Aufbauend auf den Ergebnissen von i4Driving und BERTHA behandelt HARMO Vertrautheit als dynamische latente Variable. Ein eigens erhobener Habituationsdatensatz dient dazu, Human-Behaviour-Modelle (HBMs) zu kalibrieren. Diese werden anschließend in eine hybride KI-Planungsarchitektur integriert. Die Validierung erfolgt anhand EU-CEM-konformer Szenarien. Dabei wird statischer Hintergrundverkehr durch „intelligente“ Agenten ersetzt, die realistische Verhaltensänderungen abbilden.
Abschließend wird das System in realen Logistik- und Shuttle-Pilotprojekten erprobt. Im Shadow Mode vergleicht HARMO seine Verhaltensprognosen mit dem tatsächlichen Verkehrsgeschehen, ohne in die Fahrzeugsteuerung einzugreifen. Die Ergebnisse werden in „Safety Evidence Packs“ überführt, die als Sicherheitsnachweise für Zulassungsverfahren dienen können. Damit schafft HARMO Grundlagen für ein vorhersehbares und menschenähnliches Fahrverhalten automatisierter Fahrzeuge und unterstützt den vertrauenswürdigen Einsatz kooperativer, vernetzter und automatisierter Mobilität (CCAM) in Europa.
FZI leitet T2.3 zur Weiterentwicklung der diffusionsbasierten Planung und verantwortet dabei insbesondere die Steuerungsfunktionen für gewünschte Verhaltenseigenschaften. Der Planer soll vielfältigere und menschenähnlichere Trajektorien erzeugen; Eigenschaften wie ein sportlicherer oder komfortablerer Fahrstil sowie Sicherheitsabstände sollen gezielt beeinflussbar sein. Die Verbesserung des Planers selbst übernimmt SAFEAD. FZI trägt außerdem in T2.5 gemeinsam mit SAFEAD und IRU zur Anpassung des Planers im Reinforcement-Learning-Prozess bei, in dem symbolische Bewertungen zur normativen Ausrichtung der generierten Trajektorien dienen. FZI ist für den Bericht zu den Verbesserungen des Diffusionsplaners (D2.3) verantwortlich.
Über die technische Entwicklung hinaus leitet FZI T7.2 „Wissenschaftlich-technisches Management“ über die gesamte Projektlaufzeit. Dazu gehören die Abstimmung übergreifender Strategien und Zeitpläne, die Überwachung des Fortschritts der Arbeitspakete sowie der fristgerechten und qualitätsgerechten Erstellung der Ergebnisse. Gemeinsam mit der Projektkoordination aktualisiert FZI die Risikomatrix und sorgt für ein gemeinsames Verständnis der Projektziele. Außerdem beteiligt sich FZI an der wissenschaftlichen und technischen Verbreitung der Projektergebnisse sowie an deren weiterer Nutzung in Forschung und Entwicklung.
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