FZI an Bord des Ausstellungsschiffes MS Wissenschaft
Interaktive Ausstellung tourt ab 7. Mai durch Deutschland und Österreich / Im Wissenschaftsjahr 2026 lautet das Thema Medizin der Zukunft
Forschungsschwerpunkt: Digitale Welt
Ausstellungsschiff MS Wissenschaft fährt ab 7. Mai durch Deutschland und Österreich / Erstmals eine Station in Polen / Im Wissenschaftsjahr 2026 lautet das Thema Medizin der Zukunft / PulseCam des FZI mit an Bord
Medizin zum Mitforschen: Interaktive Ausstellung geht auf Tour
Am 7. Mai 2026 startet die MS Wissenschaft ihre diesjährige Tour. Von Berlin aus fährt das Ausstellungsschiff nach Polen und danach durch Deutschland und Österreich. Insgesamt steuert es rund 35 kleine und große Städte an. An Bord dreht sich alles um das Thema Medizin der Zukunft. Der Eintritt ist frei.
Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, Knochenbrüche zu erkennen? Welche Krebstherapie schont unsere gesunden Zellen? Wie können wir Gesundheitsdaten nutzen, um jeden Menschen individuell zu behandeln? Und wie sieht eine Medizin aus, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern stärker berücksichtigt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung auf der MS Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft. Forschende zeigen, wie sie mit ihren Ideen und ihrer Arbeit schon heute die Medizin von morgen gestalten. Die Ausstellung nimmt die medizinische Forschung auf drei Ebenen unter die Lupe: von den kleinsten Vorgängen in den Zellen über das Zusammenspiel von Körper, Psyche und neuen Technologien bis zu äußeren Einflüssen von Gesellschaft und Umwelt, die unser Leben prägen.
An rund 30 Exponaten können Besuchende in der Ausstellung selbst aktiv werden. Sie können zum Beispiel Medikamente an einem künstlichen Organ testen, ihren Herzschlag mit einer Kamera messen oder virtuell in den Operationssaal der Zukunft eintauchen. Besuchende sind auch eingeladen, an drei Stationen neueste Forschungsmethoden zu Krankheiten wie Demenz, Diabetes oder Endometriose zu erkunden. Der Besuch der Ausstellung wird ab zwölf Jahren empfohlen. Ergänzend zur Ausstellung gibt es ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm sowie zahlreiche Workshops für Schulklassen.
PulseCam des FZI mit an Bord
Mit an Bord der MS Wissenschaft: Die PulseCam des FZI. Sie zeigt, wie sich Vitalparameter mit handelsüblichen Kameras erfassen lassen – ganz ohne Berührung. Das funktioniert, weil mit jedem Herzschlag minimale, für das menschliche Auge unsichtbare Farbveränderungen der Haut entstehen. Diese lassen sich optisch erfassen und mithilfe moderner Bildverarbeitung sowie KI-gestützter Analyse auswerten. So können physiologische Parameter wie Herzfrequenz oder Herzratenvariabilität ohne Sensoren auf der Haut bestimmt werden.
Das System eröffnet neue Möglichkeiten für Anwendungen in der Telemedizin oder für die Überwachung von Patient*innen in Notaufnahmen oder Rettungsfahrzeugen, indem Vitaldaten kontaktlos und kontinuierlich erfasst werden können.
Die FZI-Wissenschaftler*innen wollen damit zeigen, wie kamerabasierte Systeme die medizinische Versorgung im Alltag praktisch unterstützen können. Der Ansatz kombiniert moderne Signalverarbeitung mit KI-gestützter Bildanalyse. Er ist darauf ausgelegt, auch unter variierenden Bedingungen belastbare Ergebnisse zu liefern, etwa bei wechselnder Beleuchtung, unterschiedlichen Hauttypen oder bei Bewegung. Darüber hinaus kann die Software, derzeit noch im Demo-Szenario, das emotionale Befinden einer Person visualisieren.
PulsCam stammt aus dem Umfeld der kamerabasierten Zustands- und Kontextmessung und wurde am FZI konsequent weiterentwickelt, sodass ein Einsatz in neuen Domänen möglich wird. Ein besonders greifbarer Anwendungsfall der Technologie im Bereich Digital Healthcare ist die Triage-Unterstützung in der Notaufnahme, direkt bei der Ankunft von Patient*innen; also dort, wo Zeitgewinn lebensrettend sein kann. Perspektivisch können solche niedrigschwelligen technischen Verfahren helfen, kritische Situationen früher zu erkennen und Abläufe in stark frequentierten Settings zu entlasten.
Die Tour 2026
Von Berlin aus fährt das Schiff über Brandenburg erstmals nach Polen, wo es in Szczecin (Stettin) anlegt. Nach Stationen an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern fährt das Ausstellungsschiff wieder über Brandenburg nach Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. In Bayern endet Mitte September die diesjährige Deutschlandtour. Im Anschluss fährt das Schiff weiter nach Österreich.
Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft tourt seit 2002 jährlich durch Deutschland. Wissenschaft im Dialog (WiD) realisiert die Ausstellung mit Unterstützung der hinter WiD stehenden Wissenschaftsorganisationen und im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Exponate kommen direkt aus der Forschung und werden unter anderem entwickelt und zur Verfügung gestellt von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und DFG-geförderten Projekten, Hochschulen sowie weiteren Partnern wie das FZI Forschungszentrum Informatik.
Das österreichische Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, sowie die Abteilung Wissenschaft und Forschung des Landes Niederösterreich ermöglichen 2026 den Aufenthalt in Österreich.
Informationen zum Besuch
- Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 18.30 Uhr (für Schulklassen ab 9 Uhr). Informationen zu Abweichungen in einzelnen Städten auf der Webseite.
- Kostenlose Führungen durch die Ausstellung: Täglich 17 Uhr, am Wochenende sowie feiertags um 11 und 17 Uhr. Ein Audioguide in deutscher und englischer Sprache sowie eine Audiotour für Kinder ab acht Jahren stehen kostenlos zur Verfügung. Die Texte der Ausstellung sind auch auf Englisch, Polnisch und in Leichter Sprache zu erhalten.
- Anmeldung für Gruppen und Schulklassen: Ab zehn Personen ist eine Anmeldung unter der jeweiligen Station auf ms-wissenschaft.de/tour erforderlich. Termine für Schulklassen sind bereits ab 9 Uhr buchbar.
- Veranstaltungen an Bord: ms-wissenschaft.de/de/veranstaltungen/
- Informationen zur Ausstellung: ms-wissenschaft.de
- Informationen zum Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft: wissenschaftsjahr.de
- Fotos MS Wissenschaft: ms-wissenschaft.de/de/presse/fotos/
