Einfach bessere Daten
FZI veröffentlicht Datensatz für Forschung und kommerzielle Anwendungen für das autonome Fahren
Zum Abschluss des Forschungsprojekts jbDATA veröffentlicht das FZI aufbereitete Verkehrsdaten für die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen. Der Datensatz FZI-AURA steht auf Hugging Face als Open Data bereit und kann von Wissenschaft und Industrie auch kommerziell genutzt werden. Zugleich zeigt das Projekt, wie sich relevante Verkehrssituationen gezielter erfassen und große Datenmengen effizient reduzieren lassen.
Hochwertige Datensätze sind eine wichtige Grundlage für das Training, die Überprüfung und die Weiterentwicklung KI-basierter Fahrfunktionen. Für die Verwendung entscheidend sind jedoch neben der Qualität der Daten auch die Lizenzbedingungen, die oftmals eine kommerzielle Nutzung verhindern.
Mit FZI-AURA veröffentlicht das FZI Forschungszentrum Informatik einen hochwertigen Open-Data-Datensatz, der sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch nahtlos für die kommerzielle Weiterentwicklung genutzt werden kann, etwa zur Entwicklung von Wahrnehmungsmodellen, zur Erprobung von Algorithmen oder zur Überprüfung automatisierter Fahrfunktionen.
Enthalten sind zeitlich aufeinander abgestimmte Kamera-, LiDAR- und Radardaten aus realen Verkehrssituationen. Die Rohdaten werden schrittweise durch Annotationen wie 3D-Bounding-Boxen und semantisch segmentierte Punktwolken ergänzt. Hierzu wird die LiDAR-Punktwolke in Klassen wie „Straße“ oder „Fahrzeug“ und „Markierungen“ eingeordnet, die Objekte in den Sensordaten kennzeichnen und über mehrere Aufnahmen hinweg verfolgen. Dadurch können die Daten direkt für das Training und die Bewertung von KI-Modellen eingesetzt werden.
Gezielt relevante Verkehrsdaten erfassen
Dieser Ansatz reduziert den Speicher- und Verarbeitungsaufwand und erhöht zugleich den Informationsgehalt der gesammelten Daten. Datenschutzrelevante Bildbereiche wurden vor der Veröffentlichung mithilfe von am FZI entwickelten Anonymisierungsmethoden bearbeitet.
Über jbDATA und jbDATAset
„Forschungsdaten entfalten ihren Wert vor allem dann, wenn sie über mehrere Projekte hinweg genutzt werden können. “, erklärt Dr.-Ing. Philip Schörner, Projekteiter am FZI. „Mit FZI-AURA stellen wir einen hochwertigen Datensatz bereit, der nicht nur offen zugänglich ist, sondern dank klarer Nutzungsrechte auch in industriellen Anwendungen eingesetzt werden darf. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für weitere Forschung und den Transfer in die Praxis.“
Das FZI war im Projekt jbDATA an der Konzeption der Datenerhebung, der intelligenten Auswahl relevanter Verkehrsszenarien sowie der Datenaufbereitung beteiligt. Die Verkehrsdaten wurden mit der FZI-Versuchsplattform CoCarNextGen erhoben. Für die Verarbeitung datenschutzrelevanter Bildbereiche kamen Anonymisierungsmethoden zum Einsatz, die im Kontext des FZI-Projekts ANYMOS entwickelt wurden.
Über das FZI
Das FZI Forschungszentrum Informatik mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Sie bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Betreut von Professor*innen verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Das FZI ist Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und strategischer Partner der Gesellschaft für Informatik (GI).

