EU-Projekt HARMO will vernetzte und automatisierte Mobilität sicherer und menschenzentrierter gestalten
TRL-5-Modelle für eine bessere Vorhersage menschlichen Fahrverhaltens
Forschungsschwerpunkt: Mobilität und Verkehr
Wer kennt das nicht? Wir fahren beispielsweise unsere tägliche, vertraute Route zur Arbeit in die Stadt und sind eigentlich nicht ganz konzentriert am Steuer, sondern eher ein bisschen im „Autopilot-Modus“. Statt uns also in jeder Situation im Straßenverkehr gleich zu verhalten, beeinflusst uns die vertraute Strecke und unsere Ortskundigkeit. Das verändert auch die Art und Weise, worauf wir im Straßenverkehr unsere Aufmerksamkeit richten, wie wir Risiken einschätzen oder mit anderen Verkehrsteilnehmenden interagieren. Für autonome Fahrzeuge ist das eine Herausforderung, wenn eine sichere Vorhersage des menschlichen Verkehrsverhaltens getroffen werden soll. Hier setzt das neue EU-Projekt HARMO an.
Praktische Erkenntnisse und Leitlinien für die künftige Bewertung und Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge
Aktuelle autonome Systeme haben in Städten Schwierigkeiten, unser menschliches Verhalten als ortskundige, erfahrene Fahrer vorherzusagen. Während die meisten Modelle davon ausgehen, dass Autofahrer stets aufmerksam sind, verlassen sich echte Autofahrer auf vertrauten Strecken oft auf entspannte, automatisierte Gewohnheiten.
Damit sich automatisierte Fahrsysteme sicher, natürlich und vorhersehbar im Straßenverkehr verhalten, forschen wir jetzt im neu gestarteten EU-Projekt HARMO an TRL-5-Modellen, die dieses menschliche Fahrverhalten besser verstehen und dieses zuverlässiger vorhersagen können, um beim Fahren entsprechend zu reagieren. Gemeinsam mit Partnern aus Europa werden wir im Projekt dynamische Modelle entwickeln, die widerspiegeln, wie sich das Fahrverhalten von Menschen mit zunehmender Erfahrung verändert, und diese mit Planungsansätzen kombinieren, die menschenähnliches Verhalten mit klaren Sicherheitsregeln verbinden.
Indem wir diese Ansätze in realistischen Verkehrsszenarien testen, wollen wir praktische Erkenntnisse und Leitlinien liefern, die die künftige Bewertung und Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge unterstützen können.
Mit diesem Wissen können wir dann automatisierte Fahrsysteme besser entwickeln und validieren, um vernetzte und automatisierte Mobilität sicherer und menschenzentrierter zu gestalten – ganz im Sinne des Projektnamens „Human-Aware Road Mobility Optimisation“, kurz HARMO.
Das Forschungsprojekt läuft bis 30. September 2029 und wird von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Verfasserinnen und Verfasser und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.
