referenzmodell für geschäftstaugliche Mashups

Sieben Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben gemeinsam die Grundlage dafür geschaffen, dass mit Software-Basisdiensten in Webservice-Technologie neue Produkte (sogenannte Mashups) zusammengestellt werden können, die bei der Herstellung und im Betrieb den Qualitätsanforderungen von Unternehmen entsprechen / Das Cocktail-Referenzmodell unterstützt alle wesentlichen Prozessschritte im Lebenszyklus solcher Informations- und Dienstleistungsangebote und integriert Qualitätssicherungs- und Leistungsmessverfahren / Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Entwicklung des „Cocktail Service Composition Framework“ gefördert / Die Projektergebnisse stehen den beteiligten Firmen für ihre Produktentwicklung zur Verfügung und fließen in nachfolgende Forschungsarbeiten ein

Infografik Mashups mit Cocktail

Karlsruhe, 11. Dezember 2012 – Mashup oder Remix – Neuabmischung – nennen Musiker die Mehrfachverwertung erfolgreicher Musikpassagen durch Wiederverwendung in neuen Kompositionen. Vergleichbares ist technisch seit geraumer Zeit auch mit Software möglich. Einmal geschriebene Software-Dienste, sogenannte Webservices, die bestimmte Funktionen selbständig ausführen können und oft auch eine eigene Benutzeroberfläche haben, lassen sich zu neuen Webprodukten, Informations- und Dienstleistungsangeboten kombinieren oder als neuer Dienst in vorhandene Webauftritte einbinden. Die aus der Neuabmischung der Basisdienste entstehende Webseite wird als Mashup bezeichnet. Das bekannteste Beispiel für einen Basis-Software-Dienst in Mashups ist der Geo-Informationsdienst „Google Maps“, den man mittlerweile auf unzähligen Webseiten anklicken kann, um Navigationshinweise passend zu den Informationen und Dienstleistungsangeboten auf der Webseite zu bekommen. Webseiten, die aus Mashup-Basisdiensten zusammengestellt werden oder Basisdienste zur Bereitstellung von Teilfunktionen im Webauftritt nutzen, können kostengünstiger und schneller entwickelt und damit auch schneller auf den Markt gebracht werden.

Obwohl die Vorteile von Mashups gegenüber klassischer Softwareentwicklung auf der Hand liegen, ist diese Technik in der Wirtschaft noch wenig etabliert. Der Grund: Bisher waren die Mashup-Technologien für die Zusammenführung der Basisdienste noch zu wenig ausgereift für den betrieblichen Einsatz. Hier setzte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Cocktail Service Composition Framework“ an. Sieben Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben in seinem Rahmen gemeinsam die Grundlage dafür geschaffen, dass künftig Mashups zusammengestellt werden können, die sowohl bei ihrer Entwicklung, als auch im Betrieb den Qualitätsanforderungen von Unternehmen entsprechen. Das Referenzmodell  zeichnet sich gegenüber herkömmlichen Lösungen durch folgende Neuerungen aus:

  • Es unterstützt alle wesentlichen Prozessschritte im Mashup Life Cycle
    (Einstellen der Basisdienste in die Plattform, die Komposition mit anderen Mashups, Weitervermarktung selbstentwickelter Mashups).
  • Es stellt Qualitätssicherungs- und Leistungsmessverfahren bereit, die es ermöglichen, die Ausführungsqualität und die Qualitätseigenschaften (z. B. Performanz) der Mashups zu überprüfen und unterstützt flexible Geschäftsmodelle durch Funktionen wie Nutzungsprotokollierung und Abrechnung je nach dem gewählten Lizenzmodell

Die Projektergebnisse stellen somit eine vollwertige Lösung für „Business Enabled Mashups“ mittels der Cocktail-Plattform und klar definierter Prozesse dar, von denen vor allem kleine und mittelständische Software-Produzenten profitieren können. Die Projektergebnisse stehen den beteiligten Firmen für ihre weitere Produktentwicklung zur Verfügung und fließen in nachfolgende Forschungsarbeiten ein. Die Projektpartner T-Systems, CAS Software AG und YellowMap AG haben die im Projekt prototypisch parallel zum Referenzmodell erarbeitete Cocktail-Mashup-Plattform erfolgreich getestet. Das Fraunhofer IAO hat im Rahmen der Entwicklungen Akzeptanzuntersuchungen durchgeführt.

Die Projektpartner:

  • CAS Software AG
  • FZI Forschungszentrum Informatik
  • Hochschule Mannheim
  • Fraunhofer IAO
  • ProSyst Software GmbH
  • T-Systems
  • visionapp AG
  • YellowMap AG

Für das FZI:

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Telefon: +49 721 9654-904
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Internet: www.fzi.de

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in direktem Auftrag entwickelt das FZI für seine Partner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich zur Zeit am FZI 19 Professoren des KIT, darunter eine Professorin und ein Professor, der in Tübingen lehrt. Sie erforschen in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.

Im FZI House of Living Labs ermöglicht das FZI Wissenschaftlern und Partnern aus der Wirtschaft und Gesellschaft, sich über Anwendungsbereiche hinweg auszutauschen und integrative Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnologie interdisziplinär zu entwickeln.