Der FZI-Blog

FLA²IR-Team bereit für finale Phase der European Robotics Challenge

15.02.2018 - Am 27. Februar tritt das FLA²IR-Team beim finalen Entscheid der European Robotics Challenge an.


Am 27. Februar findet der Entscheid der European Robotics Challenge (EuRoC) bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim statt. Das FZI Forschungszentrum Informatik tritt im EuRoC-Finale mit dem Team FLA²IR an. Dieses besteht neben Wissenschaftlern des FZI aus Vertretern der Adam Opel AG sowie der MRK Systeme. Das Team hat sich in den letzten Wochen intensiv auf die finale Phase der EuRoC vorbereitet. Der Roboter, den das Team ins Rennen schickt, wird in einem gemeinsamen Arbeitsraum mit dem Werker einen flexiblen Gummi-Dichtungsstreifen selbständig und kraftbasiert an verschiedene Autotüren montieren.

Nach dem Erreichen der finalen EuRoC-Phase hat sich das Team FLA²IR auf die Entwicklung von Pilot-Anwendungen mit Automatisierungs-Herausforderungen konzentriert, die bisher nicht automatisierbar waren. So ist eine Schwierigkeit bei der Handhabung von flexiblen, biegenschlaffen Gummidichtungen, dass diese nicht mit den herkömmlichen Industrierobotern handhabbar oder montierbar sind. Um diese Herausforderungen anzugehen, setzte das Team FLA²IR eine präzise Add-on-Kraftregelung in Kombination mit intelligenten Manipulations-Strategien ein. Die Pilot-Anwendung wird bei Opel im Werk Rüsselsheim aufgebaut und demonstriert.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, wurden zahlreiche, neue Fähigkeiten entwickelt: Unter anderem entstand eine kraftsensitive Manipulation zur Montage sowie ein webbasiertes Werkzeug, um neue Trajektorien einfach zu programmieren. Alle Werkzeuge basieren auf ROS Industrial. Obwohl die Anforderungen im EuRoC-Piloten sehr speziell sind, können die Fähigkeiten dank ROS in Zukunft schnell auf andere Industrie- und Montageanwendungen transferiert werden.

Dieses Video auf dem FZI-You-Tube-Kanal zeigt die bisherigen Ergebnisse des FLA²IR-Teams von der vorangegangenen Showcase-Runde: In dieser wurde bereits gezeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, eine solche Gummi-Dichtung mit Hilfe eines Roboters zu montieren. In der finalen Phase wird demonstriert, wie die Türdichtungsmontage nicht nur im Labor, sondern auch in der Automobil-Industrie unter realen Produktionsbedingungen realisierbar ist.


Am FZI verantwortlich für die European Robotics Challenge und die Arbeit des FLA²IR-Teams ist der wissenschaftliche Mitarbeiter Georg Heppner.


 

 

Sind Roboter schon Teil des Alltags? 5 Fragen an Arne Rönnau, FZI

07.02.2018 - Sind Roboter im Alltag noch Zukunftsmusik oder bereits gelebte Realität? FZI-Mitarbeiter Arne Rönnau forscht am FZI mit seinem Team an verschiedenen Robotikthemen.

FZI-Blog: Am 7. Februar ist „Liebe-deinen-Roboter-Tag“. Aber welche Privatperson hat schon einen eigenen Roboter?

Arne Rönnau: Es ist gar nicht mehr so ungewöhnlich einen Roboter zu haben. So sind Staubsaugroboter wirklich beliebt und werden neben Rasenmährobotern und Spielzeugrobotern auch zuhause privat eingesetzt. Auch trifft man immer häufiger in Fachmärkten auf Roboter, die einen dabei unterstützen, das Richtige zu finden. Das ist nur der Anfang. Ich bin davon überzeugt, dass es immer normaler werden wird, auch privat einen oder mehrere Roboter zu haben.

FZI-Blog: Woran forscht das FZI aktuell in der Robotik?

Arne Rönnau: Eines der wichtigsten Themen ist die natürliche, sichere Interaktion zwischen Roboter und Mensch. Hier konzentrieren wir uns nicht nur auf das Thema Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) in der industriellen Produktion, sondern auch darauf, wie wir Roboter einsetzen können um Patienten zu helfen oder sie in einem SmartHome zu unterstützen. Es gibt natürlich viele weitere Themen am FZI, bei denen wir wichtige Beiträge leisten, um Roboter in neuen Pilotanwendungen einsetzbar zu machen. 

FZI-Blog: Sind die Ängste von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, irgendwann durch Roboter ausgetauscht zu werden, berechtigt?

Arne Rönnau: Nein, ich glaube nicht, dass man sich da allzu viele Sorgen machen muss. Der Trend geht aktuell dahin, dass sich Roboter und Menschen die Arbeit teilen und zusammen in einem Team jeweils ihre Stärken einbringen. Außerdem beobachten wir, dass Hersteller große Produktionsstandorte dank flexibler, effizienter Robotik-Lösungen zurück nach Deutschland verlegen.

FZI-Blog: Gibt es einen Roboter, der Ihnen, vielleicht sogar durch Ihre Tätigkeit am FZI, besonders ans Herz gewachsen ist?

Arne Rönnau: Ja, unser sechsbeiniger Laufroboter LAURON. Bereits als Student durfte ich mit LAURON arbeiten. So viele Jahre schweißen einfach zusammen. Außerdem freut es mich sehr, dass wir LAURON gerade dazu befähigen, selbst Risiken einzuschätzen und so selbst besser Entscheidungen zu treffen.

FZI-Blog: Vor welchen Herausforderungen steht die Disziplin aktuell?

Arne Rönnau: Wir stehen vor einem Fachkräftemangel. Die Robotik ist eine Schlüsseltechnologie für flexible, wirtschaftliche Produktionslösungen. Die Nachfrage nach Robotik-Experten ist enorm.


Arne Rönnau ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Abteilungsleiter am FZI.  Ein zentrales Thema seiner Forschung ist die Roboter-Mensch-Interaktion.


Warum sind Passwörter so wichtig? 5 Fragen an FZI-Wissenschaftler Roland Gröll

01.02.2018 - Am "Ändere-dein-Passwort-Tag" fragen wir Roland Gröll vom Kompetenzzentrum IT-Sicherheit warum Passwörter wichtig sind, mit welchen Mitteln diese oft geknackt werden und wie weit die Forschung beim Thema Internetsicherheit ist.

FZI-Blog: Am 1. Februar ist Ändere-dein-Passwort-Tag. Warum brauchen wir überhaupt Passwörter?

Roland Gröll: Mit Passwörtern stellt man sicher, dass nur derjenige der das Passwort kennt sich bei einem Dienst oder an einem Computer anmelden kann.

FZI-Blog: Wie oft sollte man sein Passwort ändern?

Roland Gröll: Sichere Passwörter müssen nur selten geändert werden. Dies ist dann der Fall wenn man vermutet, dass das Passwort bekannt geworden ist. Es gibt Studien die darauf hindeuten, dass häufige Passwortwechsel dazu führen, dass Benutzer unsicherere Passwörter wählen. Es besteht also die Möglichkeit, dass durch zu häufigen Austausch von Passwörtern die Sicherheit eher verringert als erhöht wird.

FZI-Blog: Was macht ein Passwort zu einem sicheren Passwort?

Roland Gröll: Ein Passwort sollte möglichst schwer zu erraten sein und zufällig sein. Dies erreicht man durch lange Passwörter und durch eine Mischung von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

FZI-Blog: Wie ist es überhaupt möglich, ein Passwort zu knacken und was empfiehlt das Kompetenzzentrum IT-Sicherheit um dem entgegenzuwirken?

Roland Gröll: Wenn ein Passwort zu den "üblichen" Passwörtern gehört ist die Gefahr groß, dass es durch einen Wörterbuchangriff gefunden wird. Hierbei wird eine Liste von mögliche Passwörtern durchprobiert um das richtige zu finden. Dem wirkt man entgegen, indem man kein Passwort verwendet, welches auf solchen Listen vorhanden ist. Es sollte also möglichst zufällig und einzigartig sein. Außerdem sind Passwörter nicht bei jedem Dienstleister sicher gespeichert. Es kommt immer wieder dazu, dass Passwörter von Webseiten geklaut werden, weil diese Webseiten unsichere Techniken verwenden. Ein Passwort sollten also nur für einen Dienst verwendet werden, damit durch solche Vorfälle nur der jeweilige Dienst betroffen ist. Die anderen Dienste, bei denen man Accounts hat, aber sicher bleiben. Da es unübersichtlich werden kann, wenn man pro Account ein Passwort verwendet, bieten sich Passwordmanager an. Hiermit vereinfacht sich die Verwaltung von Passwörtern.

FZI-Blog: Stand der Forschung: Wie kann man sich, abgesehen von Passwörtern, sicher im Internet bewegen?

Roland Gröll: Es ist wichtig die Software die man verwendet auf einem aktuellen Stand zu halten. Dadurch schützt man sich vor Malware, die sicherheitskritische Softwarefehler in veralteten Versionen ausnutzt. Zudem ist darauf zu achten, dass man mit den richtigen Webseiten kommuniziert und nicht auf Phishing reinfällt. Hierzu gibt es HTTPS. Dies ist eine Variante von HTTP welche für vertrauliche und authentifizierte Verbindungen zu Webseiten verwendet wird. Moderne Browser zeigen einem neben der Adressleiste an, ob die Verbindung sicher ist. Durch Adblocker schützt man sich vor Malware, die Werbung als möglichen Angriffspunkt verwendet.


Roland Gröll arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum IT-Sicherheit am FZI. Er beschäftigt sich aktuell mit Password Authenticated Key Exchange.