Wissenschaftsjahr 2026: FZI präsentiert "Medizin der Zukunft" bei Eröffnung
Forschungsschwerpunkt: Applied Artificial Intelligence
Beim Auftakt des Wissenschaftsjahres 2026 im Futurium Berlin hat das FZI Forschungszentrum Informatik die Eigenentwicklung PulsCam als Demonstrator präsentiert. Vorstand Jan Wiesenberger und die Wissenschaftler*innen des Bereichs ESS stellten in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär das praktische Beispiel angewandter IT-Forschung Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft vor.
Das Wissenschaftsjahr 2026 steht unter dem Motto „Medizin der Zukunft“. Im Fokus steht Forschung für eine Medizin von morgen – präventiv, personalisiert, digital, partizipativ und inklusiv. Denn ein besonderer Schwerpunkt liegt auf geschlechtersensibler Forschung, die dazu beitragen kann, Versorgungslücken und Ungleichheiten zu reduzieren
PulsCam: Berührungslose Vitaldaten-Messung ist robust, niedrigschwellig, praxisnah
Mit der PulsCam zeigt das FZI, wie kamerabasierte Systeme die medizinische Versorgung im Alltag praktisch unterstützen können. Eine handelsübliche Kamera erfasst Vitalparameter aus minimalen Farbveränderungen der Haut im Gesicht. Der Ansatz kombiniert moderne Signalverarbeitung mit KI-gestützter Bildanalyse. Er ist darauf ausgelegt, auch unter variierenden Bedingungen belastbare Ergebnisse zu liefern, etwa bei wechselnder Beleuchtung, unterschiedlichen Hauttypen oder bei Bewegung.
Bei der Demonstration wurden Puls und Herzfrequenz erfasst. Darüber hinaus kann die Software, derzeit noch im Demo-Szenario, das emotionale Befinden einer Person visualisieren
Vom Basiskonzept zur Anwendung: Transfer, der in der Praxis ankommt
Mit dem Demonstrator PulsCam setzte das FZI beim Auftakt des Wissenschaftsjahres 2026 ein Signal für den erfolgreichen Transfer von der Forschung in die Praxis. PulsCam stammt aus dem Umfeld der kamerabasierten Zustands- und Kontextmessung und wurde am FZI konsequent weiterentwickelt, sodass ein Einsatz in neuen Domänen möglich wird.
Ein besonders greifbarer Anwendungsfall der Technologie im Bereich Digital Healthcare ist die Triage-Unterstützung in der Notaufnahme, direkt bei der Ankunft von Patient*innen; also dort, wo Zeitgewinn lebensrettend sein kann. Perspektivisch können solche niedrigschwelligen technischen Verfahren helfen, kritische Situationen früher zu erkennen und Abläufe in stark frequentierten Settings zu entlasten.
Vertrauen und Vielfalt: Verantwortung als essenzieller Teil der „Medizin der Zukunft“
Das Wissenschaftsjahr 2026 zielt ausdrücklich auch darauf ab, den Dialog über Chancen und Grenzen digitaler Gesundheitstechnologien zu stärken und Vertrauen aufzubauen.
Für das FZI gehört dazu, technische Exzellenz mit verantwortungsvoller Umsetzung zu verbinden. Bei PulsCam wird unter anderem an datensparsamen Ansätzen gearbeitet, die einen Einsatz im (semi-)öffentlichen Raum unterstützen können. Etwa können automatisierte Verpixelungslösungen nur den relevanten Beobachtungsbereich freigeben.
Gleichzeitig passt PulsCam inhaltlich zum Schwerpunkt des Wissenschaftsjahres auf geschlechtersensibler Medizin: Symptome, Verläufe und Therapieerfolge können sich je nach Geschlecht unterscheiden. Robuste Messverfahren in sich unterscheidenden Umgebungen tragen dazu bei, unbeabsichtigte Verzerrungen in Diagnostik und Versorgung zu verringern.
Die PulsCam war als Forschungsexponat im Erdgeschoss des Futuriums verortet und somit Teil der begleitenden Ausstellung zum abendlichen öffentlichen Auftakt des Wissenschaftsjahres 2026.
Kontakt
Christoph Zimmermann
Abteilungsleiter Embedded Systems and Sensors Engineering
+49 721 9654-764
czimmer@fzi.de
Hauptsitz Karlsruhe
