PrePrint+ – Qualitätssichernde Verfahren für Preprint-Beiträge in der Wissenschaft

Unter dem Begriff „Preprint“ werden wissenschaftliche Publikationen oder Manuskripte verstanden, die noch kein formales Begutachtungsverfahren durchlaufen haben. Die Veröffentlichung in Form eines Preprints wird häufig genutzt, um beispielsweise ein erstes Feedback von der wissenschaftlichen Community zu erhalten oder um Ergebnisse zeitnah und frei mit anderen zu teilen, wie zum Beispiel aktuelle Erkenntnisse zur COVID-19-Pandemie.

Mit der schnell steigenden Zahl an veröffentlichten Preprints und dem Zuwachs an neuen Preprint-Archiven wird es für LeserInnen, AutorInnen und BetreiberInnen von Publikationsinfrastrukturen aber auch zunehmend schwieriger, die Qualität und Verlässlichkeit der einzelnen Arbeiten und ihrer Ergebnisse zu beurteilen und transparent zu kommunizieren. So wurden in der Vergangenheit beispielsweise schon Ergebnisse aus Preprint-Veröffentlichungen unreflektiert oder falsch interpretiert von Dritten breitenwirksam publiziert. Preprint-Veröffentlichungen sollten daher immer kritisch hinterfragt und Erkenntnisse als ungesichert verstanden werden.

Genau hier will das Projekt Preprint+ unterstützen. Im Projekt sollen zusätzliche, digital unterstützte Maßnahmen zur Absicherung der Qualität in den Archiven erhoben sowie Leitlinien zum Umgang mit ungesichertem Wissen erarbeitet werden, um so dabei zu helfen, LeserInnen, AutorInnen und BetreiberInnen von Preprint-Archiven zu sensibilisieren und ungewollte Falschmeldungen zu verhindern.

Zu den wesentlichen Forschungsfragen des Projektes gehören:

  • Welche qualitätssichernden Maßnahmen werden von Preprint-Archiven eingesetzt?
  • Welches Vertrauen genießen diese Maßnahmen bei AutorInnen und LeserInnen?
  • Welche Trends zur Qualitätssicherung gibt es im Preprint-Bereich?
  • Anhand welcher Faktoren lässt sich die qualitative Entwicklung von Preprint-Archiven allgemein beobachten?
  • Welche digitalen Technologien und Infrastrukturen können Preprint-Archiv-Betreibende sowie die Open Access Community im Umgang mit Preprints sinnvoll unterstützen?

Zu Beantwortung dieser Fragen erhebt das FZI Forschungszentrum Informatik im Rahmen einer Studie und im engen Austausch mit der Open Access Community zunächst den gelebten Status-Quo bei Preprint-Publikationen, identifiziert unterstützende Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Zukunft und erarbeitet außerdem Hilfestellungen für Preprint-Nutzende und Archiv-Betreibende. Die Ergebnisse der Studie werden abschließend unter Open Access Lizenz veröffentlicht.

Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 16TOA008 gefördert.

Ansprechperson

Judith Junker (M.A.)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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Werdegang

Judith Junker arbeitet seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am FZI Forschungszentrum Informatik in der Berliner Außenstelle im Forschungsbereich „Innovation, Strategie und Transfer“. Sie ist Leiterin des Forschungsprojektes PrePrint+ im BMBF-Förderprogramm zur Beschleunigung der Transformation zu Open Access. In diesem Zuge forscht sie zum Thema „Offene Wissenschaft und Vertrauen“ aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive und welche Rolle Digitale Technologien hierbei spielen.

Judith hat einen Master of Arts in Politikwissenschaft mit interdisziplinärer Spezialisierung in europäischer Integration und Globalisierung. Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betreute sie im Rahmen des Begleitforschungsprojektes zum Technologieprogramm „Smart Data - Innovationen aus Daten“ Forschungsprojekte zu Querschnittsthemen wie gesellschaftlicher Akzeptanz und Geschäftsmodellen.

Kontakt

Telefon: +49 30 7017337-340
E-Mail: junker@dont-want-spam.fzi.de

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