Artification = Kunst + Gamification
Kunst spielerisch entdecken mit Gamification, KI und digitalen Museumsdaten
Start: 12.2018
Ende: 12.2020
ARTIFICATION verbindet Kunstvermittlung, Gamification und digitale Technologien, um neue Zugänge zur Staatsgalerie Stuttgart zu schaffen. Im Projekt wurden gemeinsam mit der Staatsgalerie Stuttgart, der Hochschule der Medien Stuttgart und dem FZI Forschungszentrum Informatik spielerische digitale Formate entwickelt, die insbesondere junge, digital affine Zielgruppen ansprechen. Ausgangspunkt war die Frage, wie kunsthistorisches Wissen, Museumsarbeit und Sammlungsdaten so aufbereitet werden können, dass sie nicht nur informativ, sondern auch spielerisch, interaktiv und motivierend erfahrbar werden. Dafür wurden Ideen für digitale Spiele und Anwendungen rund um Kunstwerke, Provenienzforschung, virtuelle Ausstellungen, Augmented Reality, Virtual Reality und KI-basierte Empfehlungen entwickelt. Bestehende Sammlungsdaten der Staatsgalerie wurden als Grundlage genutzt und technisch so erschlossen, dass sie in digitalen Anwendungen weiterverwendet werden können. Aus dem Projektumfeld entstanden unter anderem die VR Experience „Art Hunters“ sowie „K_AI“, eine KI-gestützte Anwendung zur persönlichen Entdeckung von Werken aus der Sammlung. Ziel des Projekts war es, Barrieren zum Museum abzubauen, die digitale Strategie der Staatsgalerie zu stärken und Museumswissen in zeitgemäße, spielerische Erlebnisse zu übersetzen.
Im Projekt ARTIFICATION wurden die zentralen Aufgaben eines Museums, Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln, in spielerische digitale Formate übersetzt. Grundlage war ein agiler, iterativer Player-Centered-Design-Prozess: Ausgehend von der Zielgruppe wurden Personas entwickelt, Spielideen konzipiert, Prototypen erstellt, getestet und anhand von Nutzerfeedback weiterentwickelt. Geplant waren unter anderem mobile, locationbasierte und immersive Ansätze, bei denen Besucherinnen und Besucher Kunstorte in Stuttgart entdecken, Provenienzen recherchieren, virtuelle Ausstellungen gestalten oder Werke der Staatsgalerie auf neue Weise erleben können. Parallel zur Spiele- und Konzeptentwicklung wurde die digitale Infrastruktur der Staatsgalerie erweitert. Sammlungsdaten aus bestehenden Systemen wurden für digitale Anwendungen nutzbar gemacht und mit modernen Schnittstellen, semantischen Datenmodellen und KI-Komponenten verknüpft. Dadurch sollten Spiele, AR-/VR-Anwendungen und weitere digitale Formate auf strukturierte kunsthistorische Informationen zugreifen können. Die Hochschule der Medien verantwortete insbesondere Game Design, Experience Design, Prototyping und Evaluation. Die Staatsgalerie übernahm Projektleitung, Inhalte, Vermittlung und Kommunikation. Das FZI entwickelte technische Grundlagen für Datenintegration, Wissensgraphen, Schnittstellen und die Bereitstellung von Machine-Learning-Modellen. Die entstandenen Anwendungen machen Forschungs- und Sammlungswissen online und im Museum spielerisch zugänglich.
Das FZI war im Projekt für die technischen Grundlagen der digitalen Museumsanwendungen verantwortlich. Im Mittelpunkt standen Backend-Entwicklung, semantische Datenintegration und die Bereitstellung strukturierter Sammlungsdaten für weitere Anwendungen. Dazu band das FZI bestehende Systeme der Staatsgalerie, insbesondere die Sammlungsdatenbank, an und überführte relevante Informationen. Darüber hinaus entwickelte das FZI ein Konzept für ein Repository trainierter Machine-Learning-Modelle, insbesondere für Verfahren der Bildauswertung um "»K_AI«, die künstliche Intelligenz der Staatsgalerie" zu implementieren und mit den nötigen Daten zu versorgen. Damit schuf das FZI eine nachhaltige technische Grundlage, die nicht nur für die im Projekt entwickelten Spiele, sondern auch für künftige digitale Anwendungen der Staatsgalerie nutzbar ist. Die Rolle des FZI lag damit an der Schnittstelle von angewandter KI, semantischem Datenmanagement, Backend-Architektur und digitaler Kulturvermittlung.