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09.10.2026

Manifest zur Digitalen Souveränität

Karlsruher Souveränitätsökosystem bekennt sich zur gemeinsamen Haltung

„Über die Digitale Souveränität Europas wird nicht in Brüssel oder Berlin entschieden. Sie entsteht dort, wo Kompetenzen gebündelt, Technologien erprobt und Abhängigkeiten praktisch reduziert werden.“ Und das trifft auf Karlsruhe ganz besonders zu: Mit der heutigen Vorstellung des Karlsruher Manifests zur Digitalen Souveränität zeigen Akteur*innen der Initiative karlsruhe.digital, wie hier wirtschaftlich erfolgreich, technologisch offen und zugleich digital selbstbestimmt gehandelt und Digitale Souveränität aktiv gestaltet wird.

Die 12 Handlungsfelder des Manifests zeigen auf, wie Digitale Souveränität erreicht werden kann und welche Stärken Karlsruhe dabei besitzt – wie u.a. IT-Sicherheit, Datenhoheit, offene Standards und Exit-Fähigkeit, transparente und überprüfbare Systeme sowie digitale Bildung und Transfer. Am 9. Oktober 2026 stellte die Initiative karlsruhe.digital das Karlsruher Manifest zur Digitalen Souveränität im Medientheater des ZKM öffentlich vor.

Karlsruhe als regionaler Vorreiter

„Forschung darf nicht beim Abschlussbericht enden. Diese Überzeugung hat mich bei der Arbeit am Karlsruher Manifest begleitet. Jetzt müssen wir Lösungen aus Karlsruhe erproben, beschaffen und weiterentwickeln – damit aus Wissen Wahlfreiheit wird“, betont Jan Wiesenberger, Vorstandsvorsitzender des FZI Forschungszentrum Informatik und ebenfalls Mitglied der Expert*innengruppe Digitale Souveränität. „Karlsruhe bringt in gleich mehreren Feldern ein breites Kompetenzprofil ein.“

Denn IT-Sicherheit gehöre zu den etablierten Kernkompetenzen des Standorts. Hinzu komme die Expertise in Recht und Datenschutz sowie Ansätze, Fairness und Nachvollziehbarkeit digitaler Systeme in den Mittelpunkt zu stellen, macht Wiesenberger deutlich. Statt nicht überprüfbarer „Black Boxes“ setze das Manifest auf transparente und vertrauenswürdige Lösungen wie etwa Trusted Source und Open Source, überprüfbare Systeme und offene Standards.

Digitale Souveränität als zentrale Voraussetzung

Ziel des Manifests ist es, Karlsruhe zu einem lebendigen Labor für digitale Souveränität zu entwickeln. Karlsruhe wartet nicht auf Digitale Souveränität – die Akteur*innen in Karlsruhe gestalten, erproben, erklären und bringen sie erfolgreich in die Anwendung.

Das Karlsruher Souveränitätsökosystem ist überzeugt: Digitale Souveränität ist eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende moderne freiheitliche und demokratische Gesellschaft. Die Unterzeichnung des gemeinsamen Bekenntnisses macht Karlsruhe zum Vorreiter – mit Strahlkraft aus der Region nach Europa.

Über das FZI

Das FZI Forschungszentrum Informatik mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Sie bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Betreut von Professor*innen verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Das FZI ist Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und strategischer Partner der Gesellschaft für Informatik (GI).