18.02.2021

FZI Open House 2021: Transfer-Foren und Workshops geben spannende Impulse

Die Besucherinnen und Besucher erwarten interessante Transfer-Foren zu topaktuellen Themen der IKT-Forschung sowie interaktive Workshops mit Expertinnen und Experten des FZI.

Es ist wieder soweit: Am 25. Februar 2021 stoßen wir beim FZI Open House die Tür zur IKT-Welt von morgen auf! Einmal im Jahr veranstaltet das FZI sein FZI Open House und tauscht sich mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand zu aktuellen Themen aus. Das Motto der erstmals online stattfindenden Veranstaltung lautet in 2021: Digitale Wegbereiter für krisenfeste und zukunftsoffene Strukturen. Claudia Plattner, CIO DB Systel, hält die Keynote der Veranstaltung. Sie sagt:

„Digitalisierung ist Gestaltungsaufgabe. Unsere. Es ist an uns zu entscheiden, wie die digitalen Strukturen der Zukunft aussehen sollen und sie zu schaffen. Machen wir uns ein Bild und fangen wir an."

In vier spannenden Transfer-Foren befassen sich die Expertinnen und Experten des FZI und ihre Partner gemeinsam mit der Mobilitätsbranche, dem Öffentlichen Sektor, mit Künstlicher Intelligenz und Energie sowie Gesundheit und IT-Sicherheit. In vertiefende Workshops können die Teilnehmenden des FZI Open House gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des FZI verschiedene Themenbereiche und Fragestellungen der IKT-Forschung vertiefen.

Die Transfer-Foren 

In den Transfer-Foren widmen sich Fachkräfte des FZI mit Partner*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Vertreter*innen aus der Politik aktuellen Fragestellungen. Gemeinsam diskutieren sie, wie die Digitalisierung zu krisensicheren und zukunftsoffenen Strukturen beitragen kann und was dafür notwendig ist.

Intelligent Transportation Systems: Mit Forschung aus der Krise der Mobilitätsbranche

Moderiert von FZI-Direktor Prof. Dr.-Ing. Christoph Stiller setzen sich die Vortragenden mit aktuellen Herausforderungen der Mobilitätsbranche auseinander. Aus der Sicht von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft werden der Strukturwandel, neue Technologiethemen, welt- und klimapolitische Randbedingungen sowie die Auswirkungen der Pandemie beleuchtet. Die Vortragenden greifen zudem Themen aus der Forschung auf, um Wege und Chancen aus der Krise aufzuzeigen. Dr. Wolfgang Fischer von der Landesagentur e-mobil BW GmbH erklärt dazu: 

„Die Transformation der Automobil- und Mobilitätswirtschaft ist eine komplexe Herausforderung, deren erfolgreiche Gestaltung nur durch das Zusammenwirken der Akteure aus Industrie, Forschung und Politik gelingt.“

Im Rahmen des Transfer-Forums spricht er zum Thema Transformation des Automobilstandortes Baden-Württemberg durch Elektrifizierung und Digitalisierung der MobilitätHerausforderungen und Perspektiven. Dr. Henning Lategahn von der atlatec GmbH trägt zu Massive 3D Mapping for Autonomous Vehicles vor und Dr. Moritz Werling von der BMW AG äußert sich zum Thema Gemeinsames Werkzeug, geteilte Ressourcen: Wie Industrie und Forschung enger zusammenarbeiten könnten. Dr.-Ing. Katharina Glock, stellvertretende Abteilungsleiterin am FZI, referiert zum Thema Digitalisierter Gütertransport auf der letzten Meile, während Svetlana Pavlitskaya, wissenschaftliche Mitarbeiterin am FZI, auf die Absicherung von KI-Methoden für autonomes Fahren eingeht. 

Public Sector Innovations: Innovationen an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Öffentlichkeit und Wirtschaft

Das Transfer-Forum befasst sich mit Innovationen rund um digitale Gesellschaft sowie Verwaltung im Bund, im Land und in Kommunen. Im Fokus stehen sowohl aktuelle Forschungsfragen, vorhandene Gestaltungsspielräume und aktuelle Entwicklungen. Unter der Moderation von Dr.-Ing. Sascha Alpers werden die Impulsgeber das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Zum Projekt digital@KA: Innovative digitale Daseinsvorsorge der Stadt Karlsruhe spricht Markus Losert vom Amt für Informationstechnik und Digitalisierung der Stadt Karlsruhe. Zur Zusammenarbeit mit dem FZI äußert er: 

„Viele unserer Prozesse werden bereits heute digital unterstützt. So bieten sich optimale Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit dem FZI. Wir liefern die Anwendungsfälle, das FZI das IT-Know-how. So bringen wir gemeinsam Innovationen in die Verwaltung.“

Richard Wacker von der CAS Software AG referiert zum Thema Schon hundertmal gesagt! – ein Plädoyer für ein universelles Bürgerkonto. Luise Kranich, Leiterin der FZI-Außenstelle Berlin, erörtert die Digitalisierung im öffentlichen Sektor und die Rolle der angewandten Informatikforschung. FZI-Direktor Prof. Dr. Christof Weinhardt spricht zum Thema Mehr Demokratie wagen – Innovationen für digitale Beteiligung in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zur Digitale Souveränität von Bürgern und Wirtschaft – Herausforderungen und Lösungsvorschläge referiert Prof. Dr. Andreas Oberweis, FZI-Direktor und -Vorstand.

Applied Artificial Intelligence: Heute und in Zukunft

Zu Beginn des Transfer-Forums richtet sich FZI-Direktor Prof. Dr. Rüdiger Dillmann impulsgebend an die Teilnehmenden. Der Fokus der Referierenden liegt auf innovativen Anwendungen, bei denen Künstliche Intelligenz einen Mehrwert liefert. Moderiert durch Dr. Frauke Goll trägt FZI-Abteilungsleiter Dr.-Ing. Steffen Thoma zum Thema Federated Learning – Verteiltes Lernen auf dezentralen Datenbeständen ohne zentralen Datenzugriff vor. Dr.-Ing. Arne Rönnau, ebenfalls Abteilungsleiter am FZI, erläutert sein Statement Künstliche Intelligenz braucht Roboter, Roboter brauchen künstliche Intelligenz:  

 „Intelligente, lernende Roboter können in Zukunft den Menschen in der Produktion, aber auch im Alltag besser und effektiver unterstützen. KI-Systeme erzeugen die größere Wertschöpfung erst durch das Bewegen von Werkstücken und Gütern. Somit braucht die KI Roboter – und Roboter brauchen KI.“

Zum Thema Wenn weniger mehr ergibt – Motivation und Anwendungsbeispiele für dateneffiziente KI in der Industrie spricht Thomas Staufenbiel von Gestalt Robotics. Für die Zukunft prognostiziert er: 

„Fortschreitende Entwicklungen in der Kommunikationstechnologie (5G, Wi-Fi) ermöglichen zunehmend verteilte Szenarien auch in der Automatisierungstechnik.“ 

Dr. Klaus Knobloch, Infineon Dresden, Development Center Automotive Electronics and Artificial Intelligence, referiert beim Transfer-Forum zu  Edge-AI & Neuromorphic – linking the real with the digital World. 

Public and Critical Infrastructures: Resilienz trotz und dank IKT – auch in Zeiten von Corona

Inhalt des von Prof. Dr. Hartmut Schmeck moderierten Transfer-Forums sind Beispiele aus der Praxis zu IT-Sicherheitsmanagement, Gesundheitswesen und Energie. Marc-Aurel Frankenbach von Netze BW GmbH spricht zu Versorgungssicherheit durch Innovationen und Digitalisierung im Verteilnetzbetrieb – Lösungen am Beispiel des Forschungsprojekts flexQgrid. Er erklärt: 

„Der Verteilnetzbetrieb wird im Zuge der Energiewende immer komplexer. Daher sind digitale und intelligente Lösungen ein entscheidender und notwendiger Bestandteil einer sicheren Stromversorgung.“

Tobias Knapp von der VOMATEC Innovations GmbH stellt das System Rescue.CoronaAkut – Eine Digitale Lösung zur Bewältigung der Corona-Fallzahlen vor. Zum Thema Zwischen Emotet und Erpressung – Erfahrungsbericht eines Hackerangriffs auf einen Mittelstandsbetrieb spricht Marcus Preschle von der ORGATEAM Unternehmensberatung GmbH. FZI-Abteilungsleiter Dr. Dirk Achenbach stellt das Projekt Die Cyberwehr Baden-Württemberg vor und erläutert deren Dringlichkeit: 

„Cyberangriffe stellen eine der größten Bedrohungen für die Wirtschaft unseres Landes dar. Dieser Herausforderung stellt sich die Cyberwehr.“

Fabian Kern, ebenfalls Abteilungsleiter am FZI, präsentiert das Projekt OCTIKT: Resilienz im Stromverteilnetz durch dezentrales Energiemanagement. Seine Einschätzung für die Zukunft:  

„Der Einsatz von IKT zur dezentralen und netzdienlichen Steuerung flexibler Anlagen kann sicherstellen, dass auch künftig die Resilienz in der kritischen Stromnetzinfrastruktur gesichert werden kann.“ 

FZI-Direktor Prof. Dr. rer. nat. Wilhelm Stork geht im Rahmen des Transfer-Forums auf die Unterstützungsmöglichkeiten durch Smartphone-Technologie in pandemischen Situationen ein. 

 

Die Workshops 

Bei den Online-Workshops des FZI Open House 2021 haben die Teilnehmenden die Möglichkeit mit den Expertinnen und Experten des FZI thematisch tiefer in bestimmte Themengebiete einzutauchen. 

Industrial AIoT mit Open-Source-Technologien

Im Workshop stellen Wissenschaftler des FZI, die in großen Open-Source-Projekten aktiv sind, Projekte vor. Unter den Referenten befinden sich Bereichsleiter Dr. Dominik Riemer, Abteilungsleiter Dr. Arne Rönnau sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiter Patrick Wiener, Philipp Zehnder und Marco Heyden. An einem konkreten Anwendungsfall zeigen die Experten auf, wie sich mit Hilfe von Open-Source-Technologien innovative KI-Anwendungsfälle umsetzen lassen. Voraussetzung für die Teilnahme am Workshop sind Grundkenntnisse der Begrifflichkeiten, ein PC sowie Internetzugang. Die fachliche Tiefe bewegt sich auf dem Level "Mediate".

Moderne Logistikplanung durch Kopplung von Simulation und Optimierung

Dr. Boris Amberg, Abteilungsleiter am FZI, gibt den Teilnehmenden bei dem Workshop durch Fallbeispiele einen Einblick in die zielgerichtete Verknüpfung von (ereignisdiskreter) Simulation und Optimierungsmethoden. Unterstützt wird er durch den wissenschaftlichen Mitarbeiter Philipp Fath. Die Fallbeispiele stammen aus Bereichen wie der diskreten Fertigung, der Krankenhauslogistik und der Güterlogistik auf der letzten Meile. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Interesse an Simulation sowie Internetzugang. Der Workshop ist geeignet für Personen mit dem fachlichen Level "Mediate".

Erkennung von typischen Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur von KMU

Dr. Ingmar Baumgart, Abteilungsleiter am FZI, erläutert im Rahmen des Workshops die grundsätzlichen Schritte eines sogenannten Pentests und demonstriert ihn an einer virtuellen Infrastruktur. Die Teilnehmenden werden so für typische Schwachstellen in der IT-Infrastruktur von kleineren und mittleren Unternehmen sensibilisiert. Ein PC, Internetzugang sowie Basiskenntnisse im Bereich IT-Infrastruktur und IT-Sicherheit sind Voraussetzung zur Teilnahme am Workshop. Die fachliche Tiefe bewegt sich zwischen "Beginner" und "Mediate".

Das Universal Safety Format zur automatisierten Generierung von sicherer Software

In diesem Online-Workshop geben FZI-Bereichsleiter Dr. Alexander Viehl, Dr. Klaus Birken von der itemis AG sowie Michael Benkel von der ScopeSET GmbH eine Einführung zu den Herausforderungen und Chancen bei der Entwicklung von Safety-Software sowie zu einem Lösungsansatz zur Automatisierung und Steigerung von Qualität durch das Universal Safety Format (USF). Nachfolgend werden USF-basierte Werkzeuge zur automatisierten Erzeugung von Safety-Software und zum Verweben von Safety-Software zu sicherer Software in einem modellbasierten Entwurfsablauf vorgestellt. Um am Workshop teilzunehmen, sind Zugang zum Internet sowie Grundkenntnisse in Embedded Software Entwicklung von Nöten. Die fachliche Tiefe bewegt sich zwischen "Mediate" und "Expert".

Data-Driven Development in Automotive

Fokus des Workshops ist eine Hands-On datenbasierte Analyse und Nutzung eines exemplarischen Datensatzes aus dem Automotive-Kontext. Die FZI-Mitarbeiter Patrick Petersen und Carl Philipp Hohl geben im Rahmen des interaktiven Workshops eine Einführung in einen typischen Datensatz aus dem Bereich der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen. Anschließend stellen sie verschiedene Ansätze und Methoden der Datenanalyse vor, um konkrete Problemstellungen im Bereich der datengetriebenen Entwicklung zu lösen. Voraussetzung zur Teilnahme am Workshop sind ein PC sowie Zugang zum Internet. Basiskenntnisse im Bereich Entwicklungsvorgehen im Automobil sind wünschenswert. Der Workshop ist geeignet für Personen mit dem fachlichen Level "Mediate".