Rückblick auf die Stallwächterparty 2026
FZI präsentierte Hightech-Anwendungsforschung aus Baden-Württemberg
Auf der Stallwächterparty 2026 in Berlin präsentierte das FZI Forschungszentrum Informatik einen interaktiven Robotik-Demonstrator. Die Veranstaltung in der Landesvertretung Baden-Württemberg bot eine ideale Gelegenheit, mit den zahlreichen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, welches Innovationspotenzial in der KI- und Robotikforschung aus Baden-Württemberg steckt. Mit seiner Forschung trägt das FZI dazu bei, Roboter durch „Vormachen statt Programmieren“ trainierbar zu machen und damit die Zugänglichkeit der Robotik für Wirtschaftsunternehmen zu fördern.
Intelligente Robotik in der Praxis
Im Mittelpunkt stand die Veranschaulichung der aktuellen Transferforschung zu KI-basierter Robotik. Der Demonstrator des FZI zeigte, wie Daten gesammelt und mithilfe sogenannter Vision-Language-Action-Modelle (VLAs) in anwendungsreife Lösungen für die Wirtschaft überführt werden können.
Nachdem Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT der breiten Öffentlichkeit generative KI nähergebracht haben, ebnen VLAs nun den Weg für den Einsatz dieser Technologie in der physischen Welt: Während LLMs Sprache verstehen und erzeugen, verbinden VLAs Sprachverarbeitung mit visueller Wahrnehmung und leiten daraus konkrete Bewegungen eines Roboters ab.
Dies wurde vor Ort durch zwei Roboterarme veranschaulicht, die denselben Prozess in zwei unterschiedlichen Szanarien demonstrierten. Es ging dabei um die Lösung einer relativ einfachen Aufgabe: Es galt einen Stecker präzise in einer unbefestigten Steckdosenleiste zu platzieren, um eine Lampe zum Leuchten zu bringen
Beim ersten Szenario steuerten die Besucher*innen die Roboterarme selbst. Dazu benutzten sie Controller.
Im zweiten Szenario erlebten die Gäste eine automatisierte Variante, die mit einer VLA-Lösung arbeitete: Die Roboterarme konnten dabei die Aufgabe unabhängig von der Position der Steckdosenleiste und des Steckers sowie trotz Störungen während des Steckvorgangs bewältigen – ganz ohne erneute Programmierung. In diesem Szenario wurde außerdem deutlich, dass dies nur möglich ist, wenn die Roboter anhand ausreichend vielfältiger Daten trainiert wurden, die unterschiedliche Faktoren – wie etwa unterschiedliche Lichtverhältnisse – berücksichtigen.
Technologie mit Wirkung
Mit dem Demonstrator verdeutlichte das FZI, wie aktuelle Forschungsergebnisse aus den Bereichen Robotik und Künstliche Intelligenz in konkrete Anwendungen überführt werden – aber auch die Herausforderungen, vor denen die Anwendungsforschung im Hinblick auf den erfolgreichen Transfer steht.
Ziel ist es, intelligente Assistenzsysteme zu entwickeln, die Menschen unterstützen und neue Einsatzmöglichkeiten für die Robotik in Industrie, Produktion und weiteren Anwendungsfeldern eröffnen. Die neuen Entwicklungen haben das Potenzial, Robotik nutzbarer zu machen, indem Roboter neue Aufgaben durch das Vormachen von Handlungs- und Bewegungsabläufen mittels Teleoperation erlernen können und somit die Neuprogrammierung durch Expert*innen entfällt.
Die zahlreichen Gespräche am Stand bestätigten: Baden-Württemberg verfügt über eine exzellente Forschung, innovative Unternehmen und hochqualifizierte Talente. Entscheidend ist nun, dieses Potenzial konsequent in Innovationen, wirtschaftliche Wertschöpfung und technologische Souveränität zu überführen. Anwendungsorientierte Forschung und der enge Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Mit seiner unabhängigen Forschung unterstützt das FZI die schnelle Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung und stärkt damit die Innovationskraft des Landes. Das FZI bedankt sich bei der Landesvertretung Baden-Württemberg für die Einladung und die hervorragende Plattform zum Austausch.
Über das FZI
Das FZI Forschungszentrum Informatik mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Sie bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Betreut von Professor*innen verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Das FZI ist Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und strategischer Partner der Gesellschaft für Informatik (GI).
