26.08.2016

„Light Cares“-Wettbewerb: FZI-Projekt LiDARsee ausgezeichnet

Der Parlamentarische Staatsekretär Stefan Müller hat im FabLab Berlin die zehn Siegerprojekte des Wettbewerbs "Light Cares" ausgezeichnet. Durch den Einsatz photonischer Werkzeuge unterstützen sie Menschen mit Behinderung selbstständig zu sein. Das FZI-Projekt LiDARsee gehört zu den Gewinnern.

Der Parlamentarische Staatsekretär Stefan Müller überreicht die Urkunde für LIDARsee an FZI-Direktor Prof. Dr. Wilhelm Stork (Mitte) und die FZI-Wissenschaftlerin Alexandra Backof (rechts).
Der Parlamentarische Staatsekretär Stefan Müller überreicht die Urkunde für LIDARsee an FZI-Direktor Prof. Dr. Wilhelm Stork (Mitte) und die FZI-Wissenschaftlerin Alexandra Backof (rechts). (Quelle: „VDI Technologiezentrum GmbH, Foto: Frank Nürnberger“)

In dem Forschungsprojekt entwickeln die Projektpartner eine LiDAR-basierte Mobilitätshilfe für Personen mit wesentlicher Sehbehinderung oder Blindheit. LiDAR-Sensorik ist sehr günstig und wird meist in Drohnen oder Staubsaugerrobotern verwendet. Für die Mobilitätshilfe unterstützt die Low-Cost-Sensorik bei der Hinderniserkennung und Navigation. In Kombination mit anderen Inertialsensoren kann abhängig von der Kopfneigung eine Ebene gescannt werden. Mit den dadurch gewonnenen Informationen wird im Sensorsystem eine Karte aufgebaut, auf deren Basis die Hinderniserkennung und die navigatorische Unterstützung realisiert werden. Für den sehbehinderten oder blinden Nutzer des Systems werden die Informationen über ein Feedbacksystem taktil dargestellt.

Neben dem FZI Forschungszentrum Informatik sind als assoziierte Partner noch das FabLab Karlsruhe e.V., das Studienzentrum für Sehgeschädigte am KIT sowie die ELOVIS GmbH beteiligt. Beim FZI liegt die Forschungsarbeit, das FabLab bindet die Makerbewegung ein und das SZS die spätere Nutzergruppe. Die ELOVIS GmbH ist für die Einbindung der technischen Experten verantwortlich.

Der Parlamentarische Staatsekretär Stefan Müller hat am Mittwoch, 24.08.2016, die Siegerprojekte im FabLab Berlin ausgezeichnet. Für das FZI nahmen Prof. Dr. Wilhelm Stork, FZI-Direktor, und Alexandra Backof, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die Urkunde entgegen.

Hintergrund 

Weltweit leben circa 285 Millionen Personen mit Sehbehinderung, davon etwa 39 Mio. Blinde. In Deutschland gibt es ca. 1,2 Millionen Betroffene mit Low-Vision (ca. 160.000 Blinde). Aufgrund der alternden Bevölkerung wird in 25 Jahren mit 30% mehr Blinden und 60% mehr Neuerblindungen gerechnet. Die Folge sind Einschränkungen in vielen Lebensbereichen, wie beispielsweise die Selbstversorgung, aber auch in Beruf und Freizeit. Verschiedene Unterstützungssysteme wie Mobilitäts- oder Navigationshilfen, Objektfinder und Zugangshilfen sollten im Projekt zusammengeführt werden.

Über den Wettbewerb

Der Wettbewerb "Light Cares – Photonische Technologien für Menschen mit Behinderungen" ist im Januar 2016 vom Bundesforschungsministerium ins Leben gerufen worden. Insgesamt eine Million Euro stellt das Ministerium für die zehn Forschungs- und Entwicklungsprojekte bereit. Der Wettbewerb setzt neue Impulse für die Forschung. Das belegt auch der hohe Anteil von über 60 Prozent neuer Partner, die erstmalig in der Photonikforschung gefördert werden.