Success Story

Von der Forschung auf die Baustelle: Die Idee hinter Open Experience

Technologietransfer mit Wirkung

Auf einer Baustelle entstehen täglich enorme Mengen an Daten – von Fotos über Notizen bis hin zu Mängelberichten und Protokollen. Lange Zeit wurden sie allerdings kaum strukturiert erfasst und genutzt. Für den ehemaligen FZI-Wissenschaftler Konstantin Krahtov war genau das der Ausgangspunkt für eine Idee: Baustellen so zu organisieren, dass Informationen genauso präzise fließen wie Material und Maschinen. Diese Idee führte 2009 zur FZI-Ausgründung der Open Experience GmbH.

Eine Idee aus der Forschung

Bevor Konstantin die Open Experience GmbH gründete, arbeitete er mehrere Jahre am FZI an Themen rund um Produktdatenmanagement und Informationssysteme im Engineering. Dort ging es darum, komplexe technische Abläufe besser zu strukturieren und sie durch digitale Methoden zu unterstützen.

In dieser Zeit wurde ihm der Nachholbedarf in der Baubranche immer deutlicher: Während viele Branchen bereits intensiv mit digitalen Daten arbeiteten, lief auf Baustellen vieles noch analog ab. Informationen wurden handschriftlich notiert, fotografiert oder in verschiedenen Dokumenten gesammelt. Hier erkannte er ein enormes Potenzial und entschloss sich daher, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Mit Unterstützung durch Programme wie das EXIST-Gründerstipendium und Junge Innovatoren Baden-Württemberg entstand 2009 die Open Experience GmbH.

Die Vision der digitalen Baustelle

Die Idee hinter Open Experience: Alle relevanten Informationen einer Baustelle werden digital gebündelt und in einem gemeinsamen Abbild des Bauprojekts zusammengeführt. So können Bauleiter*innen, Ingenieur*innen oder Handwerker*innen aktuelle Daten direkt auf der Baustelle mit mobilen Anwendungen erfassen und mit den Planungsinformationen verknüpfen. Dazu entwickelt Open Experience die passenden Softwarelösungen. Diese ermöglichen unter anderem:

  • Mängelmanagement: Probleme werden sofort erfasst und an alle Beteiligten weitergegeben
  • Fotodokumentation: Bilder halten den Baufortschritt strukturiert fest
  • Digitale Checklisten: Unterstützung bei Qualitätskontrollen und Prüfprozessen
  • Bautagebuch: Wichtige Ereignisse werden automatisch in Tagesberichten zusammengeführt
Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus Software und eigener Hardware, um Daten möglichst vollständig und automatisiert zu erfassen. Dazu gehören beispielsweise ein Roboter mit einer 360°-Kamera für eine lückenlose Baustellendokumentation, Wetterstationen zur Aufzeichnung von Witterungsbedingungen oder Webcams für die kontinuierliche Baustellenüberwachung.
 
Alle erfassten Daten werden in einer von Open Experience betriebenen Cloud-Infrastruktur sicher gespeichert und weiterverarbeitet. So behalten sowohl das Unternehmen als auch die Kunden die volle Kontrolle über Datenschutz, Verfügbarkeit und Qualität der Informationen.
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Ein mobiler Roboterhund dokumentiert den Baufortschritt mit integrierter Kameratechnik
Während meiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI habe ich gemerkt, dass die Baubranche enormes Potenzial hat, wenn man Bauwissen und Informatik konsequent zusammenbringt. Genau das macht Open Experience: Wir verbinden das Verständnis für die realen Abläufe auf der Baustelle mit moderner Softwaretechnologie. Diese Schnittstelle zwischen zwei Disziplinen, die traditionell wenig miteinander zu tun hatten, hat mich von Anfang an fasziniert und treibt mich bis heute an.
Konstantin Krahtov
Gründer der Open Experience GmbH

Forschung bleibt Teil der DNA

Was als Idee aus der Forschung begann, ist heute ein Unternehmen, das Software, Hardware und Forschung miteinander verbindet. Open Experience arbeitet weiterhin eng mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen, um neue Technologien für die Baupraxis zu entwickeln.

Auch bei der Gründung spielte das FZI eine entscheidende Rolle: Neben der Unterstützung beim EXIST-Gründerstipendium konnte das Team in den ersten Monaten die Infrastruktur und Räumlichkeiten des FZI nutzen. Das erleichterte den Start erheblich und ermöglichte es, sich voll auf die Produktentwicklung zu konzentrieren.

Die Erfolgsgeschichte der Open Experience GmbH zeigt, wie aus anwendungsnaher Forschung innovative Lösungen für reale Herausforderungen entstehen – und wie die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis ganze Branchen nachhaltig verändern kann.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie das FZI Forschung im Bereich intelligenter Informationssysteme in praktische Anwendungen überführt? Kontaktieren Sie uns gerne!

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Bereichsleiter
Information Process Engineering