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21.09.2026

Einfach bessere Daten

FZI veröffentlicht Datensatz für Forschung und kommerzielle Anwendungen für das autonome Fahren

Zum Abschluss des Forschungsprojekts jbDATA veröffentlicht das FZI aufbereitete Verkehrsdaten für die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen. Der Datensatz FZI-AURA steht auf Hugging Face als Open Data bereit und kann von Wissenschaft und Industrie auch kommerziell genutzt werden. Zugleich zeigt das Projekt, wie sich relevante Verkehrssituationen gezielter erfassen und große Datenmengen effizient reduzieren lassen.

Hochwertige Datensätze sind eine wichtige Grundlage für das Training, die Überprüfung und die Weiterentwicklung KI-basierter Fahrfunktionen. Für die Verwendung entscheidend sind jedoch neben der  Qualität der Daten auch die Lizenzbedingungen, die oftmals eine kommerzielle Nutzung verhindern.

Mit FZI-AURA veröffentlicht das FZI Forschungszentrum Informatik einen hochwertigen Open-Data-Datensatz, der sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch nahtlos für die kommerzielle Weiterentwicklung genutzt werden kann, etwa zur Entwicklung von Wahrnehmungsmodellen, zur Erprobung von Algorithmen oder zur Überprüfung automatisierter Fahrfunktionen.

Enthalten sind zeitlich aufeinander abgestimmte Kamera-, LiDAR- und Radardaten aus realen Verkehrssituationen. Die Rohdaten werden schrittweise durch Annotationen wie 3D-Bounding-Boxen und semantisch segmentierte Punktwolken ergänzt. Hierzu wird die LiDAR-Punktwolke in Klassen wie „Straße“ oder „Fahrzeug“ und „Markierungen“ eingeordnet, die Objekte in den Sensordaten kennzeichnen und über mehrere Aufnahmen hinweg verfolgen. Dadurch können die Daten direkt für das Training und die Bewertung von KI-Modellen eingesetzt werden.

Gezielt relevante Verkehrsdaten erfassen

Im Projekt jbDATA wurde untersucht, wie Messfahrzeuge gezielter solche Verkehrssituationen erfassen können, die bestehende Datensätze sinnvoll ergänzen. Ein Smart Data Loop analysiert dafür vorhandene Daten, erkennt Lücken und leitet daraus Anforderungen für weitere Aufnahmen ab. So lassen sich die Aufnahmefunktionen eines Fahrzeugs beispielsweise auf bestimmte Verkehrssituationen oder Objektklassen ausrichten.

Dieser Ansatz reduziert den Speicher- und Verarbeitungsaufwand und erhöht zugleich den Informationsgehalt der gesammelten Daten. Datenschutzrelevante Bildbereiche wurden vor der Veröffentlichung mithilfe von am FZI entwickelten Anonymisierungsmethoden bearbeitet.

Über jbDATA und jbDATAset

Der Datensatz FZI-AURA ist ein Teil des im Forschungsprojekt just better DATA entwickelten Datensatzes jbDATAset. Neben dem FZI stellen auch die Projektpartner AVL und b-plus eigene Sensordaten bereit. Alle Datensätze sind für die Kompatibilität untereinander entsprechend angeglichen.

„Forschungsdaten entfalten ihren Wert vor allem dann, wenn sie über mehrere Projekte hinweg genutzt werden können. “, erklärt Dr.-Ing. Philip Schörner, Projekteiter am FZI. „Mit FZI-AURA stellen wir einen hochwertigen Datensatz bereit, der nicht nur offen zugänglich ist, sondern dank klarer Nutzungsrechte auch in industriellen Anwendungen eingesetzt werden darf. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für weitere Forschung und den Transfer in die Praxis.“

Das FZI war im Projekt jbDATA an der Konzeption der Datenerhebung, der intelligenten Auswahl relevanter Verkehrsszenarien sowie der Datenaufbereitung beteiligt. Die Verkehrsdaten wurden mit der FZI-Versuchsplattform CoCarNextGen erhoben. Für die Verarbeitung datenschutzrelevanter Bildbereiche kamen Anonymisierungsmethoden zum Einsatz, die im Kontext des FZI-Projekts ANYMOS entwickelt wurden.

Über das FZI

Das FZI Forschungszentrum Informatik mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Sie bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Betreut von Professor*innen verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Das FZI ist Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und strategischer Partner der Gesellschaft für Informatik (GI).