Der FZI-Blog

Business Lunch des Fördervereins FZI e. V. - Alexander Rabe über die digitale Infrastruktur in Deutschland

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

Karlsruhe, 18.07.2018 - Der jährlich stattfindende Business Lunch des Fördervereins FZI e. V. fand diesmal am 11. Juli 2018 im Hotel Erbprinz in Ettlingen statt.

In diesem Jahr diskutierten die Gäste des Business Lunchs über die digitale Infrastruktur in Deutschland. In seinem Vortrag sprach Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco – Verbands für Internetwirtschaft e. V., über Möglichkeiten der Stärkung der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Er stellte dar, vor welchen Herausforderungen Deutschland bei diesem Thema steht und erläuterte die Anforderungen, die noch erfüllt werden müssen, damit Deutschland beim Thema Digitalisierung auch in Zukunft führend sein kann.

Alexander Rabes Vortrag kann hier in voller Länge angesehen werden.


 

 

Karriere am FZI: 5 Fragen an Timothée Büttner

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik/Andreas Drollinger

06.07.2018 - Ein Alltag eines FZI-Wissenschaftlers. Alles andere als einseitig. In diesem Interview gibt Timothée Büttner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereiches ISPE, Einblick in seinen Arbeitsalltag.

FZI-Blog: Wie würdest du das FZI in drei Worten beschreiben?

Ambitioniert, visionär und kollegial.

FZI-Blog: Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?

Morgens gibt’s erstmal Kaffee und ich checke meine Emails. Danach arbeite ich meist gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen an verschiedenen Projekten oder bin in Meetings. Außerdem unterstütze ich FZI-Direktor Professor Dillmann sowie meinen direkten Vorgesetzten Arne Rönnau gelegentlich bei der Vorlesung „Biologisch motivierte Robotersysteme“, welche im Sommersemester am Karlsruher Institut für Technologie stattfindet. Für die Vorlesungen unterstütze ich bei der Aufbereitung des Stoffs und freue mich, wenn mein Schwerpunktthema in der Vorlesung behandelt wird, nämlich Biomechanik von Robotern sowie Evolution und Bionik. Das ist sehr interessant und macht mir wirklich Spaß. Zu meinen Aufgaben zählt außerdem auch die Betreuung studentischer Hilfskräfte. Derzeit unterstützen mich insgesamt fünf Studentinnen und Studenten bei Projekten sowie in der Forschung für meine Dissertation. Ich versuche dabei immer die studentischen Hilfskräfte möglichst viel in die Projekte und Forschung einzubeziehen und ihnen dennoch Freiraum bei der Bearbeitung ihrer Aufgaben zu lassen.

FZI-Blog: Welche Eigenschaften sollte man als wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI deiner Meinung nach mitbringen?

Auf jeden Fall Durchhaltevermögen und Neugier. Aber auch Kreativität. Die ist vor allem notwendig, wenn es darum geht, kurzfristig aufgetretene Probleme zu lösen. In der Forschung kommt das relativ häufig vor, denn man bewegt sich auf neuem, unerforschtem Terrain und es ist nicht immer absehbar, wie die Dinge laufen werden. Um schnell gute Lösungen zu finden, müssen wir häufig über den Tellerrand hinausblicken. Da hilft es, wenn man kreativ ist.

FZI-Blog: Was reizt dich besonders an deiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Die Abwechslung. Ein Job, bei dem ich den ganzen Tag am PC sitze, wäre nichts für mich. Hier arbeite ich meist parallel an mehreren Projekten und programmiere, gleichzeitig schraube ich aber auch viel an unseren Robotern rum. Außerdem nehme ich regelmäßig an Messen teil, wie beispielsweise an der Hannover Messe oder der MOTEK und vertrete dort mit meinen Kolleginnen und Kollegen das FZI nach außen. Für meine Dissertation verfasse und veröffentliche ich zudem immer wieder Paper, die meine neusten Forschungsergebnisse beinhalten. Diese darf ich dann häufig auf internationalen Konferenzen vorstellen. In wenigen Wochen reise ich dafür beispielsweise zu einer Konferenz in Panama.

FZI-Blog: Was ist dein Promotionsthema?

Die meisten Laufroboter sehen aus wie ein Insekt und ihre Konstruktion ist in sich geschlossen. Mit meiner Dissertation möchte ich das ändern. Ich möchte den Körper des Roboters entfernen, sodass der Roboter nur noch aus sechs einzelnen Beinen besteht, in denen die Intelligenz des Roboters steckt. Die einzelnen Beine sollen sich an verschiedenen Objekten befestigen lassen und untereinander kommunizieren. Das Ziel ist, dass sie gemeinsam ein Objekt – beispielsweise einen Koffer oder einen Bierkasten – hochstemmen und fortbewegen können. Auch Treppen oder unwegsames Gelände sollen für die Roboterbeine machbar sein.


Timothée Büttner hat am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Produktentwicklung und Konstruktion studiert. 2015 schloss er sein Studium mit seiner Diplomarbeit am Institut für Produktentwicklung (IPEK) ab. Seit März 2016 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Interaktive Diagnose- und Servicesysteme am FZI tätig.


WhatsApp und Co.: Wer hat eigentlich Zugriff auf meine Daten?

Bildquelle: FZI Forschungszentrum Informatik

27.06.2018 - Um auf dem Smartphone bestimmte Apps nutzen zu können, darunter Cloud-Anwendungen, Social-Media-Netzwerke und Instant Messenger, geben Nutzer regelmäßig unbewusst personenbezogene Daten preis. Oft werden diese von Großkonzernen gesammelt, gespeichert, ausgewertet und verwertet – und zwar ohne, dass die Nutzer davon unmittelbar etwas bemerken beziehungsweise die Algorithmen verstehen. Um dem entgegen zu wirken, entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI zusammen mit Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) derzeit die Software-Anwendung AVARE.

AVARE, das steht für „Anwendung zur Verteilung und Auswahl rechtskonformer Datenschutzeinstellungen“. Ziel des Projekts ist es, eine Software-Anwendung zu entwickeln, mit der Nutzer die Preisgabe personenbezogener Daten verhindern, beziehungsweise kontrollieren können. Die Nutzer können ihre datenschutztechnischen Präferenzen zentral in ein Profil eintragen, welches für verschiedene Endgeräte gültig ist – beispielsweise für ihr Smartphone, ihr Tablet und ihren PC.

Spätestens mit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DGSVO) am 25. Mai dieses Jahres wurde die Gesellschaft sensibilisiert, was das Thema Datenschutz betrifft. Insbesondere Unternehmen sind von den neuen Regelungen betroffen und auch sie können von AVARE profitieren – beispielsweise, wenn im Unternehmen das Konzept „Bring your own device“ (BYOD) angewendet wird. Hierbei nutzen die Mitarbeiter des Unternehmens ihre privaten, mobilen Endgeräte auch für dienstliche Zwecke. Auf diesen sind meist Anwendungen wie WhatsApp und Co. zu finden, die von den Angestellten privat genutzt werden, was für Unternehmen datenschutzrechtlich jedoch kritisch ist, wenn beispielsweise dadurch auch Firmenkontakte preisgegeben werden. Mithilfe von AVARE kann nun festgelegt werden, dass nicht wie bisher für die Nutzung des Instant Messengers automatisch alle Kontakte des Adressbuchs synchronisiert werden, sondern nur ausgewählte. Des Weiteren kann bestimmt werden, dass nur relevante Informationen preisgegeben werden, was in diesem Fall der Name sowie die Telefonnummer des Kontaktes sind. Andere Daten, wie Geburtsdatum, E-Mail-Adresse oder Anschrift, werden nicht weitergegeben. Diese Filterung ist ein Beispiel, wie AVARE Unternehmen und Privatpersonen ermöglicht, die Preisgabe von personenbezogenen Daten zu verhindern beziehungsweise zu kontrollieren.

Partner des FZI sind im Rahmen des Projektes AVARE das Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) am KIT sowie das Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) des KIT. Das ZAR ist für die rechtswissenschaftliche Betrachtung verantwortlich – schließlich muss AVARE als Anwendung rechtskonform sein. Das AIFB befasst sich mit der Konzeption sowie der Nutzerfreundlichkeit von AVARE. Das Ziel ist eine Lösung zu finden, die auch von einem juristischen und technischen Laien problemlos bedient werden kann.

Das Projekt startete am 1. November 2015 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Zum Projektende, am 31. Oktober 2018, soll es AVARE als prototypische Android-Anwendung geben. Eine erste Fassung der Open-Source-Software wird voraussichtlich im August dieses Jahres veröffentlicht. Im Sinne der Forschung und Weiterentwicklung wird der Quellcode auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz verfügbar sein, sodass auch andere Entwicklerinnen und Entwickler ihn weiterentwickeln können. Das Projekt wird von der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH finanziert.


Zuständig für das Projekt AVARE sind am FZI die wissenschaftlichen Mitarbeiter Sascha Alpers und seine Kollegin Ainara Miller-Askar.


 

 

In eigener Sache: Das FZI stellt sich vor

22.06.2018 - Das FZI Forschungszentrum Informatik im Herzen der sonnigen Fächerstadt: Hier arbeiten über 170 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Forschungsprojekten – entweder im Direktauftrag für Industriepartner aus dem In- und Ausland oder öffentlich gefördert zum Beispiel durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Unterstützung erhalten sie dabei von mehr als 340 wissenschaftlichen Hilfskräften.

Karlsruhe, Montag, 10 Uhr. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter testet im FZI House of Living Labs gerade mithilfe eines Modellautos Algorithmen für das autonome Fahren. Ein an der Decke montiertes Kamerasystem bewertet das Fahrverhalten des Fahrzeugs und stellt fest, ob das Modellauto die Fahrbahn verlässt und wie viel Zeit es für eine Runde benötigt. Das Anwendungsfeld Mobilität ist jedoch nur eines von sieben, in denen das FZI tätig ist.

Am FZI wird beispielsweise auch an Themen aus den Bereichen Software-Entwicklung, Gesundheitswesen oder Produktion und Logistik geforscht. In diesen und weiteren Anwendungsfeldern unterstützen die wissenschaftlichen FZI-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter die Auftraggeber bei der Entwicklung neuer, innovativer Produkte und Dienstleistungen sowie bei der Optimierung von Prozessen. Geforscht wird nicht nur in Karlsruhe im FZI House of Living Labs– einer einzigartigen Forschungsumgebung für Informatik-Anwendungen auf über 2.000 m², in der die FZI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler experimentelle Forschung betreiben. Auch in der Außenstelle in Berlin sammeln FZI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler mit der Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien praktische Erfahrung für ihre wirtschaftliche und akademische Karriere.

Wer sich nun fragt, mit welchen Themen sich das FZI darüber hinaus beschäftigt und was es als Forschungseinrichtung außerdem so besonders macht, findet im Video die passenden Antworten.


 

Bienenretter am FZI

20.06.2018 - Bereits der theoretische Physiker Albert Einstein wusste, dass Bienen die wichtigsten Tiere der Erde sind, denn ohne sie kann der Mensch nicht überleben. Es ist daher besorgniserregend, dass jährlich immer mehr Bienenvölker sterben. Zu den Gründen zählen ein Mangel an Nahrung, Pestizide sowie gefährliche Parasiten und andere Krankheitserreger. Der FZI-Mitarbeiter Matthias Diehl nutzt seine Freizeit, um mit seinem Team an dem Projekt apic.ai zu arbeiten. Das Ziel: Bienen retten mithilfe künstlicher Intelligenz.

Der Projektname Apic.ai setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Erstens: apis, lateinisch für Honigbiene. Zweitens: pic, englisch für Bild. Und drittens ai: die Abkürzung für artificial intelligence, also künstliche Intelligenz. Die drei Komponenten beschreiben sehr gut, um was es in dem Projekt eigentlich geht. Matthias und seine zwei Teamkollegen haben ein System entwickelt, das die Bienen beim Betreten und Verlassen ihrer Bienenstöcke visuell erfasst. Eine Software wertet die Bilddaten mithilfe neuronaler Netze aus und erkennt, wann die Bienen schwärmen, ob sie genug zu fressen finden, ob sie von Parasiten befallen sind und wie sich im Jahresverlauf die Vielfalt an Pollen, Nektar und Honigtau in der Umgebung verändert. Apic.ai soll Imkern ermöglichen, schnell und minimal invasiv zu arbeiten.

Matthias ist bei dem Projekt für die Hardware zuständig. Das Kamerasystem, das der 26-jährige Elektrotechniker entwickelt hat, ist autark. Das heißt, es funktioniert unabhängig von einer Stromversorgung und Internetanbindung über Kabel. Außerdem kümmert sich Matthias um den Server, auf dem die erfassten Bilddaten gespeichert werden. Seine Teamkollegin Katharina ist Bienenflüsterin, kennt die Bedürfnisse der Imker und übernimmt geschäftsführerische Aufgaben, während Frederic für die Entwicklung der Software verantwortlich ist.

Mit dem Projekt beschäftigen sich Matthias und seine Teamkollegen seit Anfang des Jahres 2018. Förderung erhalten sie in Form von Mentoring und ausgestatteten Arbeitsräumen durch das CyberLab, den IT-Accelerator des CyberForums für das Land Baden-Württemberg. Außerdem haben sie kürzlich den ersten Platz beim Gründerwettbewerb Start-up BW Elevator Pitch belegt, 500 Euro für ihre Geschäftsidee gewonnen und sich für das Landesfinale am 21. Juni 2018 qualifiziert.


Matthias Diehl hat am Karlsruher Institut für Technologie Elektrotechnik studiert und ist seit Februar 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI Forschungszentrum Informatik. Der Wissenschaftler ist im Forschungsbereich Embedded Systems and Sensors Engineering tätig und beschäftigt sich in seiner Forschung mit Medizintechnik.


FZI-Wissenschaftler gewinnen Preis bei BMVI-Hackathon - 6 Fragen an Dr.-Ing. Dominik Riemer und Philipp Zehnder

08.03.2018 - Vom 2. bis 3. März nahmen Wissenschaftler des FZI Forschungszentrum Informatik am Data-Run des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) teil und kamen schließlich mit dem Preis für Kreativität im Gepäck zurück nach Karlsruhe. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären Dr.-Ing. Dominik Riemer und Philipp Zehnder, mit welcher Strategie sie sich die Auszeichnung sicherten.

FZI-Blog: Worum ging es beim BMVI-Data-Run?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Der BMVI-Data-Run ist ein Hackathon des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im Rahmen der Open-Data-Strategie des Bundes hat das BMVI vor einigen Jahren das Open-Data-Portal „mCLOUD“ aufgesetzt. Hier werden offene Datenquellen aus den Geschäftsbereichen des Ministeriums, zum Beispiel zu Verkehr, Lärmbelastung und Emissionen für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, mit dem Ziel, die Entwicklung innovativer Anwendungen rund um die Mobilität zu fördern. Ziel des Data Runs war es, in 24 Stunden eine innovative Lösung auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten zu entwickeln und vorzustellen.

Philipp Zehnder: Das Motto in diesem Jahr war „Intelligente emissionsarme Mobilitätslösungen in Städten“. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatte war das Ziel, kreative Lösungen für die Minderung von Emissionen aus dem Verkehrssektor in Städten zu entwickeln. Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie wir Anreize schaffen können, dass Menschen auf Routinefahrten, zum Beispiel dem Arbeitsweg, nicht immer aus Gewohnheit auf das gleiche Verkehrsmittel zurückgreifen, sondern das beste Verkehrsmittel benutzen, welches sich abhängig von Wetter, Baustellen (der Karlsruher wird das kennen!) oder Verkehr täglich ändern kann.

FZI-Blog: Gegen wie viele andere Teams seid ihr angetreten?

Philipp Zehnder: Insgesamt sind 17 Teams angetreten. Die Teamgröße hat dabei stark variiert, wir waren mit zwei Leuten fast das kleinste Team, andere Teams waren mit bis zu acht Leuten vertreten.

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Wobei man eigentlich nicht sagen kann, dass wir „gegen“ andere Teams angetreten sind – die Atmosphäre hatte eher etwas von einem Zusammenkommen vieler Leute mit gleichen Interessen, nämlich innerhalb von kurzer Zeit etwas Cooles und Brauchbares zu entwickeln. Der Austausch mit den anderen Teilnehmern war auf jeden Fall richtig gut. Viele Gruppen haben tolle Ideen entwickelt, von denen hoffentlich viele weiterverfolgt werden.

FZI-Blog: Für alle Leser, die sich mit Hackathons nicht so gut auskennen: Was ist die Schwierigkeit dabei?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Es geht darum, in einer beschränkten Zeit eine Lösung zu entwickeln, die anschließend vor einem Publikum und einer Jury präsentiert werden muss. In diesem Fall ging der Hackathon nur über 24 Stunden, das ist nicht viel Zeit, um eine Idee zu entwickeln, einen Prototyp zu bauen und anschließend noch die Präsentation vorzubereiten. Man darf sich dabei nicht verzetteln und muss sich auf das konzentrieren, was man letztlich zeigen möchte.

Philipp Zehnder: Der Mangel an Schlaf ist sicherlich auch eine Schwierigkeit – wir haben es nicht geschafft, die ganze Nacht ohne Pause durchzumachen und haben noch ein paar Stunden Schlaf gefunden, aber andere Teams haben ohne Pause durchentwickelt.

FZI-Blog: Wie sah eure Strategie aus?

Philipp Zehnder: So eine richtige Strategie hatten wir anfangs gar nicht – wir wollten uns im Zug auf der Hinfahrt eigentlich in die vorhandenen Datenquellen einlesen, aber dann gab es einen Zugausfall und wir kamen nicht ins Internet. Der Hackathon ist um 15:00 Uhr gestartet, wir haben uns dann erstmal die Daten angeschaut und unsere erste Idee gleich wieder verworfen. Irgendwann kam uns die Idee mit dem persönlichen Assistenten.

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Wir wollten auf jeden Fall etwas Funktionierendes zeigen – dafür mussten wir unter anderem Echtzeitdaten zu Verkehrsmeldungen aus Frankfurt integrieren. Das Datenformat war, sagen wir mal, nicht ganz so einfach zu lesen – ich weiß noch, wie ich um 20:00 Uhr immer noch dabei war, die erste Datenquelle anzubinden und Zweifel hatte, ob wir überhaupt etwas Funktionierendes hinbekommen. Morgens früh um 04:00 Uhr sah es dann schon wieder anders aus ;-)

Philipp Zehnder: Am Ende hatten wir auch ein lauffähiges Tool, was wir in der Präsentation am Ende der Veranstaltung auch live zeigen konnten – wir haben ziemlich gezittert, aber es hat alles funktioniert.

FZI-Blog: Welche Leistung wird mit dem Kreativpreis ausgezeichnet?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: Die Jury hat in der Laudatio gemeint, dass sie an unserer Lösung überzeugt hat, dass zum einen das Potential besteht, viele verschiedene Daten aus öffentlichen Quellen anzubinden und auf der anderen Seite mit dem von uns entwickelten Chatbot eine sehr zugängliche Möglichkeit für Nutzer besteht, mit den Daten umzugehen. Viele offene Daten sind für Menschen ohne Entwicklerkenntnisse noch teilweise schwer zugänglich, gerade wenn Daten gleichzeitig noch maschinenlesbar sein sollen. Unsere Lösung setzt auf Sprache und erlaubt damit eine natürliche Interaktion und kann gleichzeitig auch viele interessante Anwendungsfälle abdecken – in unserer Demo haben wir ein Beispiel gezeigt, in dem wir Bürgern im Fall erhöhter Feinstaubbelastung einen vergünstigten Fahrschein anbieten.

FZI-Blog: Nimmt das FZI öfter an Hackathons teil?

Dr.-Ing. Dominik Riemer: In unserem Forschungsbereich Information Process Engineering (IPE) gibt es auf jeden Fall einige Leute, die schon öfters auf Hackathons gemeinsam unterwegs waren, zum Beispiel bei der Deutschen Bahn. Auch auf Klausurtagungen des Lehrstuhls von FZI-Direktor Prof. Dr. York Sure-Vetter und von IPE haben wir öfters Gruppen, die in kurzer Zeit gemeinsam ein Tool entwickeln. Für mich war es aber der erste große Hackathon.

Philipp Zehnder: Ich war schon als Student einige Male auf dem Event „Hackzurich“. Das ist der größte Hackathon im europäischen Raum. Besonders gut fand ich beim BMVI-Data-Run, wie gut alles organisiert war – man konnte sich voll auf das Coding konzentrieren, weil einem alles andere abgenommen wurde.


Dr.-Ing. Dominik Riemer ist Abteilungsleiter am FZI. Seine Dissertation verfasste er zu dem Thema "Methods and Tools for Management of Distributed Event Processing Applications".

Philipp Zehnder arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI. Seine Forschungsinteressen liegen im Stream Processing, maschinellen Lernen, Container-Technologien und verteilten Systemen.

Weitere Informationen zum Hackathon sowie eine Bildergalerie finden sich auf der Seite des BMVI.


 

 

FLA²IR-Team bereit für finale Phase der European Robotics Challenge

15.02.2018 - Am 27. Februar tritt das FLA²IR-Team beim finalen Entscheid der European Robotics Challenge an.


Am 27. Februar findet der Entscheid der European Robotics Challenge (EuRoC) bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim statt. Das FZI Forschungszentrum Informatik tritt im EuRoC-Finale mit dem Team FLA²IR an. Dieses besteht neben Wissenschaftlern des FZI aus Vertretern der Adam Opel AG sowie der MRK Systeme. Das Team hat sich in den letzten Wochen intensiv auf die finale Phase der EuRoC vorbereitet. Der Roboter, den das Team ins Rennen schickt, wird in einem gemeinsamen Arbeitsraum mit dem Werker einen flexiblen Gummi-Dichtungsstreifen selbständig und kraftbasiert an verschiedene Autotüren montieren.

Nach dem Erreichen der finalen EuRoC-Phase hat sich das Team FLA²IR auf die Entwicklung von Pilot-Anwendungen mit Automatisierungs-Herausforderungen konzentriert, die bisher nicht automatisierbar waren. So ist eine Schwierigkeit bei der Handhabung von flexiblen, biegenschlaffen Gummidichtungen, dass diese nicht mit den herkömmlichen Industrierobotern handhabbar oder montierbar sind. Um diese Herausforderungen anzugehen, setzte das Team FLA²IR eine präzise Add-on-Kraftregelung in Kombination mit intelligenten Manipulations-Strategien ein. Die Pilot-Anwendung wird bei Opel im Werk Rüsselsheim aufgebaut und demonstriert.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, wurden zahlreiche, neue Fähigkeiten entwickelt: Unter anderem entstand eine kraftsensitive Manipulation zur Montage sowie ein webbasiertes Werkzeug, um neue Trajektorien einfach zu programmieren. Alle Werkzeuge basieren auf ROS Industrial. Obwohl die Anforderungen im EuRoC-Piloten sehr speziell sind, können die Fähigkeiten dank ROS in Zukunft schnell auf andere Industrie- und Montageanwendungen transferiert werden.

Dieses Video auf dem FZI-You-Tube-Kanal zeigt die bisherigen Ergebnisse des FLA²IR-Teams von der vorangegangenen Showcase-Runde: In dieser wurde bereits gezeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, eine solche Gummi-Dichtung mit Hilfe eines Roboters zu montieren. In der finalen Phase wird demonstriert, wie die Türdichtungsmontage nicht nur im Labor, sondern auch in der Automobil-Industrie unter realen Produktionsbedingungen realisierbar ist.


Am FZI verantwortlich für die European Robotics Challenge und die Arbeit des FLA²IR-Teams ist der wissenschaftliche Mitarbeiter Georg Heppner.


 

 

Warum sind Passwörter so wichtig? 5 Fragen an FZI-Wissenschaftler Roland Gröll

01.02.2018 - Am "Ändere-dein-Passwort-Tag" fragen wir Roland Gröll vom Kompetenzzentrum IT-Sicherheit warum Passwörter wichtig sind, mit welchen Mitteln diese oft geknackt werden und wie weit die Forschung beim Thema Internetsicherheit ist.

FZI-Blog: Am 1. Februar ist Ändere-dein-Passwort-Tag. Warum brauchen wir überhaupt Passwörter?

Roland Gröll: Mit Passwörtern stellt man sicher, dass nur derjenige der das Passwort kennt sich bei einem Dienst oder an einem Computer anmelden kann.

FZI-Blog: Wie oft sollte man sein Passwort ändern?

Roland Gröll: Sichere Passwörter müssen nur selten geändert werden. Dies ist dann der Fall wenn man vermutet, dass das Passwort bekannt geworden ist. Es gibt Studien die darauf hindeuten, dass häufige Passwortwechsel dazu führen, dass Benutzer unsicherere Passwörter wählen. Es besteht also die Möglichkeit, dass durch zu häufigen Austausch von Passwörtern die Sicherheit eher verringert als erhöht wird.

FZI-Blog: Was macht ein Passwort zu einem sicheren Passwort?

Roland Gröll: Ein Passwort sollte möglichst schwer zu erraten sein und zufällig sein. Dies erreicht man durch lange Passwörter und durch eine Mischung von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

FZI-Blog: Wie ist es überhaupt möglich, ein Passwort zu knacken und was empfiehlt das Kompetenzzentrum IT-Sicherheit um dem entgegenzuwirken?

Roland Gröll: Wenn ein Passwort zu den "üblichen" Passwörtern gehört ist die Gefahr groß, dass es durch einen Wörterbuchangriff gefunden wird. Hierbei wird eine Liste von mögliche Passwörtern durchprobiert um das richtige zu finden. Dem wirkt man entgegen, indem man kein Passwort verwendet, welches auf solchen Listen vorhanden ist. Es sollte also möglichst zufällig und einzigartig sein. Außerdem sind Passwörter nicht bei jedem Dienstleister sicher gespeichert. Es kommt immer wieder dazu, dass Passwörter von Webseiten geklaut werden, weil diese Webseiten unsichere Techniken verwenden. Ein Passwort sollten also nur für einen Dienst verwendet werden, damit durch solche Vorfälle nur der jeweilige Dienst betroffen ist. Die anderen Dienste, bei denen man Accounts hat, aber sicher bleiben. Da es unübersichtlich werden kann, wenn man pro Account ein Passwort verwendet, bieten sich Passwordmanager an. Hiermit vereinfacht sich die Verwaltung von Passwörtern.

FZI-Blog: Stand der Forschung: Wie kann man sich, abgesehen von Passwörtern, sicher im Internet bewegen?

Roland Gröll: Es ist wichtig die Software die man verwendet auf einem aktuellen Stand zu halten. Dadurch schützt man sich vor Malware, die sicherheitskritische Softwarefehler in veralteten Versionen ausnutzt. Zudem ist darauf zu achten, dass man mit den richtigen Webseiten kommuniziert und nicht auf Phishing reinfällt. Hierzu gibt es HTTPS. Dies ist eine Variante von HTTP welche für vertrauliche und authentifizierte Verbindungen zu Webseiten verwendet wird. Moderne Browser zeigen einem neben der Adressleiste an, ob die Verbindung sicher ist. Durch Adblocker schützt man sich vor Malware, die Werbung als möglichen Angriffspunkt verwendet.


Roland Gröll arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum IT-Sicherheit am FZI. Er beschäftigt sich aktuell mit Password Authenticated Key Exchange.