GOR-Bachelorpreis geht an Linus Schöb
Der jährlich verliehene Preis der Gesellschaft für Operations Research e. V. (GOR) für besondere Studienleistungen ging im vergangenen Jahr am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an Linus Schöb. Die Auszeichnung wurde ihm am 15. Dezember 2025 von FZI-Vorstand Prof. Dr. Stefan Nickel sowie den FZI-Teammitgliedern und Betreuer*innen Anna Hess und Dominik Stampa überreicht.
Linus Schöb war wissenschaftliche Hilfskraft am FZI und arbeitet heute als Junior Data Scientist bei der Nesto Software GmbH. In seiner am FZI betreuten Bachelorarbeit beschäftigte er sich mit einer praxisnahen Fragestellung aus dem Krankenhausalltag: Wie können leere Transportbehälter, die für den Versand medizinischer Güter genutzt werden, mithilfe autonomer Transportroboter zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gebracht werden?
Dabei müssen an verschiedenen Übergabestellen mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden, beispielsweise begrenzter Platz, der zukünftige Bedarf an Behältern und geplante Lieferungen. Ähnliche Fragestellungen sind bereits aus der Seeschifffahrt bekannt, etwa bei der Planung leerer Container zwischen Häfen. In Krankenhäusern gelten jedoch ganz andere Bedingungen: Entscheidungen müssen schneller getroffen werden und Zeiträume sind kürzer.
Hierfür entwickelte Linus Schöb einen flussbasierten POST-Algorithmus (Priority-Oriented Space-Time Solver), der die Anforderungen eines Online-Planungsproblems erfüllt. Ergänzend setzte er ein von ihm weiterentwickeltes CIP-Modell (Constraint Integer Programming) ein. Er testete seinen Ansatz mit echten Transportdaten des Universitätsklinikums Freiburg und erzielte dabei überzeugende Ergebnisse hinsichtlich Laufzeit und Lösungsqualität.
Über den GOR-Bachelorpreis
Mit dem GOR-Bachelorpreis zeichnet die Gesellschaft für Operations Research e. V. jährlich herausragende Bachelorabsolvent*innen aus, deren Arbeiten einen besonderen Bezug zu Operations Research haben. Ziel des Preises ist es, exzellente Studienleistungen sichtbar zu machen, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und das Fachgebiet an Hochschulen weiter zu stärken.
