Forschungsprojekte

DEMORGAN
Machbarkeitsstudie zur automatisierten Datenflussanalyse mobiler Gesundheitsanwendungen
Start: 07.2021
Ende: 03.2022

In einer Zeit, in der immer mehr Bürgerinnen und Bürger hochsensible Vital- und Gesundheitsdaten über mobile Applikationen verwalten, wächst die Sorge vor unkontrolliertem Datenabfluss. Fälle wie die Sicherheitsmängel bei „Vivy“ oder Datenschutzverstöße bei „Ada“ zeigen, dass diese Ängste berechtigt sind: Tracking-Dienste und Datenübermittlungen an Dritte erfolgen oft ohne explizite Einwilligung. Das Projekt Datenkapsel adressiert dieses Problem durch eine fundierte Machbarkeitsstudie. Ziel ist es, Licht in das Dunkel der App-Kommunikation zu bringen. Wir untersuchen innovative Wege, um Datenflüsse für Endanwender transparent zu machen und ihnen Werkzeuge zur intuitiven „Datenkapselung“ in die Hand zu geben. Damit befähigen wir Nutzer, selbst zu entscheiden, welche Information ihr Smartphone verlässt – für eine Digitalisierung des Gesundheitswesens, die auf Vertrauen und Sicherheit basiert.
Das Projekt verfolgt das Ziel, die informationelle Selbstbestimmung von Nutzern mobiler Gesundheitsanwendungen signifikant zu stärken. Da mobile Betriebssysteme (Android/iOS) aktuell kaum Möglichkeiten bieten, den Netzwerkverkehr einzelner Apps nachzuvollziehen, bleibt die Datennutzung für Laien und selbst für Experten oft eine „Blackbox“.
Das Vorhaben ist als Machbarkeitsstudie konzipiert, die technische und kommunikative Lösungen in vier zentralen Forschungsfragen erarbeitet:
Untersuchung, inwiefern Datenflüsse direkt auf dem Endgerät (z. B. durch Sandboxing/Arbeitsprofile oder TLS-Entschlüsselung) analysiert werden können.
Aufbau einer kontrollierten Infrastruktur, in der Apps aus den Stores automatisiert auf ihr Kommunikationsverhalten geprüft werden können.
Entwicklung von Methoden zur Simulation von Nutzereingaben und Wearable-Interaktionen, um Datenflüsse bereits vor der echten Nutzung zu provozieren und zu bewerten.
Analyse verschiedener Datenformate (z. B. JSON) sowie Entwicklung von Konzepten zur verständlichen Darstellung der Ergebnisse für den Nutzer, inklusive der Möglichkeit zur gezielten Kommunikationssperre. Das Projekt kombiniert Literaturrecherchen zum Stand der Technik mit explorativen technischen Aufbauten. Als Datenbasis dienen unter anderem bestehende Gesundheits-Apps des FZI, um Ist-Soll-Vergleiche durchzuführen. Das Ergebnis der achtmonatigen Laufzeit ist eine Kurzstudie, welche die Realisierbarkeit eines Systems zur automatisierten Datenflussanalyse und Nutzerbefähigung darlegt.
Rolle des FZI
Technisches Security Testing: Über unser Kompetenzzentrum IT-Sicherheit führen wir tiefgehende Analysen der App-Kommunikation durch und bewerten Risiken in Bezug auf Verschlüsselung und Datenschutz.
Medizinische IT-Expertise: Wir greifen auf umfangreiche Erfahrungen aus Projekten wie TherapyBuilder oder Emasin zurück, um praxisnahe Anforderungen für Gesundheits-Apps zu definieren.
KI & Datenanalyse: Wir entwickeln intelligente Algorithmen zur automatisierten Mustererkennung in Datenströmen und zur Simulation von Nutzerinteraktionen.
Wissens- und Technologietransfer: Das FZI übersetzt komplexe technische Befunde in intuitive Konzepte, um Nutzer zu befähigen, informierte Entscheidungen über ihre Daten zu treffen.

Ansprechperson
Mitarbeiterin
Bereich: Embedded Systems and Sensors Engineering
Außenstelle Berlin

Förderhinweis:
Das Projekt DEMORGAN wurde vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Go to Top