Forschungsprojekte

SOSEC
Social Sentiment in Times of Crises
Start: 10.2022

Das Forschungsprojekt SOSEC – Social Sentiment in Times of Crises untersucht gesellschaftliche Stimmungen und Polarisierung in Deutschland und den USA. Seit 2022 werden in einer repräsentativen Panelstudie alle zwei Wochen jeweils rund 1.750 Personen pro Land zu politischen Einstellungen, Vertrauen in Institutionen und gesellschaftlichen Entwicklungen befragt. Ziel ist es, Veränderungen im gesellschaftlichen Sentiment frühzeitig zu erkennen und mögliche demokratische Kipppunkte zu analysieren.
Das Forschungsprojekt SOSEC – Social Sentiment in Times of Crises untersucht, wie gesellschaftliche Stimmungen, politische Einstellungen und Vertrauen in Institutionen sich in Zeiten gesellschaftlicher Krisen verändern. Ziel des Projekts ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie gesellschaftliche Polarisierung entsteht, welche Faktoren politische Einstellungen beeinflussen und unter welchen Bedingungen demokratische Gesellschaften besonders anfällig für Destabilisierung sind.

Im Zentrum des Projekts steht eine repräsentative Panelstudie in Deutschland und den USA, die seit November 2022 kontinuierlich durchgeführt wird. In einem zweiwöchentlichen Rhythmus werden jeweils rund 1.750 Teilnehmende pro Land zu einer Vielzahl gesellschaftlicher Themen befragt, darunter politische Einstellungen, Vertrauen in staatliche Institutionen, Wahrnehmungen gesellschaftlicher Konflikte sowie individuelle Sorgen, Erwartungen und Lebenssituationen. Durch diese hohe zeitliche Auflösung lassen sich Veränderungen im gesellschaftlichen Sentiment sehr präzise nachvollziehen und mit aktuellen politischen Ereignissen in Beziehung setzen.

Die Befragung umfasst mehrere thematische Bereiche, darunter persönliche Lebenssituationen, gesellschaftliche Sorgen, politische Einstellungen, Vertrauen in Institutionen, Mediennutzung sowie demografische Merkmale. Durch die wiederholte Befragung derselben Panelstruktur entsteht über die Zeit ein detailliertes Bild darüber, wie sich gesellschaftliche Stimmungen entwickeln und welche Faktoren Veränderungen im politischen Klima beeinflussen.

Ergänzend zur Panelbefragung integriert SOSEC weitere Datenquellen. Ein News-Event-Monitoring erfasst relevante politische Ereignisse und Debatten in internationalen Nachrichtenmedien. Diese Ereignisse werden anschließend mit Diskursen auf sozialen Medien sowie mit den Paneldaten abgeglichen. Dadurch lassen sich Zusammenhänge zwischen medialer Berichterstattung, Online-Debatten und Veränderungen im gesellschaftlichen Sentiment analysieren.

Die im Projekt erhobenen Daten werden zudem in einem interaktiven Dashboard zusammengeführt. Dieses ermöglicht es Forschenden, politischen Entscheidungsträgern und anderen Akteuren, gesellschaftliche Trends zu analysieren, Hypothesen über politische Dynamiken zu testen und potenzielle Risiken für demokratische Stabilität frühzeitig zu erkennen. Ein zentraler Forschungsansatz von SOSEC ist die Untersuchung möglicher gesellschaftlicher Kipppunkte. Gemeint sind Situationen, in denen scheinbar kleine Ereignisse größere Veränderungen in gesellschaftlichen Einstellungen auslösen können. Durch die Kombination von Paneldaten, Medienanalysen und computationalen Methoden soll SOSEC dazu beitragen, solche Dynamiken besser zu verstehen und evidenzbasierte Erkenntnisse für Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit bereitzustellen.

Rolle des FZI
Das FZI Forschungszentrum Informatik verantwortet die wissenschaftliche Konzeption, Koordination und technische Umsetzung des Projekts SOSEC. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchgeführt.
Am FZI werden insbesondere die Panelstudie konzipiert und ausgewertet sowie verschiedene Datenquellen – Panelbefragung, Medienmonitoring und Social-Media-Daten – methodisch miteinander verknüpft. Darüber hinaus entwickelt das FZI das interaktive Dashboard zur Analyse gesellschaftlicher Trends und Stimmungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Verbindung von Methoden aus Sozialwissenschaften, Informatik und Computational Social Science, um gesellschaftliche Dynamiken datenbasiert zu untersuchen und wissenschaftliche Erkenntnisse für Politik, Medien und Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ansprechperson
Abteilungsleiter
Bereich: Information Process Engineering
Außenstelle Berlin

Forschungsschwerpunkt
Digitale Gesellschaft

Mit Expertise in angewandter KI, Computational Social Science und Medizintechnik schaffen wir Lösungen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

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